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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 27. Juli 2016

Selbsthilfegruppe für Jugendliche: Lockere Gesprächsrunden und großes Netzwerk

Zuhörer, Ratgeber und Vermittler

Haben die
Haben die "Jugendhilfe, woll!?" jetzt vorgestellt: die beiden Gruppenleiter Franziska Quarz (2. von links) und Maik Boek mit Ulrike Bell (Leiterin des DRK-Mehrgenerationenhauses) und Petra Weinbrenner-Dorff (1. Vorsitzende der ARGE Selbsthilfegruppen).
Foto: Sven Prillwitz
Franziska Quarz und Maik Boek verstehen sich als Zuhörer, Ratgeber und Vermittler. Für Jugendliche, die beispielsweise unter Depressionen, Angst oder Mobbing leiden oder an einer Suchterkrankung. Mit „JuHi, woll?!“ haben Quarz und Boek im April eine Selbsthilfegruppe für Jugendliche und junge Erwachsene im Kreis Olpe ins Leben gerufen – und versprechen Hilfe von Betroffenen für Betroffene.

Einmal im Monat, an jedem vierten Mittwoch, bieten die beiden Gruppenleiter von 18 bis 20 Uhr ein Treffen im Lorenz-Jaeger-Haus in Olpe an. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Quarz spricht von einer „lockeren Runde“, in der es nicht darum gehe, jemanden zu therapieren. Sondern darum, Betroffenen zuzuhören, sie zu unterstützen und zu beraten. Und Verständnis für sie aufzubringen. „Maik und ich kennen beide Seiten, sowohl die des Betroffenen als auch die des Helfers“, sagt Quarz. Weil die Erfahrungen, die die beiden Gruppenleiter in Selbsthilfegruppen gemacht haben, positiv und hilfreich gewesen seien, wollten sie nun mit der Jugendhilfe „etwas zurückgeben“, erklärt Quarz.

Auf Wunsch der Betroffenen vermitteln die 28-Jährige und der sechs Jahre ältere Maik Boek auch professionelle Hilfe. „Wir können auf ein großes Netzwerk zurückgreifen, darunter die Caritas, Schulsozialarbeiter und das Christliche Jugenddorf in Olpe. Unsere fachlichen Kooperationspartner stehen im Hintergrund bereit“, sagt Quarz. Drei Treffen haben bislang stattgefunden, an denen jeweils eine Handvoll junger Erwachsener teilgenommen habe, so Quarz. „Momentan läuft noch viel im Hintergrund. Maik und ich werden eher per E-Mail oder telefonisch kontaktiert“, sagt die 28-Jährige. Ein Jahr Anlaufzeit Eine Anlaufzeit von rund einem Jahr hat die „Jugendhilfe, woll!?“ eingeplant, um bekannt zu werden als Hilfsangebot. Und um eine Vertrauensbasis aufzubauen. „Die Hemmschwelle, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, ist wahnsinnig groß und muss erst einmal überwunden werden. Das braucht Zeit“, erklärt Petra Weinbrenner-Dorff. Zu groß sei in der Bevölkerung die Angst, als „bekloppt“ abgestempelt zu werden, obwohl es sich auch bei psychischen Erkrankungen und Sucht um Krankheiten handle, die behandelt werden müssten.

Weinbrenner-Dorff ist seit 2009 Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Kreis Olpe. Rund 50 Gruppen gehören der ARGE an, die neuste ist die Jugendhilfe. „Über die Idee hatten wir schon vor einiger Zeit mal gesprochen, weil Jugendliche sich in Selbsthilfegruppen nicht wohlfühlten. Ihnen war der Altersschnitt einfach zu hoch“, sagt Weinbrenner-Dorff. Franziska Quarz und Maik Boek erklärten sich schließlich bereit, die Jugendhilfe zu gründen und zu leiten. Schweigepflicht als wichtiger Aspekt Mit Fördergeldern des Lions Clubs Olpe-Kurköln für Werbemittel begannen die beiden Gruppenleiter ihre ehrenamtliche Arbeit, erstellten unter anderem Flyer, in denen das Konzept der „JuHi, woll!?“ erläutert wird sowie Ansprechpartner und Kontaktdaten aufgelistet sind. Ein weiterer wichtiger Punkt, auf den das Flugblatt aufmerksam macht: die Schweigepflicht. „Nichts dringt nach draußen. Alles, was uns jemand anvertraut, wird vertraulich behandelt“, sagt Maik Boek.

Er und Franziska Quarz hoffen gleichzeitig in doppelter Hinsicht auf Unterstützung. Zum einen finanzieller Art, etwa durch Spenden von Vereinen oder Unternehmen. „Wir wollen nicht nur Treffen und Gespräche anbieten, sondern auch Aktivitäten in der Gruppe“, sagt Quarz. Zum anderen hoffen beide darauf, zusätzliche Gruppenleiter für die Jugendhilfe zu gewinnen. Um bei Bedarf ein zweites monatliches Treffen und damit mehr Hilfe für junge Menschen zwischen 14 und 28 Jahren anbieten zu können.
Sommerfest des DRK-Mehrgenerationenhauses

Auf dem Außengelände des Mehrgenerationenhauses des Deutschen Roten Kreuzes in Olpe findet am Samstag, 30. Juli, das Sommerfest statt. Auch einige Gruppen der ARGE der Selbsthilfegruppen im Kreis stellen hier ihre Arbeit vor und verkaufen gebastelte Waren. An einem Glücksrad gibt es außerdem gebastelte Deko-Artikel zu gewinnen.

Für das leibliche Wohl ist mit Speisen vom Grill und frischen Waffeln gesorgt. Außerdem treten mit Solistin Anika Scheppe, dem Jugendchor „Chorios“ und den „Bigge Jungs“ diverse Musiker auf. Das Sommerfest beginnt um 11 und dauert bis 18 Uhr. Bei schlechtem Wetter werden die Feierlichkeiten ins Mehrgenerationenhaus verlagert.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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