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Lennestadt, 17. Dezember 2017

Nedim Kalembasi vermittelt Fahrzeuge nach Çaycuma

Lennestädter Feuerwehrauto in der Türkei weiter im Einsatz

Deutsche Feuerwehrautos kommen in der türkischen Stadt Çaycuma weiterhin zum Einsatz.
Deutsche Feuerwehrautos kommen in der türkischen Stadt Çaycuma weiterhin zum Einsatz.
Fotos: privat
Lennestadt. Mittlerweile sind es bereits vier deutsche Feuerwehrautos, die in der türkischen Stadt Çaycuma weiterhin im Einsatz sind. Initiiert von Nedim Kalembasi, sind die hierzulande ausgemusterten Fahrzeuge der Blauröcke per Landweg in die Türkei transportiert worden, wo sie teils sogar mit Olper Kennzeichen weiterhin benutzt werden, um Gefahren zu verhindern oder einzudämmen und Leben zu retten. Die neueste Errungenschaft ist ein Löschfahrzeug des Löschzuges 3 aus Elspe.

Angefangen hat das alles 2014, als der frisch gewählte Bürgermeister Bülent Kantarci von Çaycuma nach Lennestadt reiste. „Er wollte sich ein Bild von Deutschland machen und baute zu mir den Kontakt auf“, sagt Nedim Kalembasi. Denn: Der türkische Bürgermeister wollte aus Çaycuma eine moderne türkische Stadt machen. Und auch von der deutschen Feuerwehr war Kantarci angetan: Die Komme, für die der neue Bürgermeister nun die Verantwortung hatte, hatte bis dato laut Kalembasi nämlich einen großen Mangel an Feuerwehrfahrzeugen.

So enstand die Idee, deutsche und technisch einwandfreie Feuerwehrfahrzeuge, die ausgemustert worden sind, in die Türkei zu transportieren. Sechs sind mittlerweile in Çaycuma im Einsatz, vier davon kommen wiederum aus Deutschland - drei Tanklöschfahrzeuge und eine Drehleiter - und eines aus Elspe. „Kantarci hatte die Vision eine Stadt aufzubauen. Und dazu gehört auch eine Feuerwehr“, so Kalembasi. 3000 Kilometer lange FahrstreckeDie Fahrzeuge wurden in der Bundesrepublik besorgt, allesamt beim Lennestädter Bauhof überprüft und auf den neuesten Stand gebracht sowie mit Schläuchen und weiteren Feuerwehr-Utensilien ausgerüstet. Anschließend machten sich die Fahrzeuge auf den etwa 3000 Kilometer langen Weg in die Türkei. Der zuletzt übergebene Wagen ist ein ausgemustertes Tanklöschfahrzeug (TLF) der Feuerwehr Elspe.
Nurhan Kalembasi (links) trifft Bürgermeister Bülent Kantarci an der "Lennestadt Straße".
Nun werden die Feuerwehrautos von türkischen Berufsfeuerwehrmännern genutzt. „Die vorherigen Fahrzeuge waren alt und  technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Nun ist es wesentlich komfortabler. Die Stadt hat nun weit und breit die beste Feuerwehr“, erklärt Kalembasi.

Alle von ihm übermittelten Fahrzeuge haben an der Frontscheibe ein Nummernschild angebracht, auf dem „Lennestadt“ steht. Und nicht nur das: Sogar eine neu gebaute Allee trägt den Namen „Lennestadt Straße“. Als Geste des Dankes für die kooperative Zusammenarbeit.
Nurhan und Nedim Kalembasi stammen gebürtig aus Çaycuma und Leben seit vielen Jahren in Lennestadt.
„Das Ganze ist schon eine Prozedur“, sagt Kalembasi. „Der türkische Generalkonsul in Essen muss bestätigen, dass die Autos in die Türkei überführt werden dürfen. Und das zollfrei. Aber letztlich haben wir alles gemeistert.“

Und das habe auch einen weiteren positiven Beigeschmack: Kalembasi hat nun Verständnis für die Feuerwehr entwickelt. „Vorher hätte ich nicht sagen können, was ein TLF 1625 ist“, lacht Kalembasi.
Mehr über Çaycuma:

Çaycuma, der Geburtsort von Nurhan und Nedim Kalembasi, ist eine Stadt mit 26.000 Einwohnern und damit ähnlich groß wie Lennestadt. Die Stadt hat eine Flughafenanbindung und ist etwa 20 Kilometer von der Schwarzmeerküste entfernt.

Die Stadt hat kein Touristenviertel. Nach deutschem und auch nach Lennestädter Vorbild wird die Kommune seit Jahren modernisiert. Auch der Stadtname beinhaltet einen Fluss (Çay). Dieser fließt mitten durch die Stadt. Cuma steht für Freitag.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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