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Lennestadt, 12. Mai 2018

Lennestädter will es zur Kathedrale in Santiago schaffen

Mateusz Steringer zur Selbstfindung auf dem Jakobsweg

Mateusz Steringer fuhr mit dem Rad von Düsseldorf nach Altenhundem - Eine Strecke von insgesamt 150 Kilometern.
Mateusz Steringer fuhr mit dem Rad von Düsseldorf nach Altenhundem - Eine Strecke von insgesamt 150 Kilometern.
Foto: Mateusz Steringer
Lennestadt/Düsseldorf. Er hat ein großes Ziel: Mehr als 800 Kilometer will er auf seinem Mountainbike innerhalb kurzer Zeit zurücklegen. Der Altenhundemer Mateusz Steringer pilgert den Jakobsweg. LokalPlus begleitet den 27-Jährigen auf seiner Reise. Regelmäßig wird er über seine Erfahrungen und Eindrücke vom Jakobsweg aus berichten. Die Reise beginnt bereits am Freitagabend, 11. Mai.

Mateusz Steringer wurde in Lennestadts Partnerstadt Otwock geboren und zog bereits kurze Zeit später in die Partnerstadt nach Altenhundem. Hier lebte er für 25 Jahre. 2016 verschlug es Steringer beruflich in seine neue Wahlheimat in die Landeshauptstadt Düsseldorf, er pflegt jedoch regelmäßigen Kontakt in die Heimat. Nun geht die Reise weiter: Er will sich auf dem Jakobsweg, dem Camino Francés in Spanien beweisen.

Akribisch hatte sich Steringer auf seine 16-tätige Reise vorbereitet. Wochenlang war er Tag für Tag auf dem Rad unterwegs. Er sprach mit einer Marathon-Läuferin und ließ sich wertvolle Tipps geben. Sein Highlight in der Vorbereitungszeit: Steringer fuhr mit seinem Rad von Düsseldorf nach Altenhundem.

„Das hatte es echt in sich. Nur die letzten 30 Kilometer bin ich im gewohnten Terrain auf asphaltierter Straße gefahren“, sagte der Wahl-Düsseldorfer. Insgesamt wurden es 150 Kilometer, die er über Wiesen, steinige Wege und steile Trails gefahren war. Mit einer Übernachtung im Zelt kamen zwei Tage für die Fahrt zusammen. 9000 HöhenmeterBeim Camino Francés handelt es sich um den klassischen Jakobsweg, der von sehr vielen Pilgern gewählt wird. Vor 25 Jahren wurde der mehr als 800 Kilometer lange Weg als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen. Steringer startet in Saint-Jean-Pied-de-Port und bezwingt nach eigenen Angaben insgesamt 9000 Höhenmeter.
Jetzt will er den Jakobsweg mit seinem Mountainbike bezwingen.
Anfangs will er „Kilometer gut machen“, um es am Ende ruhiger angehen lassen zu können. Geplant ist, jeweils zwei Tage durchzufahren und einen Tag zu rasten. Das soll schmerzhaften Muskelkater lindern oder gar vermeiden. „Es wird sehr anspruchsvoll“, sagt der Brückenbau-Konstrukteur.

Die Aktion hat einen persönlichen Hintergrund. „Ich möchte über mich, meine Situation und mein Leben nachdenken. Außerdem will ich prüfen und wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin“, so Steringer. Nicht umsonst verbringe er seinen 28. Geburtstag am 17. Mai auf dem Jakobsweg. Steringer hat sich acht eigene Etappen gesetzt, die er nach Schema fahren möchte. Ziel: Die KathedraleDie gesamten Kosten mit An- und Abreise, Unterkünften und Verpflegung schätzt Steringer auf etwa 1000 Euro. Das sei vorher schlecht einzuschätzen. Gespart hat er auf jeden Fall bei der Planung: Die Anreise soll mit FlixBus nach Paris erfolgen, dann weiter mit dem Zug und abschließend noch etwa 50 Kilometer auf dem Rad. Die Rückreise am Montag, 28. Mai, tritt er mit dem Flugzeug an. Idealer Zeitpunkt„Ich freue mich sehr, aber ich habe natürlich auch etwas Sorge. Man weiß nicht, was einen erwartet“, sagte der 27-Jährige. Spanisch hätte er indessen ebenfalls gelernt. „Hallo und ein Bier bitte kann ich fließend sprechen“, sagte Steringer lachend. Gespannt sei Steringer auch darauf, andere Pilger zu treffen. Die ideale Reisezeit für den Jakobsweg läge zwischen Mai und Oktober.

Seinen Trip hält Steringer mit einer Action-Cam fest. Neben einem mobilen Ladegerät, Powerbanks, einer externen Festplatte zur Datensicherung, gehören spezielle Fahrradtaschen für Mountainbikes zu seiner Ausrüstung. Außerdem im Gepäck sind Fahrrad-Funktionskleidung, Schlauch-Tuch, Klick Pedale mit passenden Schuhen, Jogginghose, ein schickes Outfit „für den Besuch in der Kathedrale in Santiago de Campostela“, Sonnenbrille, ein Rucksack mit Trinksystem für sechs Liter Wasser, selbstgemachte Powerriegel, Reiseführer für Herbergen auf den Wegen, Beleuchtung, Bauchtasche für Papiere, etc., Medi-Kit sowie Taschenmesser, Regenponcho und -schuhüberzug.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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