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Lennestadt, 27.06.2021

Grundschule Elspe und GymSL kooperieren

„Balu und Du“: Freunde und Weggefährten an zwei Lennestädter Schulen

Seit einem Jahr besteht die Kooperation zwischen Grundschule Elspe und GymSL. Die Beteiligten blickten zurück - und sind vom Programm „Balu und Du“ absolut überzeugt: (hinten v.l.) Birgitta Pieters, Silke Meier, Caroline Rosensprung und Rebecca Friesekothen. Und auch die Schülerinnen Joelle Hömberg und Katharina Schulz (vorne v.l.) hatten mit ihren Moglis eine tolle Zeit.
Seit einem Jahr besteht die Kooperation zwischen Grundschule Elspe und GymSL. Die Beteiligten blickten zurück - und sind vom Programm „Balu und Du“ absolut überzeugt: (hinten v.l.) Birgitta Pieters, Silke Meier, Caroline Rosensprung und Rebecca Friesekothen. Und auch die Schülerinnen Joelle Hömberg und Katharina Schulz (vorne v.l.) hatten mit ihren Moglis eine tolle Zeit.
Kerstin Sauer
Elspe. „Guck mal, ich habe einen Wackelzahn!“ Stolz zeigt Evelyn (10) der 17-jährigen Katharina ihre Zähne und strahlt sie an. Die beiden verstehen sich prima, lachen viel und verbringen gerne Zeit miteinander. Schwestern? Nein, die beiden kennen sich erst ein paar Monate: Katharina ist der Balu – und Evelyn ihr Mogli.

Die Grundschülerin aus Elspe und die Gymnasiastin aus Altenhundem machen beide beim Mentoren-Programm „Balu und du“ mit. Grundgedanke ist, dass Mentoren (Balus) ein Jahr lang die individuelle Patenschaft für ein Grundschulkind (Moglis) übernehmen: Die beiden verbringen Zeit miteinander, spielen, basteln, bummeln – und lernen voneinander. Wie die beiden Freunde aus dem „Dschungelbuch“: Der große Balu kümmert sich um den kleinen Mogli, passt auf ihn auf und zeigt ihm, wie er im Dschungel zurecht kommt.

Ein tolles Team: „Mogli“ Evelyn (l.) und ihr „Balu“ Katharina.

In einem Bericht hatte Rebecca Friesekothen, Leiterin der Grundschule Elspe, von dem bundesweiten Programm erfahren – und war sofort begeistert. Bei der Suche nach einem Partner für das Projekt wandte sie sich an Silke Meier, Lehrerin u.a. für Pädagogik am Gymnasium der Stadt Lennestadt.

Der Schüler im Mittelpunkt - und nicht seine Leistungen

Und stieß bei ihr auf offene Ohren: „Bei diesem Projekt stehen die Grundschüler im Mittelpunkt. Es geht nicht um schulische Leistungen, vielmehr werden die Kinder gesehen, wie sie sind. Gleichzeitig haben die älteren Schüler die Chance, pädagogisch zu arbeiten und erste Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Silke Meier. Rebecca Friesekothen stimmt zu: „Die Leistung des Kindes steht nicht im Mittelpunkt, aber es wird viel für das Kind geleistet.“

Also schlossen die Grundschule Elspe und das GymSL eine Kooperation – übrigens die erste dieser Art im Kreis Olpe – und brachten das Projekt im Sommer 2020 auf den Weg. Mit im Boot, u.a. als organisatorischer Unterstützer, ist außerdem Caritas AufWind.

Warteliste

Bei einer Abfrage unter den Pädagogik-Schülern der Q1 meldeten sich 14 Mädchen, die bei „Balu und Du“ mitmachen wollten. Gleichzeitig bekundeten an der Elsper Grundschule 16 Familien mit Kindern aus allen vier Jahrgangsstufen ihr Interesse an dem Mentoren-Programm, so dass zwei Kinder sogar auf eine Warteliste gesetzt wurden.


Dabei, so erklärt Caroline Rosensprung, sozialpädagogische Fachkraft an der Elsper Grundschule, sei bei den Familien nicht der Wunsch nach einem „Babysitter“ ausschlaggebend gewesen. Im Gegenteil: „Es geht nicht ums Aufpassen oder um eine Betreuung bei den Hausaufgaben. Das Zusammensein der Balus und der Moglis ist für beide Seiten bereichernd.“

Beim ersten Treffen gestalten Balu und Mogli gemeinsam dieses Bild. Diese hier wurde von Evelyn und Katharina ausgemalt und mit Wörtern gefüllt.

Das können Katharina Schulz (17) und Joelle Hömberg (18) nur bestätigen: Die beiden Schülerinnen hatten als „Balus“ ein Jahr lang die Verantwortung für ihren persönlichen „Mogli“ – und blicken auf tolle, wenn auch durch Corona nicht immer einfache Monate zurück.

„Ich verbringe gerne Zeit mit Evelyn“, erzählt Katharina und berichtet von den gemeinsamen Stunden einmal in der Woche: „Wir haben zum Beispiel zusammen ein Geschenk für ihre Freundin ausgesucht. Und weil Evelyn gerne zeichnet, haben wir zusammen ein T-Shirt bemalt.“ Über die Monate habe sich eine starke Bindung zueinander aufgebaut, weiß Katharina: „Ich glaube, ich bin für Evelyn eine wichtige Vertrauensperson.“

Im Berufswunsch bestärkt

Doch nicht nur die Zehnjährige hat von dem Zusammensein profitiert, erklärt die Gymnasiastin: „Ich hatte vorher schon den Gedanken, später mal in den pädagogischen Bereich zu gehen. Das Projekt hat mich in dem Wunsch noch bestärkt.“


„Auf einer Wellenlänge“ waren auch Joelle und Eva: Beide lieben Tieren und sind gerne draußen. „Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können“, schwärmt die 18-Jährige, die sich auch mit den Eltern sofort blendend verstand.

Kreativ in Zeiten des Lockdowns

Vor allem in den Monaten des Lockdowns, davon ist sie überzeugt, habe das Projekt den Grundschülern geholfen: „Es gab keine Schule, keine Hobbys, keine Kontakte. Da waren unsere Treffen einmal in der Woche besonders wichtig.“ Und wenn man sich nicht sehen durfte, überlegten sich die 14 Balus besondere Aktionen für ihre Moglis: packten Päckchen, schrieben Briefe oder schickten Videobotschaften. „Die Schülerinnen waren unglaublich kreativ“, lobt Lehrerin Silke Meier.

Ihre Erfahrungen haben die Oberstufenschülerinnen in Tagebucheinträgen festgehalten: Was haben wir erlebt? Wie hat sich das Mogli entwickelt? Wie hat sich unsere Beziehung verändert? Diese Einträge wurden in einer Abschlussmappe gesammelt und von den Lehrkräften kontrolliert. Hinzu kamen regelmäßige Begleittreffen und Schulungen für die Balus im GymSL, um die Partnerschaft zu reflektieren und für mögliche Probleme Lösungen zu finden.

Alle Beteiligten sind begeistert

Alle am Projekt Beteiligten loben die gute Zusammenarbeit und die tolle Entwicklung der Schüler. So sieht Birgitta Pieters, Leiterin des GymSL, das Programm „Balu und Du“ als einen „anderen Weg der Berufsorientierung“. Und Sarah Klein, Sozialarbeiterin bei Caritas AufWind, betont: „Es macht Spaß, die persönlichen und gemeinsamen Entwicklungen der Moglis und der Balus zu sehen.“ Die verschiedenen Entwicklungen – so wie die Kooperation an den beiden Lennestädter Schulen – machten das Projekt „bunt, einzigartig und vielfältig.“


Mit dem Schuljahr endet für Katharina, Evelyn, Joelle und Eva das Projekt. Doch die beiden Gymnasiastinnen sind sich einig: „Das ist kein Abschied. In diesem Projekt steckt man mit dem Herzen drin. Wir wollen den Kontakt auf jeden Fall halten.“

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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