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Lennestadt, 11. Mai 2018

Drei Jahre nach Grundsteinlegung

Ditib-Moschee in Meggen feierlich eingeweiht

Der Gebetsraum in der neuen Moschee in Meggen erstreckt sich auf zwei Etagen. Hier herrscht strengstes Schuhverbot.
Der Gebetsraum in der neuen Moschee in Meggen erstreckt sich auf zwei Etagen. Hier herrscht strengstes Schuhverbot.
Fotos: Nils Dinkel
Meggen. Die neue Kultur- und Begegnungsstätte, die Ditib-Moschee in Meggen, ist am Freitag, 11. Mai, feierlich eingeweiht worden. Zahlreiche Mitglieder verschiedener Konfessionen, jedoch überwiegend Muslime, hatten sich zum großen Festakt bei bestem Wetter an der Karl-Knoche-Straße in Meggen eingefunden. Auf dem Programm standen neben einer Vielzahl Festansprachen auch eine Führung und das erste Gebet in der frisch eröffneten Mosche.

Der Verein Ditib Lennestadt begrüßte aus dem freudigen Anlass unter anderem Bürgermeister Stefan Hundt, Landrat Frank Beckehoff, Diplomingenieur Philipp Fleper, Ditip-Mitglieder aus Nah und Fern, eine Delegation aus Ankara, das türkische Generalkonsulat Essen, Vereins- und Organisationsvertreter aus Meggen und Umgebung, Polizei, Politiker und Interessierte.
Auch Nedim Kalembasi (zweiter von links) vom Arbeitskreis Integration besuchte die Eröffnungsfeier.
Der offizielle Teil wurde mit der Koranreziation eingeleitet, ehe diverse Redner die Bühne betraten. Diese hielt Imam Hanefi Dursun. Anschließend wandte sich Imam der Ditib in Meggen Yusuf Pali an die Besucher. „Wir danken dem Bürgermeister und allen Ehrenamtlichen aus Meggen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben“, sagte er. Süleyman Ceylan, Vorsitzender der Ditib Lennestadt, nannte diesen Tag den wichtigsten der Vereinsgründung. „Nach harter Arbeit und viel Kraftaufwand ist es endlich soweit, dass wir gemeinsam das Kulturzentrum eröffnen“, sagte er. GlaubensauslebungDas Zentrum diene in erster Linie dem Ausleben des Glaubens und stehe dafür allen Muslimen dieser Welt offen. „Unsere Vision ist es, in dem Staat und dem Gebiet in dem wir leben, der gesamten Bevölkerung zu dienen und einen Beitrag zur Förderung einer Generation, die alle hier lebenden Kulturen respektiert, zu erbringen“, so Ceylan. Ceylan lud Vereine, Institutionen und Organisationen zu gemeinsamer Zusammenarbeit ein.

Abschließend bestellte der Vorsitzende Adem Bolatli auf die Bühne, der federführend für das Projekt zuständig gewesen war. „Nach vielen überwundenen Hürden und intensiver Arbeit freut es mich, die Moschee heute vorstellen zu können“, sagte er. Man sei heute an einem Punkt angekommen, an dem man sagen könne „es ist vollbracht“. Er sprach seinen Dank an die Vereinsmitglieder und gerade an die „geduldigen“ Frauen aus. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Arbeit hat sich gelohnt. Ich wünsche allen ein schönes Kulturfest“, so Bolatli abschließend. Schlichtlose ArchitekturspracheArchitekt Philipp Fleper erinnerte an die Grundsteinlegung vor fast genau drei Jahren. Die Grundsteinlegung sei eine Zwischenetappe gewesen, heute sei das „wohlverdiente“ Ziel erreicht worden. Das Gebäude sei 1600 Quadratmeter groß, symbolisiere durch schlichtlose Architektursprache Offenheit und Transparenz und sei zeitlos und modern gestaltet. „Es bietet neben diversen Gebets- und Gemeinschaftsräumen, auch zwei Ladeneinheiten, eine Imam-Wohnung, einen Toten-Waschraum  und einen Seminarraum“, erläuterte Fleper die Funktionalität des Gebäudes.

Zentraler Punkt sei das zweigeschossige und 160 Quadratmeter große Foyer. Die Moschee sei barrierefrei und mit neuester Technik ausgestattet. Die aus Beton gefertigte Kuppel mit einem Durchmesser von acht Metern und das Minarett mit 80 Zentimetern Durchmesser nannte Fleper eine „handwerkliche Meisterleistung“. Auch er lobte Bolatlis „Vorzeigearbeit“. Fast ausschließlich hiesige Unternehmen hätten an dem Projekt mitgewirkt. Landrat nimmt entgegengestreckte Hand anStellvertretend für den Kreis Olpe überbrachte Landrat Frank Beckehoff Grüße. Es sei ein Signal, heraus aus einem Provisorium gesetzt worden. Es solle das Symbol übermittelt werden, dass Muslime in Lennestadt angekommen und zuhause seien. Die Moschee sei ein Ort des Glaubens, des Kontakte pflegens und des gemeinsamen Miteinanders. Religionsfreiheit in Deutschland sei ein hohes Gut. Der Bau sei ein einfacher aber wichtiger Ausdruck dieser Religionsfreiheit. „Die hiesige Gemeinde ist auf einem guten Weg. Hier entsteht ein zentraler Punkt für Integration“, sagte Beckehoff. „Ich verstehe diesen Tag als eine entgegengestreckte Hand. Ich nehme sie gerne an.“ Deutsche und Türken hätten sich im Kreis Olpe immer gut arrangiert.
Die Mitglieder der Ditib Meggen samt Frauen. Mit auf dem Foto sind Bürgermeister Stefan Hundt (hintere Reihe links), Landrat Frank Beckehoff (hintere Reihe Mitte) und Architekt Philipp Fleper (hintere Reihe, sechster von rechts).
„Es ist ein wunderschönes Gefühl, dabei sein zu dürfen. Ein herrlicher Tag“, sagte Bürgermeister Stefan Hundt. Auch bei der Grundsteinlegung vor drei Jahren sei schönes Wetter gewesen. Bolatli sei bei viel Schweiß und Diskussionen immer fröhlich geblieben. „Und das ist auch heute wieder so. Heute haben wir einen Grund zum Lachen“, so der Bürgermeister.

Die alte Moschee sei den Anforderungen nicht mehr gerecht geworden. Verschiedene Ideen hätte man entwickelt, bis man sich zum etwa 2,2 Millionen schweren Neubau entschieden hätte.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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