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Kreis Olpe, 11. Juni 2018

Show im Verkehrssicherheitszentrum Olpe

Stuntfahrer Dirk Manderbach: „Körperspannung ist das Zauberwort“

Dirk Manderbach, der Herr über die Bikes.
Dirk Manderbach, der Herr über die Bikes.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Kreis Olpe. Ein Höhepunkt beim Aktionstag „Sicher unterwegs“ für Motorräder, Wohnmobile und Wohnwagen, der im Verkehrssicherheitszentrum Olpe am Sonntag, 10. Juni, stattfand, waren die drei Auftritte von Dirk Manderbach. Der Stunt- und Showfahrer, Testfahrer und Trainer sorgte mit seinen Vorführungen immer wieder dafür, dass den Zuschauern der Atem stockte.

Drahtig und bestens gelaunt kommt der 40-Jährige am Sonntag daher. Gerade prüft er den Luftdruck der Reifen an seinen vier BMW-Maschinen. „Gestern war ich noch in Düsseldorf auf einer Benefizveranstaltung“, plaudert er drauf los.
Gebürtig aus Wilsdorf (Domburg-Camburgh, Thüringen), seien Motorräder schon immer sein Traum gewesen. Was zunächst mit einigen Hindernissen verbunden war, denn: „Meine Eltern waren dagegen“, sagt maderbach. Also folgte zunächst die klassische Laufbahn der Berufsausbildung. Nach der Schule ging es in die Lehre zum Zerspanungsmechaniker. „Doch dann habe ich meinen Traum verwirklicht und wurde Test- und Stuntfahrer“, sagt der 40-Jährige.  Als Testfahrer für die Industrie fährt er die Maschinen oft am Limit: „Da kommt mir meine Erfahrung als Stunt- und Showfahrer zu Gute.“ Das zeigt er auch mit den vier BMW-Maschinen bei seiner Show in Olpe. Mal auf dem Vorderrad, mal auf dem Hinterrad, mal mit den Beinen in der Luft oder auf dem Sitz, mal freihändig und mal auf dem Koffer schleifend, fährt er über die Piste. Dabei sieht es alle kinderleicht aus und erinnert ein bisschen an eine Dressurnummer im Zirkus. Körperspannung ist das wichtigste beim Motorrad fahren Doch dahinter steckt viel Training und Körperbeherrschung. „Körperspannung ist das Zauberwort“, macht er dann auch deutlich. „Das ist das größte Manko der meisten Fahrer. Sie haben keine Körperspannung und damit ihre Maschine nicht richtig im Griff. Außerdem haben sie zwar viel Technik in und an den Maschinen, wissen diese aber nicht optimal und sicher einzusetzen.“

Ja, die Leidenschaft für das Motorradfahren könne er bei jedem verstehen. „Doch Motorradfahrer sind Herdentiere. Einer fährt vor und alle hinterher. Nach der ersten Tour nach dem Winter fühlen sich alle wieder fit. Doch das ist ein Trugschluss. Selbst ich brauche bis zu drei Wochen tägliches Training, um wieder im Frühjahr komplett in Form zu kommen.“ Um hier auch dem normalen Biker auf der Straße zu helfen, hat Dirk Menderbach eine Wheelie-Schule gegründet. „Mein Wissen und Können, das ich mir über die Jahre hinweg durch intensives Training angeeignet habe, gebe ich gerne an alle weiter, denen es schon immer in den Fingern juckte. Hier können Biker das Fahren auf dem Hinterrad sowie weitere Stunts mit von mir gestellten Fahrzeugen bei einem professionellen Fahrsicherheislehrgang bei einem Erlebniswochenende der besonderen Art erlernen.“

Was dann nicht unbedingt auf der Straße umgesetzt werden sollte, hilft aber, die Maschinen besser zu kennen und damit im Griff zu haben. „Dieses Fahrsicherheitstraining ist ein Impulstraining und stärkt die Reaktion, die Reflexe, Ablauf und Körperstabilität sowie die Motorradbeherrschung. Das bringt jede Menge Spaß und mehr Lockerheit und Freiheit beim normalen Motorradfahren.“ Man mag es ihm glauben, wenn man ihn mit seiner BMW über den Asphalt drehen sieht. Dabei fällt auf, Dirk Manderbach trägt eine Jeans. Doch der Profi stellt schnell klar, das sei keine normale Hose aus dem Geschäft. Seine Jeans ist mit Aramidfasern und vollständiger Protektorenausstattung bestückt. „Ich würde nie ohne die notwendige Schutzkleidung auf ein Bike steigen“, sagt der Stuntfahrer.

Auch das mache es aus, zu den besten der Motorrad-Freestyle-Artisten Deutschlands zu gehören und seine Leidenschaft für das Motorrad in sämtlichen Bereichen der Zweirad-Szene auszuleben.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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