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Lennestadt, 09. Juni 2017

Vögelin Rosalie streckt nach drei Stunden ihre pinken Federn

Der Queens-Club in Halberbracht hat eine neue Königin

Der Queens-Club Halberbracht mit seiner Rosalie in der Mitte: Kurz danach begann das Vögelinnen-Schießen.
Der Queens-Club Halberbracht mit seiner Rosalie in der Mitte: Kurz danach begann das Vögelinnen-Schießen.
Foto: Kerstin Sauer
Halberbracht. Eins muss man ihr lassen: Rosalie hat weitaus mehr Durchhaltevermögen bewiesen als die meisten ihrer männlichen Vogel-Kollegen. Tapfer hielt sie dem Beschuss der rund 30 Halberbrachter Damen statt, bevor sie nach drei Stunden die pinken Federn streckte und – ohne Frage anmutig und elegant – Richtung Boden segelte. Der Queens-Club aus Halberbracht hat eine neue „Queen Be“.

Vier Jahre ist es her, dass beim Halberbrachter Schützenfest einige Frauen an der Schießbude einen Plan schmiedeten: Wir gründen einen Queens-Club mit einem eigenen Vogelschießen. „Nicht als Gegenveranstaltung zum eigentlichen Schützenfest, sondern als Einstimmung“, wie Andrea Alfes, Vorsitzende der Queens, betont.
Celine Becker (r.) mit ihrer Vorgängerin, der "Queen Was" Melanie Müller.
Was mit einer Handvoll Damen begann, entwickelte sich schnell zu einer beliebten und vor allem lustigen Tradition. Der Ablauf folgt Jahr für Jahr demselben Muster: Am Donnerstag vor dem Halberbrachter Schützenfest treffen sich die inzwischen rund 30 Damen des Queens-Clubs am Lädchen im Ort und gehen gemeinsam zur aktuellen Königin, der „Queen Be“.

Nach einem kleinen Umtrunk und einem Gruppenfoto am Ehrenmal zieht die Truppe den Berg hinauf zum Halberbrachter Sportplatz, wo das „Vögelinnen-Schießen“ auf Rosalie beginnt. Rosalie ist es auch, die eigentlich im Mittelpunkt der Veranstaltung steht. Während ihre männlichen Vogel-Kollegen traditionell in einen Kugelfang geschraubt werden, darf Rosalie mit ihren pinken Federn, ihrer Perlenkette, dem Krönchen und den silbernen Pumps frische Halberbrachter Luft schnuppern: Mit 20 Bändern ist sie an einem Eisenring befestigt, unterbrochen von einem Schieß-Stern, den die Queens mit dem Luftgewehr treffen müssen.
Elegant hängt Rosalie an ihren 20 Bändern.
Nach und nach werden so alle Bänder durchtrennt, bis Rosalie auch den letzten Halt verliert und zu Boden flattert - gebremst allerdings durch ein Sicherungsseil. Wichtig: Auch im Moment ihrer Niederlage sitzen die flauschigen Schwanz-Federn noch 100-prozentig, ebenso wie die Wimperntusche und der pinke Lippenstift. Eine Vogel-Dame, wie sie im Buche steht.

Natürlich gibt es auch Insignien. Auf die hatten es die Queens am Donnerstag, 8. Juni, besonders abgesehen: So fiel schon nach dem ersten Schuss der Glitzer-Nagellack, dicht gefolgt vom Zehen-Spreizer und den Glitzer-Haarspangen. Nur Rosalie hielt sich wacker: Erst nach drei Stunden traf die 26-jährige Celine Becker den letzten Stern und durchtrennte so das letzte Band, das Rosalie bis dato in den Lüften gehalten hatte. Der Jubel bei den Queens war groß: Ein Jahr lang schwingt nun Celine Becker das Zepter des Queens-Clubs. Natürlich ein Zepter in pink.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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