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Kreis Olpe, 31. Dezember 2017

Feuerwehr und Polizei erbitten sich mehr Respekt

Zusammenarbeit steht auf der Wunschliste für 2018 ganz oben

Zusammenarbeit steht auf der Wunschliste für 2018 ganz oben
Symbolfoto: LP
Kreis Olpe. „Prosit Neujahr“, „Gesundes neues Jahr“, „Frohes neues Jahr“ oder knapper: „Gutes Neues“. – Wünsche zum neuen Jahr sind üblich, auch wenn die die Formeln regional unterscheiden, wie die Uni Augsburg ermittelt und auf einer Karte festgehalten hat. Immer geht es um etwas, das sich jemand selbst oder seinen Mitmenschen für das neue Jahr wünscht. LokalPlus fragte mal andersrum. Wir wollten von Verantwortlichen aus verschiedenen öffentlichen Bereichen wissen: Was wünschen sie sich von ihrem Gegenüber für 2018?

Dabei geht es vielfach darum, gemeinsam Ziele zu verfolgen oder Projekte weiter zu verfolgen. Kooperation hat einen hohen Stellenwert.

Tatjana Schefers, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins Olpe, äußert entsprechende Wünsche an ihre Mitglieder: „Für das Jahr 2018 wünsche ich mir vom meinen Mitgliedern eine weiterhin angenehme Zusammenarbeit, das Äußern von Wünschen, Kritik und Anregungen sowie eine gemeinsame Weiterentwicklung des Auftritts und der Angebote unserer schönen Kreisstadt Olpe. Ich wünsche mir außerdem, dass das Büro von Olpe Aktiv weiterhin als Anlaufpunkt für diverse Anliegen, als Ort des Austausches und der Beratung genutzt wird. Der Stadtmarketingverein Olpe Aktiv lebt durch das Engagement und die Aktivitäten seiner Mitglieder, nur gemeinsam können wir die Zukunft Olpes gestalten.“ Patienten sollen Verständnis mitbringen In die gleiche Richtung gehen die Wünsche von Landrat Frank Beckehoff. Er erhofft sich von den Bürgermeistern im Kreis Olpe, dass sie mit ihm weiterhin für den Kreis Olpe kollegial zusammenarbeiten und gemeinsam den Kreis „noch ein Stück zukunftsfähiger zu machen“.

Rücksichtnahme ist das Stichwort für die Geschäftsführung des St. Martinus-Hospital Olpe. Wer sich krank fühlt, möchte schnell, behandelt werden, Besserung erfahren. Manchmal ist auch da, etwa in der Notaufnahme, Geduld gefragt. Die Leitung des St. Martinus-Hospitals wünscht sich von der Patienten in der Notaufnahme, bei längeren Wartezeiten „Verständnis zu haben, dass schwer kranke Patienten bevorzugt behandelt werden.“ Helfen statt beschimpfen Gleich mehrere Wünsche hat Kreisbrandmeister Christoph Lütticke in Bezug auf Betroffene oder Zuschauer bei Einsätzen:
  1. Dass sich das Verhalten von Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall ändert. Wer Rettungskräfte bewusst behindert, nimmt in Kauf, dass sie zu spät eintreffen und keine Hilfe mehr leisten können. Bei einem Unfall eine Rettungsgasse zu bilden, muss eine Selbstverständlichkeit sein.
  2. Immer mehr Gaffer greifen zum Handy und filmen Unfälle, statt zu helfen, oder die Rettungssanitäter werden sogar beschimpft und behindern so häufig Feuerwehreinsätze. Auch hier muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen, damit solche Szenen der Rücksichtslosigkeit aufhören.
Einen persönlichen Wunsch hängt er noch an, nämlich „dass alle Einsatzkräfte immer gesund und heil von ihren Übungsdiensten und Einsätzen zurückkehren.“ Polizei wünscht sich mehr Vertrauen In diese Richtung gehen auch die Wünsche von Michael Klein, Sprecher der Kreispolizei in Olpe. Er wünscht sich von den Bürgern:
  • „Vertrauen und Zutrauen, damit wir mit einem guten Gefühl für die Menschen unsere Aufgaben erledigen können.
  • Respekt, um sicher in schwierigen Einsatzsituationen handeln zu können.
  • Konstruktive Kritik und Offenheit, um unsere Tätigkeiten für den Bürger präzise ausführen zu können und sie weiterhin zu optimieren.“
 Attraktivität von Ausbildungsberufen vermitteln Engagement in eigener Sache wünscht sich die IG Metall im Kreis Olpe. André Arenz, Erster Bevollmächtigter, verweist auf die aktuelle Diskussion in der Gewerkschaft: „Wem gehört die Zeit? Welche Zeit wollen wir im Betrieb verbringen? Wie viel Zeit verbleibt für unsere Freizeit, für ehrenamtliches Engagement? Wie viel Zeit verbleibt für unser privates Umfeld, für unsere Familien? Spannende Fragen. Auf diese Fragen müssen wir Antworten finden. Die IG Metall fordert ihre Mitglieder auf sich in diese Debatte einzubringen, sich im wahrsten Sinne des Wortes einzumischen, dabei zu sein, wenn IG Metaller gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Matthias Rink, Geschäftsstellenleiter der Kreishandwerkerschaft in Olpe, wünscht sich von den Betrieben, dass es ihnen gelingt, die Attraktivität von mehr als 130 interessanten, abwechslungsreichen und zukunftssicheren handwerklichen Ausbildungsberufen in Schulen, auf Berufsmessen und in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Von der Politik erhofft er sich, „dass der Meisterbrief als Leistungs- und Qualitätsausweis grundsätzlich – mit gewissen, eng umgrenzten Ausnahmen -  die Voraussetzung für eine Selbständigkeit im Handwerk sein sollte.“ Dies auch, um „Dumpingkonkurrenz von Einmannbetrieben, die als Scheinselbständige anzusehen sind“, einen Riegel vorzuschieben.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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