Nachrichten Dies und das
Lennestadt, Lennestadt-Altenhundem, 22. August 2016

Hospizverein und Mitarbeiter hoffen auf Erweiterung / Finanzierungsmöglichkeiten gesucht

Mehr Raum für besondere Situationen auf dem letzten Weg

Der Eingang zum St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem: Hospizverein und Mitarbeiter hoffen, dass sie ihre Räumlichkeiten irgendwann erweitern können.
Der Eingang zum St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem: Hospizverein und Mitarbeiter hoffen, dass sie ihre Räumlichkeiten irgendwann erweitern können.
Fotos: Kerstin Sauer
Den Wunsch hegen Geschäftsführung und Mitarbeiter des St.-Elisabeth-Hospizes schon lange, jetzt nimmt er Formen an: Bei einer Scheckübergabe des Lions-Clubs an das Hospiz sprach Martin Schäfer, Geschäftsführer des Hospizvereins, von der Hoffnung aller Beteiligten, dass das Hospiz in naher Zukunft erweitert werden könnte. Im Gespräch mit LokalPlus-Mitarbeiterin Kerstin Sauer erzählen er und Hospiz-Leiterin Monika Kramer von ihren Vorstellungen, den Möglichkeiten und den Chancen auf eine Erweiterung.

Der Lions-Club Lennestadt hat dem Hospiz kürzlich eine Spende überreicht. Worum handelte es sich genau?
Martin Schäfer: Der Lions-Club lädt jedes Jahr zu seinem beliebten Muttertags-Konzert in das PZ in Meggen ein. Den Erlös von sage und schreibe 10.000 Euro haben die Mitglieder dem Hospiz gespendet. Im Vorfeld hatte ich ein langes Gespräch mit den Verantwortlichen. Dort sind wir mit unserem Hospiz und unseren Plänen sofort auf offene Ohren gestoßen.

Welche Pläne sind das?
Martin Schäfer: Der Wunsch des Hospizvereins und der Mitarbeiter ist es, dass das Hospiz räumlich erweitert wird, wenn möglich von derzeit sechs auf elf Plätze. Die Geschäftsführung und Leiterin Monika Kramer haben lange – gemeinsam mit einem Architekten - an einer Lösung überlegt. Ob wir unsere Pläne umsetzen können, steht noch in den Sternen, aber es besteht zumindest die Möglichkeit, dass es klappt.

Wovon hängt die Entscheidung ab?
Martin Schäfer: Vorab mussten drei Fragen geklärt werden: Ist es logistisch überhaupt möglich, das Hospiz zu erweitern? Was würde das kosten? Und: Wer finanziert die Erweiterung? Wir haben viele Gespräche mit vielen Menschen geführt und haben fast überall Unterstützung erfahren.

Monika Kramer: Jetzt geht es darum, die Finanzierungsmöglichkeiten abzuklopfen. Dazu finden im September noch wichtige Gespräche statt. Wir wissen, dass es logistisch möglich wäre, das Hospiz zu erweitern, bitten aber um Verständnis, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch keine weiteren Informationen an die Öffentlichkeit geben können.
Besprechung auf dem kurzen Dienstweg am Arbeitsplatz in der Hospiz-Küche: (von links) Pflege-Mitarbeiterinnen Samira Grobbel, Gabi Hohmann, Leiterin Monika Kramer und Geschäftsführer Martin Schäfer.
Frau Kramer, wie könnte eine Erweiterung Ihrer Meinung nach aussehen?
Monika Kramer: Unsere Überlegungen sind, drei weitere Gästezimmer in Form von Appartements zu errichten, die besonderen Begleitungssituationen entsprechen. Diese Appartements würden die Möglichkeit bieten, dass der Partner - ob bei jungen Familien oder Senioren - mit im Hospiz wohnen könnte, da häufig der Wunsch besteht, auch die letzte und wohl schwerste Lebenszeit beisammen zu sein. Zudem würden in den Appartements behindertengerechte Bedingungen geschaffen. Auch hier könnte ein Angehöriger oder die bisherige Pflegeperson in der Nähe bleiben. Auch für die Begleitung schwererkrankter Menschen mit Migrationshintergrund würde die großzügige Gestaltung der neuen Gästezimmer Raum schaffen. Diese Gäste haben in der Regel große Familien und erhalten sehr viel Besuch. Durch einen zusätzlichen Wohnraum würde der Gast selbst entlastet und zudem die Möglichkeit für persönliche Rituale eingeräumt.

Zu unseren Überlegungen gehört außerdem ein Raum für Schulungen, Therapien und für den Empfang von Besuchergruppen. Unsere bisherigen Möglichkeiten sind hier in diesem Bereich bisher sehr begrenzt.

Das Lennestädter Hospiz feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Was hat sich seitdem verändert?
Martin Schäfer: Als wir 2010 den Neubau bezogen haben, mussten wir um ein Bett auf insgesamt sechs Betten aufstocken – und wussten nicht, ob sich dieses sechste Bett trägt. Heute haben wir sogar ein siebtes Bett, das sogenannte „Notbett“, das hier und da zum Einsatz kommt. In den letzten Jahren steigt die Anzahl der Hospizanfragen und oftmals besteht eine Warteliste für die Gäste, die ihre letzten Tage im Hospiz verbringen möchten. Seit der Gründung vor 25 Jahren haben die Mitarbeiter 1300 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet.

Die Hospiz-Bewegung „boomt“. Wie kommt es Ihrer Meinung nach dazu, dass Hospize immer mehr gewünscht sind?
Martin Schäfer: Zum einen werden die Menschen immer älter. Wenn ihre Kinder nicht mehr in der Nähe wohnen, haben sie niemanden, der sich um sie kümmern kann. Gibt es pflegende Angehörige, ist Begleitung auf dem letzten Weg oftmals sehr schwer, und viele kommen an ihre Grenzen, sind sie überfordert und völlig erschöpft. Außerdem haben sich unsere Gäste verändert: Nicht nur ältere Menschen kommen hierher, auch immer mehr junge, unheilbar kranke Menschen möchten ihre letzten Tage hier verbringen.

Das Hospizkonzert am Freitag, 26. August
-Am Freitag, 26. August, findet um 11 Uhr ein Empfang für die Offiziere der beiden Orchester im Hospiz statt.

-Um 13 Uhr schließt sich ein Empfang für alle Musiker im Rathaus an. Als Dank dafür laden die Orchester danach zu einem etwa einstündigen Platzkonzert vor dem Rathaus ein.

-Karten für das Hospizkonzert gibt es im Vorverkauf für 16 Euro bei den Geschäftsstellen der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem, in der Buchhandlung Hamm und im Bürgerbüro der Stadt Lennestadt. An der Abendkasse kosten die Karten 20 Euro.







(LP)

Bildergalerie: Mehr Raum für besondere Situationen auf dem letzten Weg