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Kreis Olpe, 07. Juni 2017

Jahresbericht für 2016

Verbraucherzentrale berät vor allem in Vertragsangelegenheiten

Energieberater Dr. Georg Brune (links) und Anne Hausmann von der Verbraucherzentrale NRW stellten den Jahresbericht 2016 vor. Auch Landrat Frank Beckehoff (2. von rechts) und der Beigeordnete der Stadt Lennestadt, Karsten Schürheck, waren anwesend.
Energieberater Dr. Georg Brune (links) und Anne Hausmann von der Verbraucherzentrale NRW stellten den Jahresbericht 2016 vor. Auch Landrat Frank Beckehoff (2. von rechts) und der Beigeordnete der Stadt Lennestadt, Karsten Schürheck, waren anwesend.
Foto: Christine Schmidt
Kreis Olpe. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich viele schon über Mobilfunk-Anbieter oder über versteckte "Fallen" im Internet geärgert haben, ist groß. Das zeigen auch die Statistiken der Verbraucherzentrale NRW für den Kreis Olpe: In 41 Prozent der Fälle, in denen die Rechtsvertretung der Verbraucherschützer in Anspruch genommen wurde, ging es um eben jene Fälle. Das geht aus dem Jahresbericht für 2016 hervor, der am Mittwoch, 7. Juni, in der Geschäftsstelle in Altenhundem präsentiert wurde.

11.423 Anfragen erhielt die Zentrale im Vorjahr und somit 400 mehr als im Jahr 2015. Davon nahmen 832 Personen die Rechtsberatung und Rechtsvertretung in Anspruch. In 41 Prozent der Fälle wandten sich die Betroffenen mit Problemen im Bereich Telefon und Internet an die Beratungsstelle. 

Anne Hausman, Leiterin der Verbraucherzentrale, erklärte, dass zu den Problemen und Beschwerden unter anderem untergeschobene Verträge am Telefon, Anbieterwechsel oder schlicht Internetabzocke zählten. Nutzer seien oft so verunsichert, dass sie keinen Ausweg mehr wüssten und zahlten, so Hausmann. Oft wüssten die Kunden nicht, was sie genau abgeschlossen haben, oder ließen sich verunsichern. Handyverträge werden übersichtlicher Vor allem im „Tarifdschungel“ Mobilfunk sei es schwer, sich zurechtzufinden, oft tauchen die versteckten Kosten erst hinterher auf. Die Leiterin der Verbraucherzentrale erklärte, dass es seit dem 1. Juni 2017 allerdings ein Gesetz gebe, dass Mobilfunkanbieter dazu verpflichtet, den Nutzern ein Datenblatt des Handyvertrages vorzulegen. Dieses soll alle wichtigen Rahmendaten zu dem Mobilfunkvertrag beinhalten.

25 Prozent der Verbraucher haben sich im Jahr 2016 im Bereich Energie Hilfe bei der Rechtsberatung geholt. Dabei ging es um Fragen zur Jahresabrechnung, um untergeschobene Verträge am Telefon, falsche Preiserhöhung oder Probleme bei Boni. Anne Hausmann berichtete von den Maschen der Energiekonzerne am Hörer: Die Konzerne werben per Telefon mit Angeboten. Diese vermeintlichen Angebote werden bei Zustimmung an die Kunden verschickt, entpuppen sich dann aber im Endeffekt doch als Vertragsabschluss. Oftmals seien die „Opfer“ aber leider zu höflich und ließen sich die „Angebote“ einfach zuschicken, so Hausmann. Aktionen der Energieberatung „Telefonwerbung ist immer noch verboten, aber leider nimmt es wieder deutlich zu“, so Anne Hausmann. Es gebe so viele unseriöse Vermittler auf diesem Markt. Die Verbraucherzentrale bietet deshalb einen Anbietervergleich an, bei dem unseriöse Anbieter schon aussortiert worden seien.

Aber nicht nur bei Problemen mit Finanzen bot das Team um Anne Hausmann den Verbrauchern Hilfe und Unterstützung an. Zu den Themen Energie und „Fallstricke für Flüchtlinge“ gab es im Jahr 2016 einige Aktionen. Energieberater Dr. Georg Brune erzählt, dass es 499 Beratungen beim Verbraucher vor Ort und in der Beratungsstelle gab. Dazu zählten die Aktionen Photovoltaik Stromerzeugung und Speicherung, „Warm up“ fürs Energiesparen und die Beratung im Quartier. Für den Sommer ist die lokale Aktion „Sommerhitze“ geplant. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera soll untersucht werden, wo die Hitze in Dachgeschosswohnungen herkommt.

Dem Team der Verbraucherzentrale war und ist es vor allem wichtig, Stolperfallen für Flüchtlinge im Alltag aus dem Weg zu schaffen. Flüchtlinge seien im westlichen Wirtschaftsleben oft unerfahren und daher eine leichte Zielgruppe für Vertragsfallen, so Hausmann. Für diese Menschen sei das Smartphone zum Beispiel besonders wichtig, so Anne Hausmann, „in den Anbietershops werden die Flüchtlinge aber über den Tisch gezogen.“ Deshalb wurden die Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, für diese Themen sensibilisiert.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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