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Lennestadt, Altenhundem, 27. Mai 2015

Zahlreiche Gäste feiern 125-jähriges Jubiläum mit einem Festakt

Caritative Pionierarbeit im St.-Josefs-Hospital

Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende des Verwaltungsrates, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Festrednerin Schwester Mediatrix Nies.
Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende des Verwaltungsrates, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Festrednerin Schwester Mediatrix Nies.
Foto: Kerstin Sauer
So viele bekannte Gesichter hat die Cafeteria des St.-Josefs-Hospitals Lennestadt selten gesehen: Zahlreiche Gäste aus Politik, Krankenhaus und Kirche waren am Mittwoch, 27. Mai 2015 gekommen, um zum 125-jährigen Jubiläum des Krankenhauses zu gratulieren.

Nach einer Festmesse, zelebriert von Weihbischof Matthias König, versammelten sich die Gäste in der festlich geschmückten Cafeteria. Dort begrüßte Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende des Verwaltungsrates der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH, die Besucher: „Das ist ein besonderes Fest mit vielen besonderen Gästen“, sagte sie mit Blick auf die voll besetzten Stuhlreihen. Grund zu feiern Doch schließlich habe man auch einen guten Grund zu feiern: „125 Jahre sind eine beachtlich lange Zeit der Behandlung und Pflege von Menschen – vor allem mit Blick auf die Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft.“

Genau am Mittwoch vor 125 Jahren, am 27. Mai 1890, nahmen vier Franziskanerinnen und ein Arzt die Arbeit im St.-Josefs-Hospital auf und legten den Grundstein für die folgenden Jahre. Damals, so Dr. Bettina Wolf, habe es zehn Betten für Männer und sechs für Frauen gegeben – insgesamt habe man im ersten Jahr sage und schreibe 27 Patienten stationär behandelt.

Kein Vergleich mit heute: Pro Jahr werden rund 7000 Patienten stationär, 13.500 ambulant behandelt. 371 Mitarbeiter füllen das Josefs-Hospital mit Leben und Fürsorge und sind ein wichtiges Standbein der Katholischen Hospitalgesellschaft. Caritative Pionierarbeit Auch Landrat Frank Beckehoff gratulierte zum Jubiläum und zitierte Pastor Franz-Josef Feldhagen, der in der Jubiläumsschrift zum 100. Geburtstag geschrieben hatte: „In Altenhundem wurde caritative Pionierarbeit geleistet.“ Alle Mitarbeiter, damals wie heute, hätten mit hoher Professionalität dazu beigetragen, dass in Lennestadt und Umgebung eine gute Versorgung gewährleistet werden konnte. Beckehoff: „Danke für 125 Jahre Dienst am Menschen. Danke für 125 Jahre Pflege und Betreuung von Patienten. Und Danke für 125 Jahre Nächstenliebe und Beistand. Wir können froh sein, dieses Krankenhaus im Kreis Olpe zu haben.“

Von „bescheidenen Anfängen, die sich zu einem modernen und ansprechenden Gebäude entwickelt haben“, sprach Bürgermeister Stefan Hundt. Seinen guten Ruf verdanke es der hervorragenden Arbeit der Ärzte, Pfleger, Schwestern und aller Mitarbeiter. Hundt: „Ihnen gilt mein besonderer Dank.“ Festrede Als einen „Höhepunkt des Nachmittags“ bezeichnet Dr. Bettina Wolf die Festrede von Schwester Mediatrix Nies. Das Thema: „Der Mensch im Medizinbetrieb – früher und heute.“ Wobei sie sich besonders gerne an die Anfänge erinnerte, war sie selbst doch in den 50er- und 60er-Jahren im Pflegedienst tätig. „Der Tagessatz damals lag bei 1,25 Mark am Tag“, sagte sie schmunzelnd.
Hielt die kurzweilige Festrede: Schwester Mediatrix Nies.
Bei einem Querschnitt durch die Zeit streifte sie die beiden Weltkriege, die „den Fortschritt in der Pflegearbeit bremsten“, und verwies auf Untersuchungen, mit denen man oft ganze Vormittage mit einem Patienten beschäftigt war. „Dafür hatten wir dabei aber viel Zeit zum Reden und Zuhören.“ Immer hätten die Schwestern ein kleines Gebetbuch in der Hand gehabt – „ da war für jede Situation immer ein passendes Gebet dabei.“

Heute hingegen werde der Patient immer mehr als Kunde angesehen, der eine Dienstleistung in Anspruch nehme. „Die Erwartungen der pflegebedürftigen Menschen steigen.“ Aber: Wo bleibe dabei die Zeit für Zuwendung? Schwester Mediatrix Nies: „Die Zeit für den Patienten ist knapp bemessen. Früher war die Pflege intuitiv und spontan, heute ist alles genau geplant und vorgegeben.“ Würdiger Abschied Nicht unproblematisch sehe sie auch die medizinische Behandlung der Patienten: „Immer öfter werden neueste Behandlungen und Medikamente ausprobiert – aber wichtig ist doch vor allem, den Menschen einen würdigen Abschied aus diesem Leben zu ermöglichen.“ Der Dank der Rednerin galt in erster Linie den Mitarbeitern des St.-Josefs-Hospitals: „Behalten Sie einen offenen Blick für ihre Patienten.“

Bei einem kleinen Imbiss und netten Gespräch ließen die Gäste den Tag ausklingen.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

Bildergalerie: Caritative Pionierarbeit im St.-Josefs-Hospital