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Kreis Olpe, 09.10.2021

Vom Aufbau der Kulisse bis zur perfekten Illusion

Wie in stundenlanger Arbeit eine neue Welt entsteht: Zu Besuch im PZ Meggen

In stundenlanger Arbeit entsteht auf der leeren Bühne des PZ Meggen ein schickes Wohnzimmer mit Kamin und Telefonzelle: Den Weg dahin hat LokalPlus begleitet.
In stundenlanger Arbeit entsteht auf der leeren Bühne des PZ Meggen ein schickes Wohnzimmer mit Kamin und Telefonzelle: Den Weg dahin hat LokalPlus begleitet.
Grafik: Sarah Menn
Meggen. Entspannt sitzen Nora von Collande und Herbert Herrmann auf dem blauen Sofa, diskutieren am flackernden Kamin oder greifen nach dem roten Tasten-Telefon in der Telefonzelle: In der Kulisse eines schicken Wohnzimmers unterhalten die beiden Schauspieler am Donnerstag, 7. Oktober, die Besucher des PZ Meggen mit ihrer Komödie „Alles was Sie wollen“. Sechs Stunden zuvor herrschte hier noch gähnende Leere. Ein Blick hinter die Kulissen? Nein: Ein Blick auf das, was einmal Kulisse werden soll…

Wenn sich die Zuschauer abends im PZ Meggen von Komödien, Dramen und Kabaretts begeistern lassen, können sie ganz eintauchen in die Welt, die ihnen auf der Bühne vorgegaukelt wird. Den Applaus kassieren die Darsteller, der Beifall belohnt ihre Arbeit. Dass hier auf der Bühne aber schon Stunden, bevor der Vorhang sich lüftet, geackert wurde, ist nicht zu sehen.

Marc Wiese, Franz Bieker und Martin Woroniuk (v.l.) vom Lennestädter Theater-Team: Eine eingespielte Truppe, die gerne und gut zusammenarbeitet.

„Als erstes wird der Lkw ausgeladen.“ Marc Wiese beobachtet das Gewusel auf der Bühne. Rund zehn Männer – sowohl Lennestädter als auch Mitarbeiter des Tournee-Theaters Berlin – warten darauf, dass der große Lkw seine Ladeklappe öffnet. Durch den hinteren Bühneneingang werden die Kulissen-Bausteine auf die Bühne geschleppt.

Marc Wiese gehört seit 30 Jahren zum Technik-Team des Lennestädter Theaters. Gemeinsam mit Franz Bieker und Martin Woroniuk bildet der 47-Jährige die Kern-Truppe, die von einigen fleißigen Helfern aus der Umgebung verstärkt wird: ein eingespieltes Team, das sich mit wenigen Worten versteht und dessen gute Arbeit von den professionellen Tournee-Theatern geschätzt wird.

„Wir sind wie eine kleine Familie“, erzählt Marc Wiese. Er selbst hat mit 16 Jahren – in der „Kulissen-Schieber-AG“ des Gymnasiums der Stadt Lennestadt – angefangen, im Theater zu arbeiten. Seitdem ist er dabei geblieben – einfach, weil es ihm Spaß macht, hier mit dieser tollen Truppe zu arbeiten.

Ein verzweifelter Tournee-Techniker...

„Ich drehe durch“, schallt ein Fluch über die Bühne. Ted, der Tournee-Techniker, flucht laut vor sich hin: Die Traverse ist zu groß für die kleine Bühne im Theater der Stadt Lennestadt und muss erst angepasst werden.


„Kommt vor“, sagt ein entspannter Marc Wiese und wendet sich wieder seine Truppe zu: Stück für Stück tragen die Helfer Wandteile, Türen und Fenster auf die Bühne. Aus dem Lkw tönen dazu die Anweisungen: „Bühne rechts! Bühne links!“

Franz Bieker steht am Rand und kontrolliert anhand der technischen Bühnenanweisung, ob alles läuft. Nachdem die Männer mit vereinten Kräften die Traverse aufgerichtet und positioniert haben, folgt der Bühnenboden: Dielen in Holzoptik sollen es sein, auf denen Nora von Collande und Herbert Herrmann am Abend wandeln. Nachdem dieser ausgerollt ist, wird darauf dann Stück für Stück das Bild eines gemütlichen Wohnzimmers errichtet.

Marc Wiese liebt die Arbeit im Theater – auch wenn sie viele, viele Stunden verschlingt. Rund sechs Stunden, bevor der Vorhang sich hebt, beginnt das Team mit dem Aufbau. Sobald der letzte Vorhang fällt, wird wieder abgebaut. Gerne wird es mal Mitternacht, bis aus den Brettern, die die Welt bedeuten, wieder der Holzboden des PZ Meggen wird.

Durchlöcherte Bretter, die die Welt bedeuten

Apropos Boden: Marc Wiese deutet auf den Kollegen, der gerade die ersten Bühnenelemente auf den PZ-Dielen festschraubt. Einige Jahrzehnte hat der Bühnenboden schon auf dem durchlöcherten Buckel.


Bauliche Notwendigkeiten, damit die Illusion perfekt wird – da sind oft Flexibilität und Einfallsreichtum gefragt: „Irgendwo steht immer ein Farbeimer zum Ausbessern herum“, berichtet Marc Wiese. Und Franz Bieker fügt hinzu: „Wir sind auch schon mal sonntags ins Sägewerk gefahren und haben einen Balken geholt – das Theater-Team hatte seinen am letzten Aufführungsort vergessen.“

„An die 9 kommt der Tisch!“ - „Die 10 muss schräg!“ Tournee-Techniker Ted wirkt gestresst: Irgendwie läuft es heute nicht so, wie es sollte – und die Uhr tickt. „Das kann doch so gar nicht passen!“, ruft er und legt selbst mit Hand an. Seit einiger Zeit tourt die Komödie „Alles was Sie wollen“ durch Deutschland, zum achten Mal wird heute dieses Bühnenbild aufgebaut – da sollte es doch besser fluppen, will man meinen.

Die Lennestädter Truppe lässt sich nicht stressen. „Das hat noch immer geklappt“, wissen Franz Bieker, Martin Woroniuk und Marc Wiese aus Erfahrung zu berichten. Auch wenn es heute etwas kniffliger ist: „Viele Kleinteile“, sagt Franz Bieker mit Blick auf Lampen, Bücherregale und zahlreiche schmale Wandelemente.

Aufwändige Technik

Und – was hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gravierend verändert? Die Antwort kommt prompt: „Die Technik ist aufwändiger geworden“, sagt Marc Wiese und erzählt von 54 steuerbaren Scheinwerfern und programmierbaren Lichteinstellungen. Sobald das Bühnenbild steht, geht es hier an die Feineinstellungen, oft kommen dann schon die Schauspieler dazu.


„Herbert Herrmann ist einer der nettesten“, betont das Technik-Team. Denn: „Er bedankt sich immer für unsere Hilfe. Er weiß, dass das hier eine Teamleistung ist.“

Die Schauspieler haben die Bühne verlassen, die Zuschauer sind auf dem Weg nach Hause: Innerhalb kürzester Zeit baut das Lennestädter Theater-Team die Kulisse wieder ab.

17 Uhr: Das Feuer im Kamin flackert, das Treppenhaus ist beleuchtet, das blaue Sofa steht auf seinem rot gemusterten Teppich. Die Kulisse für „Alles was Sie wollen“ steht. Und ist perfekt. Solange, bis der letzte Vorhang fällt. Dann baut das eingespielte Team diese Welt wieder ab, um Platz zu machen für die nächste Illusion im Theater der Stadt Lennestadt.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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