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Lennestadt, Lennestadt-Altenhundem, 4. Juni 2016

Kreativer Protest gegen rechts

Die Gegendemonstranten ließen sich von Passanten Flyer der Rechtsextremen aushändigen, die geschreddert wurden. Pro zerstörtem Exemplar sollen 50 Cent an die Flüchtlingshilfe gespendet werden.
Die Gegendemonstranten ließen sich von Passanten Flyer der Rechtsextremen aushändigen, die geschreddert wurden. Pro zerstörtem Exemplar sollen 50 Cent an die Flüchtlingshilfe gespendet werden.
Fotos: Nils Dinkel
Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Kleinstpartei „Der III. Weg" hatten am Samstagmorgen unweit des Marktplatzes einen Infostand aufgebaut. Der kleinen Gruppe stellten sich wesentlich mehr Gegendemonstranten entgegen, die ebenso friedlich wie kreativ gegen rechts protestierten.

Die rechtsextreme Gruppierung verteilte Flyer an Passanten, die von den Gegendemonstranten, dem Grünen Ortsverband, der Linken und der AG "Es tut sich was", wieder eingesammelt wurden. Für jedes geschredderte Flugblatt sollen 50 Cent an die Flüchtlingshilfe gespendet werden.

„Die Summe wird auf 100 Euro aufgestockt“, sagte Andreas Verbeek, Mitglied der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt, der ebenfalls seinen Standpunkt gegen fremdenfeindliches und rechtes Gedankengut vertrat. „Wir wollen den Rechten keinen Raum geben und die Demonstration ihm Rahmen unserer gesetzlichen Möglichkeiten stören“, sagte er. Am Marktplatz spielten die Gegendemonstranten außerdem Songs gegen rechts über die Außenlautsprecher eines Cafés. Der Infostand war kurzfristig genehmigt worden. Im Visier des Verfassungsschutzes Der Verfassungsschutz stuft die Gruppierung „Der III. Weg" als rechtsextrem, radikal und gefährlich ein. Bundesweit soll die Partei etwa 200 Mitglieder haben, 20 davon sollen in Nordrhein-Westfalen aktiv sein – und offenbar auch im Kreis Olpe: Auf ihrer Homepage gibt die Partei einen „Stützpunkt Sauerland-Süd“ an. Anfang April hatten einige Kommunalpolitiker im Kreis Olpe Postkarten der Partei erhalten, mit denen sie zur Ausreise aufgefordert wurden.

Die Demonstration beider Gruppierungen verlief ruhig. Die Polizei zeigte mit mehreren Streifenwagen und -beamten Präsenz. (LP)

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