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Lennestadt, 15. Dezember 2017

Glasfaseranschluss beseitigt Nadelöhr

Bildung 4.0 am Gymnasium Maria Königin

Ein ausgebildeter Medienscout bei der Arbeit mit einer Schülerin und einem Schüler aus der Unterstufe.
Ein ausgebildeter Medienscout bei der Arbeit mit einer Schülerin und einem Schüler aus der Unterstufe.
Foto: privat
Altenhundem. Bereits im März begannen die Planungen für einen symmetrischen Glasfaseranschluss am Gymnasium Maria Königin. Seit dem 20. November verbindet dieser Anschluss das stetig gewachsene Netzwerk der Schule mit dem Wide Area Network und damit mit dem weltweiten Internet.

Die Finanzierung dieses „Großprojektes“ konnte letztendlich durch das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ sichergestellt werden. So wurde von der Telekom eine etwa ein Kilometer lange Verbindung von der Straße bis zum Gebäude der Schule durch ein Tiefbauunternehmen geschaffen. Anschließend wurde innerhalb des Gebäudes die notwendige Verbindung zum bestehenden Schulnetz ergänzt.

Dabei handelt es sich bei diesem Glasfaseranschluss im Gesamtkonzept nur um einen kleinen, wenn auch entscheidenden Schritt. Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht bringt ein immer größeres Datenaufkommen mit sich. Wichtig ist, dass Technik und Konzepte sich im Gleichschritt befinden, um die große Aufgabe der Digitalisierung am Gymnasium Maria Königin zu bewältigen. Interne und externe FortbildungenDies geschieht unter anderem durch den Arbeitskreis Medien und eine Steuerungsgruppe, die die Ziele der Digitalisierung formuliert und die Umsetzung initiiert. Dazu sind viele interne und externe Fortbildungen sowie ein intensiver Austausch im Netzwerk Digitale Schulen Siegen-Wittgenstein sehr hilfreich. In diesem Netzwerk sind neben Vertretern der Schulen auch Universitätsmitarbeiter, Fachleiter im Fach Informatik sowie mehrere Informatiklehrer vertreten.

Inhaltlich orientiert sich die Arbeit am Gymnasium Maria Königin am Medienpass NRW. Bereits im Jahr 2009 wurde so mit Unterstützung des Arbeitskreises Medien ein erstes Medienkonzept entwickelt. Diese Inhalte wurden in den Lehrplänen aller Fächer verankert. Da für die im Schuljahr 2018/19 in NRW startenden Fünftklässler der in Anlehnung an den Medienpass NRW entstandene neue Kompetenzrahmen Medien verpflichtend sein wird, können die bereits gewonnen Erfahrungen gewinnbringend eingesetzt werden.

Um gerade in der Oberstufe Inhalte im Internet gezielt finden, diese in digitaler Form aufbereiten und anschließend entsprechend archivieren zu können, wurde der Stufentag in der Jahrgangsstufe 10 (Einführungsphase für die gymnasiale Oberstufe) entsprechend ergänzt. Klassenräume zunehmend digitalisiertFast alle Klassenräume wurden bereits in den letzten Jahren mit Unterstützung des Ehemaligenvereins und des Fördervereins mit Beamer oder Smartboard sowie PC ausgestattet. So können digitale Medien zu jeder Zeit und ohne weiteren Aufwand genutzt werden. Eine entsprechende Vernetzung und ein flächendeckendes WLAN ergänzen diese Ausstattung.

In den Fachräumen befinden sich zusätzlich Dokumentenkameras, die den Tageslichtprojektor nicht nur ersetzen, sondern seine Funktionen deutlich erweitern. Die Anzahl der Informatikräume wurde auf drei erhöht, denn durch den Informatik-Fachunterricht in den vielen Kursen der Mittel- und Oberstufe sowie die Junior-Ingenieur-Akademie (Jahrgangsstufen 8 und 9; unterstützt durch die Deutsche Telekom Stiftung) ist der Bedarf deutlich gestiegen.

Als Bindeglied zwischen Schule und Zuhause fungiert am Gymnasium Maria Königin seit 2013 die Lernplattform Xmood, die eine Kommunikation sowie einen Austausch von Unterrichtsmaterialien im geschützten Bereich ermöglicht. Jeder Schüler sowie Lehrer der Schule hat einen passwortgeschützten Zugang und kann sich über das Internet anmelden, um Materialien, Termine, Vertretungspläne oder Nachrichten abzurufen. Dies ermöglicht es, während der Schulzeit gesammelte Informationen zu strukturieren und bis zum Abitur gezielt abzurufen.
Neue TabletsAußerdem ist die Anschaffung von Tablets für Lerngruppen für das nächste Jahr geplant. Für die Zukunft stehen also viele weitere Themen und Anschaffungen auf dem Programm. Dabei soll aber die Digitalisierung auch am Gymnasium Maria Königin immer unter dem Primat der Pädagogik stehen – und kein Selbstzweck sein. Es gilt aber: Nur wenn die Schülerinnen und Schüler den Einsatz digitaler Medien und den Umgang damit erlernen, finden sie sich auch in der Zukunft und im Berufsleben zurecht.

Damit auch die damit verbundenen Gefahren nicht unberücksichtigt bleiben, haben in diesem Schuljahr Medienscouts sowie Beratungslehrer Medien am Gymnasium Maria Königin ihre Arbeit aufgenommen. Ziel des Projektes „Medienscouts“, welches durch die Landesanstalt für Medien NRW initiiert wurde und welches in Zusammenarbeit mit dem Kreis Olpe auch für das Gymnasium Maria Königin ermöglicht wurde, ist es, notwendige Strukturen in der Schule und auch im Kreis zu schaffen, um dem Potential, aber auch den Gefahren, welche digitale Medien in der heutigen Zeit bereithalten, gewachsen zu sein. Dabei ist ein großer Vorteil der Medienscouts, dass sie ihre Mitschüler auf Augenhöhe beraten können und im Bedarfsfall von den Beratungslehrern unterstützt werden.

Am Tag der offenen Tür am 13. Januar 2018 können sich alle Interessierten ab 9 Uhr selbst einen Eindruck vom aktuellen Stand der Umsetzung der Digitalisierung am Gymnasium Maria Königin verschaffen. 
Schüler bei der Arbeit mit den neuen Laptops im frisch renovierten Physiksaal.
(LP)

Bildergalerie: Bildung 4.0 am Gymnasium Maria Königin