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Lennestadt, 24. Juni 2020

Rück- und Ausblick - zwei Videos für die Schüler

Elsper Schulgeschichte schreibt ein neues Kapitel: Grundschule zieht um

"Goodbye" sagen die Grundschüler zu "ihrem" Gebäude: Nach den Sommerferien ist die Grundschule in der ehemaligen Hauptschule beheimatet.
Foto: privat
Elspe. Wenn für die Schüler „der Ernst des Lebens“ durch die langen Sommerferien abgelöst wird, so wird es nun doch „ernst“ in der Elsper Schullandschaft: Die Grundschule Elspe zieht in die Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule. Und auch wenn aus aktuellem Anlass feierliche Würdigungen ausfallen müssen, sei ein Blick auf die Geschichte des altehrwürdigen Grundschulgebäudes gestattet, steht es doch nun schon seit 110 Jahren an seinem jetzigen Platz.

Schulunterricht gibt es in Elspe jedoch noch viel länger. Im Elsper Pfarrarchiv wird die Schule zum ersten Mal 1596 erwähnt. Die Schulklassen wurden wechselnd untergebracht. Nach dem großen Brand in Elspe 1805 fand der Unterricht der katholischen Volksschule (für Kinder von 6 bis 14 Jahren) Elspe in zwei Klassen in der Küsterwohnung – jetzige Vikarie – statt. 1874 begann man mit dem Bau einer neuen Schule, dort, wo jetzt der Springbrunnen und der Maibaum stehen. Immer mehr Schüler Die Schülerzahl stieg stetig, so dass es auch in diesem Gebäude schnell zu eng wurde. 1910, es besuchten 249 Kinder in vier Klassen die Schule, wurde ein Neubau der Schule beschlossen und im August  1912 der Grundstein zum jetzigen Schulgebäude gelegt. Schon ein Jahr später - im Oktober 1913 - wurde feierlich umgezogen. Mit Musik ging es von der alten Schule zur neuen Schule. Den Umzug begleitete Rektor Specht, der von 1896 bis 1926 zunächst Hauptlehrer und später Rektor war.

Die Lage des neuen Schulgebäudes war viel besser, etwas abseits des Dorftrubels, mitten in der Natur mit viel Platz drum herum. Im alten Schulgebäude gab es weder getrennte Toiletten noch einen Schulhof. Sieben Klassenräume für neun Klassen Doch auch in diesem Gebäude gab es vor allem in den 60er-Jahren immer wieder Platzmangel, so dass teilweise Nachmittagsunterricht erforderlich wurde, weil sich mittlerweile neun Klassen die sieben Klassenräume teilen mussten. 1967 erhielt die Schule dann einen Anbau.
1969 trat die Neuordnung des Schulwesens in Nordrhein-Westfalen in Kraft. Bisher gab es im Kreis Olpe 88 Volksschulen, also eine Schule vom ersten bis neunten Jahrgang. Diese wurden nun neu gegliedert in 46 Grundschulen und 17 Hauptschulen. Schulen wurden geschlossen Mancher Ort musste sich so von seiner Schule trennen, unter anderem Theten und Sporke mussten ihre eigenständigen Schulen aufgeben. Da die neue Hauptschule jedoch erst 1972 bezogen werden konnte, wurden zunächst  noch Klassen in diesen Schulgebäuden unterrichtet.
Erster Rektor der „reinen“ Grundschule Elspe war seit dem Frühjahr 1972 Claus Graber. Die Grundschule wurde erweitert um zwei Klassenräume, Verwaltungsräume, Pausenhalle und „moderne“ Toiletten. Seit 1981 bestanden die Namen St.-Jakobus Schule Elspe, Grundschule der Stadt Lennestadt, sowie Kaiser-Otto-Schule Elspe, Hauptschule der Stadt Lennestadt. Kaiser-Otto-Schule mit neuer Bestimmung Der Schulbetrieb an der Kaiser-Otto-Schule wurde im Juli 2013 eingestellt und das Gebäude Ende 2015 für die übergangsweise Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen hergerichtet. Zwischen den Jahren 2015 und 2019 diente die Schule somit als neue Heimat für Menschen aus unterschiedlichen Nationen, die tatkräftig von vielen ehrenamtlich engagierten Elspern unterstützt wurden.

2018 gab es erneut eine Veränderung der Schulverbünde, die Elsper Grundschule und die Grundschule Oedingen bilden seither eine Verbundschule mit dem jetzigen Namen Oene-Elspe-Tal-Schule. Bruchsteinwände vs. Digitalisierung Räumlich war man in der jetzigen Grundschule schon länger an den Grenzen. Es gab zu wenig Förder- oder Differenzierungsräume, die Betreuung musste sich auf einen Raum unter dem Dach beschränken. Digitalisierung? In dem alten Gemäuer mit dicken Bruchsteinwänden ebenfalls Fehlanzeige. 
Das "alte" Grundschul-Gebäude bekommt eine neue Bestimmung: Das Archiv der Stadt Lennestadt sowie die Landeskundliche Bibliothek ziehen ein.
So wurde in der Elsper Schulgeschichte zum dritten Mal der Umzug der Grundschule beschlossen. Seit Herbst 2019 laufen die Umbau- und Renovierungsarbeiten und in den Sommerferien wird nun aus der ehemaligen Kaiser-Otto-Schule der Elsper Hauptstandort der Oene-Elspe-Tal-Schule, inklusive offener Ganztagsgrundschule, WLAN in allen Klassen und - im Unterschied zu den bisherigen Grundschulgebäuden -, räumliche Ausbaukapazitäten für die Zukunft. Grundschule-Gebäude erhält ehrwürdigen Zweck Das alte Grundschulgebäude bekommt einen neuen, ebenfalls ehrwürdigen Zweck. Das Archiv der Stadt Lennestadt sowie die Landeskundliche Bibliothek ziehen vom bisherigen Standort (Altes Amtshaus / Museum der Stadt Lennestadt, Grevenbrück) in das freiwerdende Grundschulgebäude. Außerdem laufen Gespräche zwischen Bürgermeister Stefan Hundt und der ARGE Elspe, um zu erörtern, wie eine dorf- und stadtbezogene Nutzung der verbliebenen Räumlichkeiten erreicht werden kann.

In einem Video zeigt das Lehrer-Team den Grundschul-Kindern, was sie im neuen Gebäude erwartet. Hier geht's zu den beiden Links:
(LP)

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