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Lennestadt, 16. März 2017

30 Zentimeter Zopf gehen an den Verein „Haarfee“ in Österreich

Elina Padt spendet ihre Haare für kranke Kinder

Elina Padt ließ sich ihre Haare abschneiden - und hofft auf Nachahmer.
Elina Padt ließ sich ihre Haare abschneiden - und hofft auf Nachahmer.
Foto: privat
Von Christine Schmidt
Redaktion
Lennestadt. Die langen Haare abschneiden zu lassen, dazu gehört schon etwas Mut. Dann sofort 30 Zentimeter zu kürzen, ist für viele Mädchen wahrscheinlich unvorstellbar. Für Elina Padt jedoch war das ein Klacks: Ihre langen Haare hat die Zehnjährige abschneiden lassen, um sie an den Verein „Haarfee“ zu spenden. Der stellt Perücken für kranke Kinder her, die keine Haare mehr haben.

„Als ich morgens vor dem Spiegel stand, habe ich mich doch erst erschrocken“, lacht Elina. Ganz selbstsicher ging die Zehnjährige am Dienstag, 14. März, zum Frisör und ließ sich ihre Haare abschneiden. Den 30 cm langen geflochtenen Zopf nahm sie dann mit nach Hause.

Ihre abgeschnittenen Haare möchte die Fünftklässlerin an den Verein in Österreich schicken, der aus den Haaren dann Perücken herstellt. Diese Echthaarperücken kommen dann Kindern zu Gute, die aus gesundheitlichen Gründen keine Haare mehr haben. „Ich habe das im Fernsehen gesehen, und mir tat das einfach so leid“, erklärt Elisa. Deswegen war für das Mädchen klar, dass sie ihre Haare spenden würde.
„Meine Haare haben mich sowieso genervt“, sagt die Zehnjährige. Die reichten ihr vor dem Frisörtermin bis zur Hüfte. Zwar sei es erst ein bisschen komisch, wenn man sonst immer lange Haare hatte und die jetzt nicht mehr über die Schultern fallen; aber das findet Elina überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil: „Jetzt kann ich sie ja wieder wachsen lassen, und dann würde ich sie auch nochmal abschneiden“, so die Schülerin.

Um den Verein zu unterstützen, müssen die Haare mindesten 25 cm lang sein. Schon 60 Echthaarperücken konnte „Haarfee“ so an kranke Kinder verschenken, heißt es auf der Homepage des Vereins. Elina möchte unbedingt ein Foto von ihr in das Paket legen, um es ein bisschen persönlicher zu gestalten. Leute sollen davon erfahren Elinas Mama, Daniela Padt, erzählt, dass sie ihrer Tochter immer wieder gesagt habe: „Überleg dir das gut“. Elina sei aber so fest davon überzeugt gewesen, dass Mutter und Tochter schlussendlich beim Frisör landeten.

„Es fühlt sich schon gut an, ein bisschen geholfen zu haben“, sagt Elina. Aber damit nicht genug, dem zehnjährigen Mädchen liegt das Thema so am Herzen, dass sie unbedingt möchte, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Es gebe doch so viele Mädchen, die sich ihre Haare kurz schneiden lassen. Die Haare würden dann einfach weggesaugt und entsorgt, obwohl es doch auch - wie Elinas Fall zeigt, Kinder gibt, denen damit geholfen werden kann.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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