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Kreis Olpe, Kreis Olpe/Siegen, 6. April 2016

„ver.di“ ruft zu erstem Warnstreik im Öffentlichen Dienst auf

Zeichen für Entschlossenheit und mehr Lohn

Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst:
Symbolfoto: © eccolo / Fotolia
Die Gewerkschaft „ver.di“ fordert mehr Geld für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Weil der Auftakt der Tarifverhandlungen im Märt in Potsdam keine Annäherung zwischen Arbeitnehmern und –gebern gebracht habe, ruft „ver.di“ für Donnerstag, 7. April, auch im Bezirk Siegen-Olpe zu einem ersten Warnstreik auf.

Treffpunkt für die Streikenden ist um 6.30 Uhr auf dem großen Parkplatz der Siegerlandhalle. Nach der Begrüßung geht der Demonstrationszug durch die Stadt in Richtung Bahnhof, wo die Kundgebung stattfindet. Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft praktisch alle Bereiche des öffentlichen Dienstes. Dazu gehören unter anderem die Stadt- und Gemeindeverwaltungen, das Kreisklinikum, die Stadtwerke, Kindertagesstätten, Kfz-Zulassungsstellen, Sparkassen, Jobcenter und der Nahverkehr.

„Wir brauchen einen konkurrenzfähigen Öffentlichen Dienst. Gerade in der momentanen Situation und im Hinblick auf die Flüchtlingsfrage haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sehr gute Arbeit geleistet. Die Steuereinnahmen übertreffen die Vorausberechnungen zudem so stark, dass der notwendige finanzielle Spielraum geschaffen wurde, um die Arbeitnehmer an dieser Entwicklung zu beteiligen“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Siegen-Olpe, Michael Schnippering. Er spricht von einer positiven Konjukturlage. Arbeitgeber: „Unangemessen und überzogen“ „ver.di“ fordert sechs Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen, 100 Euro mehr Vergütung für Auszubildende und Praktikanten sowie eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss. Zudem will die Gewerkschaft sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen abschaffen.

Forderungen, die die Arbeitgeber bei der ersten Runde der Tarifverhandlungen Ende März laut „ver.di“ als „unangemessen und überzogen“ und „nicht realistisch“ zurückgewiesen hätten. Ein Angebot ihrerseits hätten die Arbeitgeber der Gewerkschaft nicht vorgelegt. Weil die Positionen weit auseinander lägen, will „ver.di“ mit dem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und ein Zeichen für „Entschlossenheit und Stärke“ setzen. Die Tarifverhandlungen werden am 11. und 12. April in Potsdam fortgesetzt. (LP)

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