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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 31. Mai 2015

Klimabericht: Wintersportregionen müssen sich auf schwierige Zeiten einstellen

Weniger Schneetage

Weniger Schneetage
Symbolfotos: Rüdiger Kahlke
„Für den Wintersporttourismus in Deutschland sind die Vorhersagen angesichts des Klimawandels nicht günstig.“ Das ist die Kernaussage eines Berichts des Umweltbundesamtes zum Klimawandel. Betroffen sind die Alpenregionen, aber auch die Mittelgebirge. Die Skiregionen im Sauerland müssen sich somit auf schwierige Zeiten einstellen, heißt es in dem Bericht.

Das gilt vor allem für den Tourismus. Die Verfasser des Berichtes gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Schneetage bis etwa 2015 „durchschnittlich um mehr als die Hälfte reduziere“. Schwankungen seien durchaus möglich, längerfristig aber „ist aber mit deutlichen Einschränkungen“ zu rechnen. Verwiesen wird darauf, dass die Übernachtungszahlen in schneearmen Wintern schon jetzt deutlich rückläufig gewesen seien. Für die westlichen und zentralen Mittelgebirge – dazu zählt das Sauerland - trifft das auf den Zeitraum 2005 bis 2011 zu. Wintersporttouristen werden verstärkt Ziele in europäischen Nachbarländern ansteuern, die als schneesicherer gelten, vermuten die Autoren des Klimaberichtes in ihrer Folgenabschätzung. Für die Mittelgebirgsregionen könnte indes der Tagestourismus an Bedeutung gewinnen. Sie gelten wegen ihrer Nähe zu Ballungszentren mit ihren kurzen Anfahrtzeiten als attraktiv. Empfohlen wird, alternative Angebote für Kurzzeittouristen zu entwickeln, die weniger von der Schneelage abhängig sind. Viele Bereiche betroffen Neben dem Tourismus sind auch andere Bereiche vom Klimawandel betroffen. In dem Bericht werden die Auswirkungen für 15 Handlungsfelder untersucht. Betroffen sind unter anderem die Energieversorgung, die Landwirtschaft und die Gesundheitsvorsorge. Steigende Temperaturen, feuchtere Winter und häufigere Wetterextreme wirken sich zunehmend auf die verschiedenen Bereiche aus.
Die Zahl der so genannten "Heißen Tage" pro Jahr, mit Temperaturen über 30 Grad, ist in Deutschland von drei auf acht gestiegen. Die über längere Zeiträume andauernden Hitzewellen können sich vielfältig auswirken. So mussten im Sommer 2003 über 30 europäische Kernkraftwerke ihre Stromproduktion drosseln, weil aufgrund der Trockenheit nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung stand. Steigende Temperaturen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken, da die Hitze Menschen stark belasten kann.
Weniger Schneetage gab es im vergangenen Jahr.
In bestimmten Regionen Süddeutschlands breiten sich zudem neue wärmeliebende Insekten wie die Tigermücke aus. Sie können schwere Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber übertragen. In der Landwirtschaft führen Trockenstress oder Extremereignisse wie Stürme, Starkregen und Hagel zu großen Qualitätsschwankungen und Ertragseinbußen. Mit diesen und weiteren Details zeichnet der erste „Monitoringbericht der Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel" ein klares Bild von den Folgen des Klimawandels in Deutschland und erläutert den aktuellen Stand geeigneter Anpassungsstrategien.
Für Umweltministerin Barbara Hendricks spricht der Bericht „eine eindeutige Sprache: Klimawandel findet auch in Deutschland statt und er wirkt in viele Bereiche des täglichen Lebens hinein. Die Anpassung an den Klimawandel geht uns daher alle an.“ Anpassung an Klimawandel nötig „Zur Anpassung an neue Wetterverläufe konnten sich bereits unterschiedliche Maßnahmen bewähren. Durch den Aufbau eines Hitzewarnsystems können sich nun Pflegeeinrichtungen besser auf längere Perioden mit heißen Tagen einstellen. In der Landwirtschaft werden neue Sorten erprobt, die sich besser an längere Trockenphasen anpassen. Durch neue öffentliche Investitionen in den Hochwasserschutz werden sich viele Städte und Gemeinden besser gegen Überschwemmung schützen können. Große Herausforderungen bestehen vor allem in der Stadt- und Verkehrsplanung, im Küstenschutz und beim Monitoring einwandernder wärmeliebender Pflanzen- und Tierarten.“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Umweltministeriums und des Umweltbundesamtes. Schadensberenzung Es kann nur noch um Schadensbegrenzung gehen. "Wir können den Klimawandel nicht mehr aufhalten. Selbst wenn wir in diesem Moment alle Treibhausgasemissionen auf Null reduzieren, würde sich das Klima für hunderte Jahre weiter ändern.“, sagt dazu Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes.
Mit dem Umbau von Wäldern, weg von Monokulturen, gibt es auch im Sauerland Schritte, die Wälder sturmfester zu machen. Renaturierung von Gewässern gilt als weitere Möglichkeit, extremen Wetterereignissen wie Starkregen, besser zu begegnen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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