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Kreis Olpe, 07. Dezember 2017

Experten des Kreises Olpe und der Pflegestützpunkte beraten

Wohnungs-Anpassung für pflegebedürftige Menschen

Wohnungs-Anpassung für pflegebedürftige Menschen
Symbolfoto: © Kzenon / Fotolia
Kreis Olpe. Die meisten älteren und alten Menschen wollen vor allem eines: Solange wie möglich gut, bequem und sicher in den eigenen vier Wänden wohnen - und das auch, wenn eine Pflegebedürftigkeit besteht und Hilfe durch andere Menschen erforderlich ist. Fragen zu diesem Thema beantworten die Pflegeberater der Pflegestützpunkte und des Kreises Olpe.

Grundsätzlich gilt: Wohnen im Alter stellt andere Anforderungen an den Wohnraum als Wohnen in jungen Jahren. Oft sind es nur Kleinigkeiten in der Wohnungsausstattung, die das selbstständige Wohnen auf Dauer erleichtern: Beispielsweise das Entfernen von Stolperfallen (z.B. Teppichen) und Barrieren  (Stufen), das Umstellen von Möbeln oder das Anbringen von Handläufen oder Stütz- und Haltegriffe. Auch Pflegehilfsmittel wie zum Beispiel ein Badewannenlift oder ein Pflegebett erleichtern die Pflege im häuslichen Bereich. Darüber hinaus gibt es „nützliche Produkte für den Alltag für zuhause und unterwegs (Alltagshilfen).“ Bauliche Maßnahmen Manchmal bedarf es im Zuge einer Wohnungsanpassung jedoch auch größerer Veränderungen und baulicher Maßnahmen, um den weiteren Verbleib bzw. die Pflege zu Hause zu gewährleisten: z.B. die Verbreiterung der Badezimmertür, den Einbau einer bodengleichen (ebenerdigen) Dusche oder eines Treppenliftes.

Unter bestimmten Voraussetzungen zahlen die Pflegekassen einen Zuschuss bis zu 4000 Euro, um den Wohnbereich pflegegerecht zu gestalten und damit die häusliche Pflege zu erleichtern. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle als seniorengerecht beworbene Artikel auch tatsächlich pflegeerleichternd sind. Manche Firmen bieten auch überteuerte Lösungen an. Preise vergleichen Die Pflegeberater der Pflegestützpunkte und des Kreises Olpe garantieren eine neutrale und sachgerechte Beratung. Sie empfehlen, aus Wirtschaftlichkeitsgründen, Angebote von zwei Fachfirmen einzuholen, um die Preise vergleichen zu können. Der Zuschuss ist grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme bei der Pflegekasse zu beantragen.

Ein Beispiel: Anfang November diesen Jahres kam Herr Schulte zusammen mit seiner Schwester in den Pflegestützpunkt im Hause der AOK in Olpe, um sich beraten zu lassen. Er berichtete, dass er wegen seiner Erkrankung auf den Rollstuhl und somit auch auf fremde Hilfe angewiesen ist. Diese Hilfe leistet seit vielen Jahren liebevoll seine Schwester Christa. Fragen über Fragen Das Baden in der Badewanne ist inzwischen auch mit Unterstützung eines Badewannenliftes nicht mehr möglich. Geplant war eine ebenerdige Dusche, die mit einem Dusch-Toilettenrollstuhl befahrbar ist. Weitere Fragen waren: „Zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss für den Umbau? Ist für die Umbaumaßnahme die Zustimmung meines Vermieters erforderlich und wo kann ich während der Zeit der Bauarbeiten gepflegt werden?“

Der Berater vereinbarte bereits für den nächsten Tag einen Hausbesuch, zu dem auch der Vermieter eingeladen wurde. Denn: Oft lassen sich Fragen durch einen Besuch vor Ort, in einem persönlichen Gespräch im häuslichen Umfeld, besser beantworten als am Schreibtisch des Pflegeberaters. Termin vor Ort Im Rahmen des Hausbesuches konnten alle Fragen von Herrn Schulte beantwortet werden: Die Pflegekasse bewilligte für die Umbaumaßnahme einen Zuschuss bis zu 4000 Euro für die pflegebedingten Aufwendungen. Die Bedenken des Vermieters wurden ausgeräumt. Für die Zeit des Umbaus wird Herr Schulte voraussichtlich in eine Kurzzeitpflegeeinrichtung gehen.

Aufgabe der Berater ist es, gemeinsam mit den Kunden individuelle Lösungen zu finden. Hilfe bekommen sie in den Pflegestützpunkten des Kreises Olpe sowie bei der Pflegeberatung des Kreises Olpe:
  • Pflegestützpunkt der AOK Nordwest, Winterbergstr. 19, 57462 Olpe, Tel. 02761/87242 oder 87177
  • Pflegestützpunkt der IKKclassic, Frankfurter Str. 15, 57462 Olpe, Tel. 02761/8367802
  • Pflegestützpunkt der Knappschaft, Heinrich-Cordes-Platz 4, 57368 Lennestadt, Tel. 02723/7192526
  • Kreis Olpe, Fachdienst Finanzielle und Soziale Hilfen / Pflegeberatung, Westfälische Str. 75, 57462 Olpe, Tel. 02761/81220
(LP)

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