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Kreis Olpe, 17.12.2021

Warum bin ich immer so verspannt?

Wenn uns der Säbelzahntiger verkrampfen lässt

Jens Latsch beim Gespräch in der LokalPlus-Redaktion.
Jens Latsch beim Gespräch in der LokalPlus-Redaktion.
Nils Dinkel
Altenhundem. „Warum bin ich immer so verspannt?“ Haben Sie sich das auch schon mal gefragt, oder selbst erlebt? Einer der Hauptgründe für das Aufsuchen von Physiotherapeuten sind muskuläre Verspannungen. Viele Menschen leiden unter chronischen Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich oder der Lendenwirbelsäule. Was sind Verspannungen eigentlich und was passiert dabei genau?

Dieses Gefühl von verspannten Muskeln, welche druckempfindlich und schmerzhaft sind, kennen vermutlich viele. Die Verspannung selbst ist allerdings oft nur ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache. Es gibt tatsächlich viele verschiedene Gründe und diese sind oft komplexer und tiefgründiger als man vermutet.

Eine Ursache können zu schwache Muskeln sein bzw. Muskulatur, die zu lange und einseitige Arbeit leisten muss. Diese Muskulatur ermüdet und kann sich mit Schmerzen oder einem brennenden Gefühl melden. Das Gefühl kennt jeder, der sich schon einmal im Bierkrugstemmen versucht hat. Hier wird der Bierkrug am ausgestreckten Arm möglichst lange in der Waagerechten gehalten.

Die Muskulatur ist diese Belastung über die Dauer nicht gewohnt, ermüdet und fängt an zu schmerzen, vor allem, wenn einen der Ehrgeiz gepackt hat und man nicht verlieren möchte. Lange statische Positionen oder Haltungen können einen ähnlichen Effekt hervorrufen, sind uns aber oft nicht so präsent, da sie uns im Alltag ganz normal erscheinen.

Wenn der Körper in den Alarmzustand geht

Eine weitere und aus meiner Sicht eine der häufigsten Ursachen sind Stress und psychische Belastungen in Form von Unzufriedenheit, Überforderung, Angst, Sorgen oder Druck. Dies alles löst in unserem Körper eine Stressreaktion aus, ganz ähnlich wie beim Steinzeitmenschen der Säbelzahntiger. Unser Körper geht in den Alarmzustand. Es werden Stresshormone wie Adrenalin und später auch Cortisol ausgeschüttet.

Jens Latsch eröffnet am 3. Januar 2022 die Praxis Physiologik In den Höfen 9 in Altenhundem.

Diese Hormone bereiten den Körper auf Höchstleistung vor, um entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskulatur spannt an. Die gleiche Reaktion läuft noch heute in uns ab, nur dass die Bedrohung nicht mehr ein wildes Tier ist, sondern die „Gefahr“ durch die Belastungen wie oben beschrieben. Mit dem Unterschied, dass wir diesen Belastungen fast täglich ausgesetzt sind.

Wenn dann die Muskulatur ständig angespannt und damit überlastet ist, verspannt diese. Verspannungen zeigen uns an, dass etwas aus dem Ruder läuft. Mal ist es eine Überlastung zu schwacher Muskulatur durch lange einseitige Haltungen und Positionen. Mal ist die Verspannung eine Folge von häufig ablaufenden Stressreaktionen durch psychische Belastungen.

Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen

Oft ist es eine Mischung aus mehreren Faktoren. Entsprechend geht es in der Therapie darum, hier wieder ein Gleichgewicht herzustellen, etwa Stresskompetenzen aufzubauen, die belastenden Situationen zu erkennen und zu bearbeiten oder die betroffenen Muskeln zu kräftigen und ihre Haltung in bestimmen Situationen zu beobachten und zu analysieren. Für beide Situationen eignet sich Achtsamkeit sehr gut, um zu bemerken, was sich gerade bei einem selbst abspielt.

Eine Behandlungsmethode, die oft bei Verspannungen eingesetzt wird, ist die Massage. Sie ist als erste Soforthilfe gut geeignet, um das Symptom Verspannung positiv zu beeinflussen und zu lockern. Wird jedoch nicht die eigentliche Ursache der Verspannung behandelt, ist die Massage leider nicht sehr nachhaltig. So werden die Verspannungen häufig wieder auftreten, nachdem der Effekt der Soforthilfe abgeklungen ist.

Mit den Ursachen beschäftigen

Langfristig scheint es viel effektiver zu sein sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Dieses kann durch eine Analyse der Haltung und/oder Kräftigung der zu schwachen Muskulatur erfolgen. Durch ein gezieltes Training erhöht sich die Belastbarkeit der Muskulatur. Verspannungen werden so weniger wahrscheinlich und verbessern sich langfristig.

Im Coaching kann nach den seelischen Belastungen und einschränkenden Glaubenssätzen gesucht werden. Die Achtsamkeit sowie der Aufbau von Stresskompetenz haben einen positiven Einfluss auf die Stressreaktionen im Körper. Ist der Körper weniger im kämpfen oder fliehen Modus, kann sich die Muskelspannung reduzieren und Verspannungen werden auch so weniger wahrscheinlich.

Immer locker bleiben!

Ihr Physiotherapeut & Coach

Jens Latsch

(LP)

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