Nachrichten Dies und das
Kreis Olpe, Kreis Olpe, 26. Dezember 2015

Tipps zum richtigen Heizen mit Kaminöfen

Wer eine schöne Flamme sieht, hat nichts viel falsch gemacht

Hermann-Josef Breidebach
Hermann-Josef Breidebach
Knisternde Holzscheite, züngelnde Flammen. Fast 400.000 Kaminöfen, Heizeinsätze oder Herde werden bundesweit jedes Jahr verkauft. Sie sind Sinnbild für Gemütlichkeit, ein gebändigtes Lagerfeuer, an dem sich Familie und Freunde versammeln. Moderne Heizgeräte für Festbrennstoffe gibt es in vielen Fachgeschäften und Baumärkten. Die heißen Teile fürs Wohnzimmer können auch zum heiklen Teil werden.

Wer mit dem Ofen heizt, muss eine paar Regeln beachten, weiß Hermann-Josef Breidebach, bevollmächtiger Bezirksschornsteinfeger für den Bereich Olpe. Das fängt mit dem Brennstoff an. der muss trocken sein und mindestens zwei Jahre lagern, bevor er verfeuert wird. Leimholz oder Holz, das gestrichen, lackiert oder sonstwie behandelt worden ist, ist tabu. "Das Holz sollte auf die richtige Größe geschnitten oder gespalten sein", rät Breidebach. Dann trocknet es von außen nach innen gut durch. Etwa 700 Gramm pro Scheit gelten als Faustregel. Schlechte Verbrennung stinkt zum Himmel "Holz braucht viel Sauerstoff", erklärt der Bezirksschornsteinfeger. Deswegen sollte die Feuerstelle in passender Größe ausgewählt werden. "Falls es zu heiß wird im Raum, drosseln die Betreiber die Luftzufuhr", weiß Breidebach aus Erfahrung. Die Folge: schlechte Verbrennung. "Das riecht man draußen", sagt Hermann-Josef Breidebach. Das ist nicht nur unangenehm für die Nachbarn. Das ist auch unzulässig. Daher rät Breidebach zu kleinen Brennstellen, damit die unter Volllast betrieben werden können. Das ist effizienter und "sauberer", weil damit auch weniger Schadstoffe emittiert werden. Übergangsfristen für ältere Öfen Seit 1. Januar 2015 müssen die Öfen den Anforderungen der Stufe II des Bundesimmissionsschutzgesetzes entsprechen. "Für ältere Öfen gibt es Übergangsfristen - je nach Baujahr", sagt der Bezirksschornsteinfeger. Eine Nachrüstung mit Feinstaubfilter lohne sich in der Regel nicht. Neue Öfen seien sauberer und effizienter. Für Hermann-Josef Breidebach ist offensichtlich, dass der Preis auch etwas über die Qualität und Haltbarkeit des Ofens aussagt. Das seien inzwischen "High-tech-Geräte".

Tipps für den richtigen Betrieb der Öfen gibt es im Internet. Zudem beraten die Schornsteinfeger. Die wissen auch, welche rechtlichen Vorgaben beachtet werden müssen. Auch ob das Brennholz trocken genug ist, können sie messen. Kaminkenner verweisen auf einen einfachen Test: "Wenn du eine schöne Flamme siehst, hast du nicht viel falsch gemacht."
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

Bildergalerie: Wer eine schöne Flamme sieht, hat nichts viel falsch gemacht