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Lennestadt, 18.11.2021

Ein Interview

30 Jahre St.-Elisabeth-Hospiz: Intensive Begleitung bis zum Tod

Begleitung bis zum Tod: Seit 30 Jahren nimmt das St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem kranke und sterbende Menschen auf, die Mitarbeiter stehend ihnen auf ihrem letzten Lebensweg zur Seite.
Begleitung bis zum Tod: Seit 30 Jahren nimmt das St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem kranke und sterbende Menschen auf, die Mitarbeiter stehend ihnen auf ihrem letzten Lebensweg zur Seite.
Lennestadt. Im November 1991 wurde das stationäre St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem eröffnet. Wo die ambulanten Möglichkeiten nicht ausreichen, kein tragfähiges familiäres System besteht, die Familie überfordert ist oder Sterbende sich in einem seelischen Ausnahmezustand befinden, werden sie vorübergehend oder bis zu ihrem Tod hier aufgenommen. In diesen 30 Jahren wurden weit mehr als 1.000 Gäste auf ihrem letzten Weg begleitet. Leiterin Monika Kramer und der Vorsitzende des Trägervereins „Hospiz zur Heiligen Elisabeth“, Pfarrer Heinrich Schmidt, blicken zurück.

Das Elisabeth-Hospiz war 1991 eines der ersten Hospize in Deutschland. Was hat sich seitdem verändert?

Pfarrer Schmidt: Wir waren 1991 eines der ersten fünf Hospize in Deutschland und das erste Hospiz im ländlichen Bereich. Durch den demographischen Wandel und die sich verändernden familiären Strukturen ist der Bedarf an Hospizversorgung gestiegen. Hospize sind Orte, an denen Schwerkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg palliativmedizinische Behandlung und Pflege erhalten, sie sollen durch eine zugewandte Begleitung in Würde vom Leben Abschied nehmen können.


Die Hospizbewegung ist nicht unbeteiligt daran, dass sich innerhalb der letzten 30 Jahre ein Wandel in der Einstellung vieler Menschen zu Tod und Sterben vollzogen hat. Ein menschenwürdiges Sterben, eine humane Sterbebegleitung und eine Kultur des Trauerns haben sich entwickelt. Es ist ein neues Verhältnis zum Tod und zum Sterben entstanden.

Hospiz-Leiterin Monika Kramer und Pfarrer Heinrich Schmidt werfen in einem Interview einen Blick auf die vergangenen 30 Jahre des St.-Elisabeth-Hospizes und sprechen von den Herausforderungen der Zukunft.

Was macht das Hospiz aus? Was macht es zu etwas Besonderem?


Monika Kramer: Es ist die Solidarität mit den Schwachen am Lebensende. Im Mittelpunkt steht der unheilbar kranke und sterbende Mensch als Einheit aus Körper, Geist und Seele. Jeder Mensch ist einzigartig im Erleben seiner Erkrankung und drückt dies daher in individuellen Bedürfnissen aus. Diese Einzigartigkeit und seine Würde werden im Leben und über den Tod hinaus geachtet. Dabei erlebt jeder Mensch bei uns die gleiche respektvolle Zuwendung, unabhängig von seiner Herkunft, seinem Glauben, seiner Weltanschauung und seiner sozialen und gesellschaftlichen Stellung sowie seinen finanziellen Möglichkeiten.

Mehr Kapazitäten durch geplante Erweiterung

Wie kann man zu Ihnen kommen?

Monika Kramer: Bei uns finden Menschen Aufnahme, die an einer fortgeschrittenen, lebensbegrenzenden Erkrankung leiden, unheilbar erkrankt sind und deren Lebenszeit begrenzt ist. Anmelden kann jeder, der sich um eine erkrankte Person kümmert und auch die betreffende Person selbst. Es reicht ein Anruf oder persönlicher Besuch bei der Hospizleitung. Die Wartezeit ist sehr unterschiedlich und ist abhängig von der Warteliste.


Pfarrer Schmidt: Unsere Anfrage- und Warteliste macht den gestiegenen Bedarf an Hospizbetten deutlich. Durch die geplante Erweiterung können wir demnächst neun anstatt bisher sechs Schwerstkranke aufnehmen. Es werden zwei Familienzimmer und ein Angehörigenzimmer entstehen, in denen die Angehörigen dauerhaft bei ihren Kranken bleiben können.

Großer Rückhalt bei den Menschen im Kreis Olpe

Wie finanziert sich das Hospiz?

Pfarrer Schmidt: Bei einem Hospizaufenthalt werden 95 Prozent des von den Kostenträgern anerkannten Tagessatzes anteilig refinanziert durch die Pflegekasse und die jeweilige Krankenkasse. Die restlichen fünf Prozent muss das St.-Elisabeth Hospiz an Eigenmitteln einbringen. Dies sind jährlich durchschnittlich 200.000 bis 250.000 Euro. Dass uns dies in den vergangenen 30 Jahren immer gelungen ist, ist dem großen Rückhalt in der Bevölkerung des Kreises Olpe und der großen Spendenbereitschaft der Menschen zu verdanken.

Wie gehen die Mitarbeiter mit der ständigen Präsenz von Leid, Sterben und Tod um?

Monika Kramer: Es ist immer wieder notwendig, dass Pflegende und andere Personen in der Sterbebegleitung ebenfalls Unterstützung erfahren. Dies geschieht z.B. durch Gesprächs- und Supervisions-Angebote, Fort- und Weiterbildungsangebote. Die Wurzeln und damit die Quelle der Hospizarbeit speisen sich vor allem aus dem Wissen um die Situation Sterbender und ihrer Angehörigen, der Nähe sowohl zu diesen Menschen sowie der Dankbarkeit der Familien. Dadurch ist wertschätzende und hilfreiche Begleitungsarbeit möglich und es kommt zu einer spirituellen Bereicherung auf beiden Seiten.

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Nach der Gründung des Trägervereins Hospiz zur Heiligen Elisabeth (heute 630 Mitglieder) wurde das Hospiz am 24. November 1991 in der obersten Etage des alten Krankenhauses eröffnet. Später zog das Hospiz in die obere Etage des Seniorenheims Josefinum um.

Bis heute fanden dort ca. 1.430 Gäste Aufnahme. Der älteste Gast war 102 Jahre und der jüngste Gast 17 Jahre alt. Konfession und Herkunft spielen bei Aufnahme und Aufenthalt keine Rolle.

Zum Team gehören 15 examinierten Pflegekräfte, mehrere Festangestellte und ehrenamtlichen Helfer/innen des St.-Elisabeth-Hospizdienstes. Von außerhalb kommen Ärzte, Seelsorger, Physio- und Psychotherapeuten etc. dazu.

Derzeit gibt es in Deutschland 250 stationäre Hospize für Erwachsene, 18 stationäre Hospize für Kinder und Jugendliche, ca. 340 Palliativstationen und ca. 1.500 ambulante Hospizdienste.

Jeder, der das Elisabeth-Hospiz dauerhaft unterstützen möchte, kann dies durch einen Beitritt zum Verein tun. Der jährliche Mindestbeitrag beträgt 15 Euro. Beitritt über die Homepage (siehe Link), per E-Mail an info@st-elisabeth-hospiz.de oder telefonisch im Hospizbüro unter Tel. 02723/606 4402.

(LP)

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