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Lennestadt, 06. September 2017

Betriebe helfen einander

Der Tourismus in Lennestadt boomt: Mehr Urlauber im Sauerland

Zeigen sich zufrieden mit den Zahlen der Urlauber in Lennestadt (von links): Andreas Voss, Andrea Remmel und Oliver Mester.
Zeigen sich zufrieden mit den Zahlen der Urlauber in Lennestadt (von links): Andreas Voss, Andrea Remmel und Oliver Mester.
Foto: Christine Schmidt
Lennestadt. Der Tourismus in Lennestadt boomt. Die drei Inhaber der Gastgewerbe - und Gastronomiebetriebe Hotel Voss, Haus Mester und Klaukenhof ziehen eine positive Bilanz für die ersten acht Monate im Jahr 2017, denn: Immer mehr Menschen machen im Sauerland Urlaub und buchen Kurztrips oder Pauschalreisen.

Oliver Mester, Betreiber des Hauses Mester in Oedingen, erklärt: „Der Gastro geht es gar nicht so schlecht, wie alle immer sagen. Wir hatten dieses Jahr so viele Gäste wie schon lange nicht mehr.“ Mindestens 25 Prozent mehr Urlauber verzeichnet der Gastronom in dieser Saison nach eigenen Angaben. Mester vermutet, dass das an den Rückgängen der Türkeiurlauber läge sowie an den überteuerten Preisen für Spanien. Genauso sieht die Lage beim Klaukenhof in Burbecke und dem Hotel Voss in Saalhausen aus. Die meiste Zeit seien die Häuser komplett ausgelastet gewesen, erklären Andrea Remmel vom Klaukenhof und Andreas Voss aus Saalhausen.

Zusammen mit 20 anderen im Gastgewerbe tätigen Betrieben aus Lennestadt werden den Gästen Pauschalangebote gemacht, die Eintrittskarten für das Elspe-Festival und das „Fort Fun Abenteuerland“ bereits beinhalten. Diese Aktion wurde zusammen mit der Stadt Lennestadt ins Leben gerufen. Andrea Remmel erklärt, dass der Tourismus in diesem Jahr besonders gut gelaufen sei. Neben der politischen Lage in manchen Urlaubsländern und der preislichen Entwicklung auf den Kanaren sieht sie einen weiteren Grund für die hohen Gästezahlen: Die Trilogie von „Winnetou“, die das Elspe-Fstivals erstmals seit Jahren wieder aufführt.Status der 70er Jahre abgelegt Auch Oliver Mester ist der Meinung, dass es viele Attraktionen in der Umgebung gibt: Neben den Karl-May-festspielen in Elspe und dem Fort Fun seien das etwa die Stadt Attendorn, die Sauerland Pyramiden in Meggen und der Biggesee. „Viele Einheimische sagen immer: Was willste denn hier? Aber wir haben eine so schöne Gegend und viele gute Sachen“, so Mester. Andrea Remmel fügt hinzu, dass das Sauerland längst nicht mehr den Status aus den 70er Jahren habe, sondern nach außen sehr positive wirke.

Die Gastronomin erzählt auch, wie begeistert ihre Gäste von der Landschaft seien. „Das ist hier wie Urlaub, die Leute können hier abschalten.“ Remmel erzählt, dass die Touristen förmlich an den Scheiben vom Bus klebten, wenn sie ihnen die Umgebung zeigt. „Hätten wir gewusst, dass wir die Berge so nah vor der Haustür haben, hätten wir nicht immer nach Österreich fahren müssen“, würden Urlauber ihr immer mal wieder sagen. „Fakt ist“, so die Betreiberin des Klaukenhofs, „die Urlauber sehen das Sauerland danach aus einem anderen Blickwinkel und kommen oft mit anderen Gruppen zum Urlaub machen wieder.“ „Konkurrenzdenken ist nicht mehr" Hotelbetreiber Andreas Voss erklärt, dass das Sauerland mittlerweile eine bessere Wirkung nach außen als nach innen habe. Um diese Wirkung auch innerhalb der Dörfer zu stärken, müsse man in der Gastronomie zusammenarbeiten und bereit sein, etwas zu verändern. „Konkurrenzdenken ist nicht mehr. Gegenseitig helfen ist angesagt“, sagt Oliver Mester. Und so funktioniert die Zusammenarbeit: Wenn die Zimmer in dem einem Haus voll sind, werden Urlauber eben auf die Partner verteilt – nach dem Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“. „Gastronomie gibt Qualität“, so Voss. Erst wenn ein Gastronomiebetrieb nicht mehr existiere, sei das Gejammer groß.

Mester fügt hinzu, dass alle von der hohen Urlauberzahl profitieren. „Auch anderen Läden kommt das zugute. Alles hängt zusammen, und alle haben etwas davon.“ Manchmal müsse aber auch investiert werden, sind sich die Gastronomen einig. Auch das „Staubimage“ mancher Häuser sollte überdacht werden und auf neue Dinge wie zum Beispiel die Digitalisierung müsse reagiert werden. Für Andrea Remmel, Oliver Mester und Andreas Voss steht jedenfalls fest: „Wir sind bereit, etwas zu verändern.“
Ein Artikel von Christine Schmidt

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