Nachrichten Dies und das
Lennestadt, Lennestadt-Kirchveischede, 6. September 2015

600 Besucher beim 13. „Rockade Festiwoll" / „Marathonmann" und „Honningbarna" räumen ab

Beste Stimmung trotz schlechten Wetters

Fotos: Nils Dinkel
Spätestens als gegen 22 Uhr die vier Münchener Musiker der Band „Marathonmann“ auf die Bühne traten, waren die rund 600 Besucher des „Rockade Festiwolls“ endgültig nicht mehr zu halten. Den ganzen Samstag hatten die Freunde harter Klänge Regen, Kälte und Matsch getrotzt und jede der bis dahin sieben Bands, die aufgetreten waren, abgefeiert. Dann gaben die Festivalbesucher nochmal alles – gemeinsam mit dem mit Spannung erwarteten Headliner.

Ungewöhnlich: Das Quartett von „Marathonmann“ rief zur "Wall of Love" auf: Das Publikum sollte sich in die Arme nehmen und tanzen. Es war ein kleiner Kontrapunkt zu den sonstigen Bewegungen der Zuhörer, die zu Songs wie "Onkalo" oder "Holzschwert" auch Pogo tanzten und mitsangen. Die Post-Hardcore Band, die es längst zu bundesweiter Bekanntheit gebracht hat, lobte das kleine Festival in Kirchveischede – und betonte, dass eben nicht immer die Größe eines Festivals ausschlaggebend sei. Die Münchner müssen es wissen, immerhin spielten „Marathonmann“ in diesem Jahr unter anderem bereits auf dem „Chiemsee“- und dem „Open Flair“-Festival. Exzessiv, fetzig und mit Cello Einen ganz starken Auftritt hatte zuvor „Honningbarna“ aus Kristiansand (Norwegen) abgeliefert. Diese suchten den Weg zur Bühne durch die Fans und über den Wellenbrecher hinweg. „Honningbarna“ drückten das Gaspedal mit Gewalt durch, und insbesondere Frontmann Edvard Valberg zog das Publikum in den Bann mit seiner exzessiven Performance an Mikro und Cello. Fabian Baßenhoff, der sich um das Booking des „Rockade Festiwolls“ kümmert, war sichtlich begeistert: „Die fetzen richtig!"
Marathonmann.
Einfach wie primitiv waren die Bühnenshow und die Songs (unter anderem "Lecka Lecka" oder "Yeah Yeah") der Wendener Band „Fubahema“. Vielleicht war es gerade das, was die Zuschauer zum Mitgröhlen und zum Pogo animierte. Die Band selbst nennt ihre Musikrichtung "Fèkalrock-Deluxe", was es wohl recht gut bei Brüllmusik bei mehr oder weniger sinnvollen Texten trifft. Außerdem traten „Abramowicz“ aus Hamburg, „The Tips“ aus Düsseldorf, „Holz“ aus Kassel sowie die beiden heimischen Formationen „Los Potatoes“ aus Olpe und „Frozen Acid“ aus Lennestadt auf. Den Schlusspunkt nach „Marathonmann“ setzten „The Rogues from County Hell“ aus Siegen mit tanzbarem Irish Folk Punk.

Trotz des anhaltenden Regens waren die Besucher bester Laune – auch durchnässt und von Matsch gezeichnet. Wer keinen Schirm oder ein Regencape dabei hatte, aber halbwegs trocken bleiben wollte, hatte aus einem der Zelte besten Blick auf die Bühne. Neben Speisen vom Grill gab es auch vegetarische Gerichte wie zum Beispiel vegetarischen Döner. In diesem Jahr gab es auf dem Festivalgelände – passend zum Wetter – erstmals einen Glühweinstand. Regen hält einige Besucher fern David Henkel vom Kulturkartell lobte das feierfreudige Publikum: „Die haben eine Riesenausdauer, obwohl die meisten sind pitschnass sind." Generell hätten die Organisatoren des Festivals mit mehr Zuhörern gerechnet. Das Wetter habe den Erwartungen aber ein Stück weit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Henkel dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die auch das mittlerweile 13. „Rockade Festiwoll“ nicht möglich gewesen wäre. Die Veranstaltung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.
Ein Artikel von Nils Dinkel

Bildergalerie: Beste Stimmung trotz schlechten Wetters