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Lennestadt, 15. Mai 2018

„Es ist sehr kräftezehrend“

Mateusz Steringer erreicht erstes Etappenziel auf dem Jakobsweg

Mateusz Steringer hat die Route unterschätzt. Trotzdem hält er an seinem Ziel fest, die Kathedrale in Santiago mit eigener Kraft zu erreichen.
Mateusz Steringer hat die Route unterschätzt. Trotzdem hält er an seinem Ziel fest, die Kathedrale in Santiago mit eigener Kraft zu erreichen.
Fotos: Mateusz Steringer
Altenhundem. Mateusz Steringer, gebürtiger Altenhundemer, pilgert derzeit den Jakobsweg (LokalPlus berichtete). Die Reise hatte am Freitag, 11. Mai, in Düsseldorf begonnen. Die Route führte über Paris nach Biarritz. Am Sonntag, 13. Mai, begann dann in St.-Jean-Pied-de-Port die eigentliche Route. Steringer berichtet nun von den ersten Erfahrungen der insgesamt 850 Kilometer langen Strecke, die er auf dem Rad zurücklegt.

„Meine größte Sorge, dass es regnen wird, ist natürlich eingetroffen“, sagte Steringer. „Nichts desto trotz konnte ich ja nicht hierbleiben“. Mit viel Mühe habe er den Weg zum Startpunkt in St.-Piet-de-Port erreicht, wo er schließlich völlig durchnässt in einer Pilgerherberge einkehrte. Dort traf er auf eine Gruppe Deutsche, die den Jabobsweg zu Fuß begehen.
In Paris blieb genügend Zeit für einen Kaffee am Eiffelturm übrig.
Auf seinem Fünferzimmer angekommen, kam er noch mit einem Italiener ins Gespräch. Dort fiel ihm dann auf, dass er verhältnismäßig viel Gepäck dabei hat. Nach einer kurzen Nacht startete Steringer seine erste Etappe. 78 Kilometer galt es am Sonntag zu bezwingen. Er wollte es unbedingt nach Pamplona schaffen. Regen bei kühlen TemperaturenImmer wieder setzte bei Außentemperaturen von sechs Grad Regen ein. Viele Pilger traf der Sportfanatiker auf der ersten Etappe hingegen nicht. Vom „Camino Francés“ war er nämlich abgekommen. Auf einem kilometerlangen Anstieg in den Pyrenäen, auf dem er 800 Höhenmeter zu überwinden hatte, musste er sein Fahrrad schieben. Oben angekommen, wollte Steringer eine Pause einlegen. Starker Wind bewegte ihn jedoch zum Weiterfahren.„Die Pyrenäen sind sehr schön. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass es so anstrengend wird. Es war sehr kräftezehrend“, erzählt der 27-Jährige. Drei Rennrad-Fahrer seien dort sportlich an ihm vorbeigeradelt. Eine tierische Begegnung hatte Steringer mit einer Horde Kühen, die ihm den Weg versperrten. „Ich konnte mich schließlich an ihnen vorbeimogeln“, so der Pilger lachend.

Auf der einen Seite seien es harte steinige Trails, die die Fahrt erschwert hätten. Auf der anderen Seite seien im Internet angegebene Verpflegungsstellen nicht aktuell. Manche seien gar nicht da, andere hätten geschlossen oder seien stillgelegt worden. Den Schlussspurt auf seinem Weg nach Pamplona fuhr Steringer auf dem asphaltierten Camino Francés. Am Abend kehrte er in einer Herberge ein. Hohe Ziele gestecktDer gebürtige Sauerländer zeigte sich etwas skeptisch, dass seine zuhause geschmiedeten Pläne weiter funktionieren. „Es ist sehr kräftezehrend. Am Dienstag sind 104 Kilometer geplant. „Aber ich bleibe optimistisch. Es geht mit Vollgas weiter“, ist er sich sicher. Spontan will er schauen, es eventuell etwas ruhiger anzugehen. „Ich will nicht Gefahr laufen, mich zu überanstrengen."

Über Estella möchte Steringer nach Logroño gelangen. Tags darauf ist geplant über San Domingo schließlich in Burgos einzukehren. Insgesamt beträgt dieser Teil des Jakobsweges etwa 106 Kilometer. „Die ganze Zeit auf dem Fahrrad ist schon ein bisschen langweilig“, sagt Steringer. Und es ist noch ein weiter Weg bis hin zur Kathedrale von Santiago de Compostela. Fortsetzung folgt.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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