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Lennestadt, 14. Februar 2017

„Da gibt’s doch was“ zeigt die Flucht aus der digitalen Welt

Größter Kurzfilm-Award: Lennestädter Jugendliche erreichen 7. Platz

Zwölf Schüler drehten ihren Film „Da gibt’s doch was“ an der Hohen Bracht.
Zwölf Schüler drehten ihren Film „Da gibt’s doch was“ an der Hohen Bracht.
Foto: privat
Altenhundem. 99 Sekunden in 99 Stunden: So viel Zeit hatten Maximilian Müller und sein Team, um einen Kurzfilm zu drehen und auf 99 Sekunden zuzuschneiden. Die Jugendlichen haben beim „99FIRE-FILMS-AWARD“ den 7. Platz in der Kategorie Publikumspreis erreicht – und das unter mehr als 2500 Einsendungen. Für den größten Kurzfilmwettbewerb drehten die zwölf Schüler des Gymnasiums der Stadt Lennestadt einen 99-sekündigen Spot, der die Flucht aus der digitalen Welt thematisiert.

„Mittlerweile ist alles möglich. Wir sind immer umgeben von Menschen, täglich, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Wenn nicht von echten Menschen, dann von digitalen.“ Mit diesen Worten beginnt der Kurzfilm, den Maximilian Müller zusammen mit elf Freunden gedreht hat.

Hauptdarstellerin Helena Grap fragt sich im Film, ob es etwas gibt, das wir nicht kaufen oder bei Google finden können, und kann sich die Frage bei ihrer „Flucht“ hinterher selbst beantworten.

Maximilian Müller hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Der 18-Jährige hat im Umgang mit der Kamera einige Erfahrung und erstellt auch in seiner Freizeit gerne Filme. Ein Freund ließ ihm deshalb den Link für den größten Kurzfilm-Award zukommen – da könne man ja mal mitmachen, haben sich die Jugendlichen gedacht. Und sich beim Wettbewerb angemeldet. „Ständig sind wir vernetzt“ Am Donnerstag, 26. Januar, kam das Thema per Mail: „Da gibt’s doch was.“ Bis Montag, 30. Januar, genau 99 Stunden, hatten die Schüler für den Kurzfilm zur Verfügung. Die Zeit lief.

Erstmal musste eine Idee her. „Es sollte schon etwas Ernsteres sein und eine Aussage haben“, erklärt Maximilian Müller. Ziemlich schnell kamen die Jugendlichen so darauf, die digitale Welt zu hinterfragen. „Ständig sind wir vernetzt und wollen nichts verpassen“, heißt es im Film.
Hauptdarstellerin Helena Grap flüchtet in die Natur.
Vom Altenhundemer Bahnhof, der voll ist von Menschen, die auf ihre Handys starren, bis in die ruhige Natur der Hohen Bracht war das Team unterwegs, um zu drehen. Mit professioneller Ausrüstung wie Reflektor, Stativ und Mikrofon war der Film nach elf Stunden im Kasten – musste allerdings noch geschnitten werden. „Wir hatten viel zu viel Material“, erklärt der Regisseur - da musste noch einiges gekürzt werden, um auf 99 Sekunden zu kommen. Doch es hat geklappt. Weit vor der Deadline war der Film der Lennestädter gekürzt und fertig.

Aus rund 2500 eingereichten Filmen wählte eine Jury die 99 Besten aus, für die dann wiederum das Publikum online abstimmen konnte. Die Schüler waren bei einer so großen Konkurrenz nicht davon ausgegangen, es überhaupt in die Top 99 zu schaffen. 1093 „Likes“ für Lennestädter Film Das Publikum durfte dann bis Montag, 13. Februar, für die 99 ausgewählten Filme abstimmen. Sage und schreibe 1093 „Likes“ gab es für den Film „Da gibt’s doch was“ von Maximilian Müller und seinem Team. Der 7. Platz für das Team aus Altenhundem: Wahnsinn. Maximilian Damit hatte der junge Filmemacher nicht gerechnet und ist total begeistert: „Das zu schaffen, ist echt eine Überraschung.“ Denn schließlich seien unter der Konkurrenz ja auch Profis gewesen – und dann so weit vorne zu landen, „das ist schon sehr ordentlich.“

Drei Filmemacher aus Altenhundem dürfen am kommenden Donnerstag, 16. Februar, zur Preisverleihung nach Berlin fahren. Da besteht für die Schüler die Möglichkeit für die Kategorien beste Kamera, beste Idee und bester Film nominiert zu werden. Persönlich wäre das für Maximilian Müller „der Hammer“. Denn dass „Da gibt’s doch was“ so weit kommt, hätten die Jugendlichen nicht für möglich gehalten. LokalPlus drückt die Daumen und berichtet weiter.
Das Film-Team dreht Szenen am Bahnhof in Altenhundem.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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