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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 30. Juli 2015

„Viele Azubis wurden leider nicht übernommen“

Die Agentur für Arbeit in Olpe
Die Agentur für Arbeit in Olpe
Luftbild: Matthias Clever
Die Arbeitslosenquote im Kreis Olpe steigt im Juli auf 4,4 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im Juni. Einen großen Anteil an der gestiegenen Arbeitslosigkeit hat die Gruppe der Unter-25-Jährigen.

Verglichen mit Juli 2014 sinkt die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 47 Personen, ein Rückgang um 1,4 Prozent. „Es sind zwar weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr, aber der große Anstieg bei den jungen Menschen hat uns negativ überrascht“, beschreibt Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen: „Wir haben uns in den letzten Wochen sehr intensiv um diese Personengruppe gekümmert.“

Die Zahl der Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahren steigt von Juni bis Juli um 102 Personen auf 438 und erhöht sich damit um 30,4 Prozent. Vor einem Jahr waren im Juli 30 junge Menschen weniger arbeitslos. Der deutliche Anstieg der Arbeitslosen gehe laut Dr. Wolf in Olpe zur Hälfte auf die Gruppe der Unter-25-Jährigen. „Die Betriebe in Olpe bieten sehr viele Ausbildungsstellen an, offensichtlich brauchen sie junge Fachkräfte. Daher sollten sie auch den frisch ausgebildeten Fachkräften eine Chance geben“, bekräftigt die Agentur-Chefin.
Dr. Bettina Wolf im Gespräch mit LokalPlus-Redakteur Sven Prillwitz.
„Die Zahlen sind eindeutig, viele Betriebe haben ihre Auszubildenden nach der Lehre nicht übernommen“, erklärt Dr. Wolf die Statistik. Jedes Jahr steigt im Frühsommer die Zahl der jungen Arbeitslosen, da einige Jugendliche nach der Ausbildung nicht übernommen werden und sich arbeitslos melden. „Unser Ziel bleibt es, diese sehr gut qualifizierten Jugendlichen möglichst übergangslos in Arbeit zu bringen“, betont Dr. Wolf und fügt an: „Junge Fachkräfte sind andererseits ja sehr gefragt und ihre Beschäftigung ist das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel. Die Unternehmen sollten auf diese jungen Fachkräfte setzen und sie wieder einstellen.“ Agentur möchte Runden Tisch einrichten Dr. Bettina Wolf hat bei ihrer täglichen Arbeit besonders die Langzeitarbeitslosen im Blick: „Viele von ihnen sind gut ausgebildet und motiviert und bringen reichhaltige Erfahrungen mit. Ihre Einstellung bietet viele Chancen.“ Darum werde sich die Agentur in den nächsten Monaten besonders um die Langzeitarbeitslosen in der Region kümmern.

Die Chefin der Arbeitsagentur ist nicht zufrieden mit der Entwicklung: „Leider konnte dieser Personenkreis bisher nicht in wünschenswertem Umfang von der guten Stellensituation vor Ort profitieren. Daher werden wir gemeinsam mit den Jobcentern Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe die bestehenden Ansätze ausbauen, um den Menschen, die bereits länger arbeitslos sind, eine Chance zu geben.“

Die Arbeitsagentur möchte zudem in beiden Kreisen Runde Tische zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit einrichten, berichtet Dr. Wolf. Gemeinsam mit den lokalen Gewerkschaften, Verbänden und dem Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur sollen neue Ideen entwickelt werden. (LP)

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