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Lennestadt, 24.11.2015

Bürgermeister informiert in Oedingen: Um Weihnachten herum ist das Hotel Buckmann bezugsfertig

"Jeder Ort soll sein Päckchen tragen"

Bürgermeister Stefan Hundt informierte in Oedingen rund 200 Anwesende zum Thema
Bürgermeister Stefan Hundt informierte in Oedingen rund 200 Anwesende zum Thema "Flüchtlinge".
Fotos: Kerstin Sauer
Um Weihnachten herum wird das Hotel Buckmann in Oedingen bezugsfertig sein für Flüchtlinge. Das hat Bürgermeister Stefan Hundt bei der Informationsveranstaltung in der Oedinger Schützenfest den rund 200 Anwesenden mitgeteilt.

„Ob kurz vor oder kurz nach Weihnachten, können wir noch nicht sagen. Vorher sind noch einige Arbeiten zu erledigen“, so Hundt. Die Stadt habe das Hotel gekauft, die Schlüssel seien übergeben, jetzt gehe es an die Renovierungsarbeiten. Das Haus habe eine Kapazität, bis zu 50 Personen zu beherbergen. Zuvor werde eine neue Heizung installiert, einiges müsse ausgeräumt und hergerichtet werden. Interessierte Zuhörer Zahlen und Fakten, mit denen die Oedinger bereits vertraut schienen. Und so zeigten sich die Anwesenden nicht überrascht, sondern vielmehr interessiert und bereit für die Aufnahme von Asylsuchenden. Denn auch die Oedinger wissen, was Bürgermeister Hundt nochmal ausdrücklich betonte: „Bis zum Ende dieser Woche werden wir insgesamt 505 neue Flüchtlinge in Lennestadt beherbergen. Sie sind untergebracht in mehr als 50 Unterkünften – jeder Ort hat muss dabei sein Päckchen übernehmen.“

Und die Oedinger sind bereit für die neue Aufgabe, wie sich bei der Fragestunde zeigte. So zum Thema Willkommenskultur: „Sollen wir uns langfristig oder eher temporär auf Asylsuchende einstellen“, lautete eine Frage. Hundt: „30 Prozent der Flüchtlinge kommen aus sicheren Herkunftsländern, werden also nicht auf Dauer bleiben. Bei den restlichen 70 Prozent gibt es vereinzelt Menschen, die gerne in einer größeren Stadt leben möchten. Aber wir können davon ausgehen, dass der größte Teil in Lennestadt bleiben wird.“

Doch um genaue Prognosen für die Zukunft abgeben zu können, bräuchte er eine Glaskugel: „Wir wissen nicht, wie es sich weiter entwickelt.“ Angst vor Ausschreitungen Sorge bereitete einer Anwohnerin die Verteilung der Flüchtlinge – müssten die direkten Nachbarn des Hotels Angst haben vor Ausschreitungen? Stefan Hundt konnte beruhigen: „Bisher ist es in ganz Lennestadt zu keinerlei Problemen gekommen. Wir achten bei der Verteilung auf Religionen und Nationalitäten, versuchen eine gute Mischung zwischen Einzelpersonen und Familien zu finden.“ Auf die Frage, ob die Asylsuchenden versorgt werden müssten, konnte Thomas Meier, Leiter Familie, Soziales und Integration, antworten: „Die Menschen leben im Hotel Buckmann wie in einer WG. Es gibt Gemeinschaftsräume wie die Küche oder Waschräume, aber jede Familie hat ihr eigenes Zimmer. Die Menschen versorgen sich selbst und leben selbstständig.“ Offenes Ohr Auch die Sorge, Fehler im Umgang mit den Ankommenden zu machen, konnte den Oedingern genommen werden. Hundt: „Seien sie offen für die Menschen, haben sie ein offenes Ohr – Fehler können Sie nicht machen.“

Die Gleichstellungsbeauftragte Petra Peschke-Göbel bat aber darum, nicht unaufgefordert in der Unterkunft aufzutauchen bzw. keine Spenden direkt dort abzugeben. „Das wird alles über unsere Helferkreise organisiert.“ Ehrenamtliche Helfer seien daher immer herzlich willkommen und können sich bei der Stadt melden.

Ob der Standort der Oedinger Grundschule mit den neuen Bewohnern gesichert werden könne, konnte Bürgermeister Stefan Hundt nicht beantworten: „Tatsache ist: Es besteht Schulpflicht, also müssen wir den Kindern die Möglichkeit geben in die Schule zu gehen. Die Stadt ist auf jeden Fall flexibel in der Gestaltung der Beschulung.“ Allerdings müsse sich die Landesregierung Gedanken über die Gesetzgebung machen. Hundt: „Im laufenden Schuljahr dürfen offiziell keine Klassen geteilt werden – aber wir sind mit unseren Klassengrößen in einigen Schulen am Limit.“ Infoveranstaltung im Januar Anfang des Jahres wird die Stadt nochmal zu einer großen Informationsveranstaltung für ganz Lennestadt in die Meggener Schützenhalle einladen. Auch in Saalhausen wird – voraussichtlich im März, wenn die Container dort bezugsfertig sind – eine Informationsveranstaltung stattfinden.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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