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Lennestadt, Altenhundem, 25. Juni 2015

"Tag der offenen Gartenpforte" am kommenden Sonntag, 28. Juni / Auch Familie Haumann aus Altenhundem lädt ein

Ein kleines Paradies öffnet seine Pforten

Das riecht aber gut: Enkelin Mia liebt es, an den Rosen zu schnuppern.
Das riecht aber gut: Enkelin Mia liebt es, an den Rosen zu schnuppern.
Fotos: Kerstin Sauer
Ein kleines Paradies. Versteckt hinter einem Haus, eingebettet zwischen hohe Hecken. Hier verbringt Eva Haumann gerne ihre Zeit – steckt viel Arbeit in ihren Garten, genießt aber auch in ruhigen Momenten das, was sie geschaffen hat. Und öffnet am kommenden Sonntag, 28. Juni, ab 11 Uhr ihr Reich für die Öffentlichkeit.

Die Altenhundemerin macht bei der „9. Gartenlust im Sauerland“ mit. Elf private Gärtner laden für diesen Tag, für den 19. Juli und den 20. September zum „Tag der offenen Gartenpforte“ ein.

Eva Haumann ist zum zweiten Mal dabei – und freut sich auf den Tag: „Das ist ein alter Brauch aus England: Dort werden schon lange private Gärten für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Besucher können sich den Garten in Ruhe angucken und ihn bei Kaffee und Kuchen genießen.“
Auch Enkel Lui hilft gerne bei der Gartenarbeit mit.
Und zu genießen gibt es mehr als genug: Aus den Glästüren des Wohnzimmers tritt der Gast auf die Terrasse, die von einer kleinen Mauer nach oben hin eingefasst ist. Hier sitzen Eva und Günter Haumann gerne mit ihrer Familie und grillen. Der Blick fällt sofort auf einen Baum rechte Hand. „Das", sagt die Hobby-Gärtnerin und deutet auf das Gewächs, „ist eine Kiefer, die ich vor 17 Jahren als winziges Gehölz gekauft habe.“ Inzwischen ist sie zu einem Riesen-Bonsai herangewachsen.

Die Gartenarbeit lag der 59-Jährigen schon immer. Als junges Mädchen pflegte sie im Elternhaus die Rosen, und als sie mit ihrer Familie vor 17 Jahren ein Haus baute, war klar: Ein eigener Garten muss her.
Auch Pfingstrosen findet man in Eva Haumanns Garten.
Weiter geht der Rundgang. Links führt ein mit Steinplatten gepflasterter Weg in den oberen Teil des Gartens, der schräg nach oben bis zur eingrenzenden Hecke reicht.

Eva Haumann zeigt auf einzelne Gewächse und erklärt: „Hier sind hauptsächlich Rosen, aber auch Stauden, Allium und Blüten-Gehölze. Dort drüben“, sie weist nach rechts in die Mitte des Hangs, „ist das weiße Beet mit weißen Rosen, weißen Pfingstrosen und weißblühenden Stauden, außerdem ein weißer chinesischer Blumenhartriegel.“

Den Garten in dieser Terrassen-Form haben die Haumanns vor rund zehn Jahren angelegt. Seitdem realisieren sie jedes Jahr im Sommer ein Projekt – die Idee dazu hat immer Eva Haumann, wie sie lachend erklärt: „Im Winter wachsen die Ideen, die dann im Sommer umgesetzt werden." Urige Steinbank Und wieder weiter: Mitten in einem Meer der duftenden Rose „de Rescht“ – eine ganz alte Rose, die um 1940 im Iran entdeckt wurde - steht eine urige Steinbank. „Da sitze ich gerne und rieche“, sagt Eva Haumann lachend. Hinter den Rosen verstecken sich einige Sonnenblumen. „Die haben meine beiden Enkelkinder gepflanzt.“

Doch es sind nicht nur die Gewächse, die diesen Garten so bezaubernd machen. Es sind die kleinen, liebevollen Details, die überall zu sehen sind: Hier eine alte Nähmaschine bei der Heckenrose, dort eine auf die Seite gekippte Milchkanne aus Metall, auf der Steinbank eine bepflanzte Teekanne aus Omas Zeiten und unter einem Baum ein alter bepflanzter Eisenstuhl.
Es sind die kleinen Details, die den Garten so besonders machen - wie hier das Gestell einer alten Nähmaschine.
Auf halber Höhe scheint eine Laube in den Garten hineingewachsen zu sein: Die Laubenulme bildet das Dach, die Rose „Maria Lisa“ die Wände und schützt die kleine Eisengarnitur im Innern vor fremden Blicken. „Hier frühstücken wir oft“, sagt Eva Haumann. Viel Arbeit und Pflege Mindestens eine Stunde arbeitet die Altenhundemerin täglich in ihrem Garten. Pflegt, gießt, jätet Unkraut. Versucht, all ihre Pflanzen zum Blühen zu bringen. Ist aber auch rigoros, wenn ein Gewächs eingeht. Eva Haumann: „Wer nicht bleiben will, muss gehen.“

Den oberen Abschluss dieses kleinen Paradieses bildet der Steingarten, in dem die Gärtnerin hauptsächlich ihre Semperviven – neben einigen Opuntien - angesiedelt hat. Eva Haumann sammelt Semperviven, auch Hauswurz genannt, und vermehrt sie vegetativ: „Ich habe etwa 550 verschiedene Sorten“, sagt sie.
Im Steingarten sind die Semperviven und Opuntien angesiedelt.
Die Pflanzen wachsen aus der mageren, mit Split und Sand selbst gemischten Erde, mogeln sich aus der Mauer hervor oder stehen – ordentlich in Reih und Glied - neben der Gemüseabteilung. Die ist übrigens gefüllt mit Mangold, Salat, rote Beete, Kohlrabi und Zwiebeln, im Gewächshaus wachsen Tomaten und im Hochbeet der Enkel Erdbeeren.

All das wird Eva Haumann am kommenden Sonntag ihren Besuchern präsentieren. Sie freut sich auf viele Gäste und ist erreichbar unter 02723/6603. Viele Aussteller laden ein Weitere Aussteller, die zum Tag der offenen Gartenpforte einladen sind:
28. Juni: Familie Happe, Elspe, 02721/12148; Familie Josef Heer, Kirchveischeide, 02721/80525; Familie Thomas Vollmert, Rönkhausen, 02395/799 (auch 20. September); Familie Simone Hoffmann, Rönkhausen, 02395/1420; Familie Peter Kurth, Plettenberg, 02391/53797; Marlies Backhaus, Attendorn, 02722/2125; Angelika Arens, Gerlingen, 02762/1640 (auch 20. September); Anne Kruk, Rhode, 02761/65378.

19. Juli: Beate Jung, Kirchveischede, 02721/8935; Kristina und Damjan Radonic, Olpe, 02761/8010633.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

Bildergalerie: Ein kleines Paradies öffnet seine Pforten