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Kreis Olpe, 28. August 2017

Wie und wann Lehrer sich in den Sommerferien vorbereiten

„Seit zwei Wochen beschäftige ich mich mit dem kommenden Schuljahr"

Doppel-Interview: Was machen Lehrer eigentlich in den Sommerferien?
Symbolfoto: © Syda Productions / Fotolia
Kreis Olpe. Die Sommerferien sind so gut wie vorbei: Für Lehrer und Schüler geht am morgigen Mittwoch, 30. August, die Schule wieder los. Viele Schüler waren im Urlaub und haben die Schule für sechseinhalb Wochen hinter sich gelassen. Und die Lehrer? Was machen die Pädagogen eigentlich in den Ferien? Wie bereiten sie sich auf die Schule vor? Darüber hat LokalPlus hat mit zwei Lehrern aus dem Kreis Olpe gesprochen, genauer gesagt mit Sarah Herrmann, die an der Burgschule in Neuenrade unterrichtet, und Ansgar Kaufmann (Gymnasium Maria Königin in Lennestadt-Altenhundem).

Ansgar Kaufmann ist Lehrer am Gymnasium Maria Königin in Lennestadt. Er unterrichtet Deutsch und katholische Religion, gehört außerdem zur erweiterten Schulleitung und ist in der Schulpastoral sowie bei außerunterrichtlichen Aktivitäten aktiv.
Wie bereiten Sie sich auf die Schule vor?

Ansgar Kaufmann: Ich schaue mir die Lehrpläne an und welche Lerngruppen, Klassen und Kurse ich im nächsten Schuljahr unterrichten werde. Dazu beschäftige ich mich dann mit den Büchern und Themen, die im kommenden Schuljahr behandelt werden.

Sarah Herrmann: Es gibt immer mehr Zusatzmaterialien für die Differenzierung der Schüler. Inklusion und Integration spielen dabei eine große Rolle. Das muss vorher genau studiert werden, damit ich es hinterher zielgerichtet einsetzen kann. Viele Kinder kenne ich schon aus vorherigen Schuljahren und kann somit gut abschätzen, welches Kind besonderer Förderung bedarf.
Sarah Herrmann ist Grundschullehrerin an der Burgschule Neuenrade. Sie unterrichtet 427 Schülerinnen und Schüler in den Fächern Englisch, Mathe, Kunst und Sport.
Waren Sie während der Ferien an der Schule?

Ansgar Kaufmann: In den Ferien trifft sich die erweiterte Schulleitung am Freitag, bevor die Schule wieder beginnt. Montag und Dienstag vor Schulbeginn finden eine Lehrerkonferenz und die Fachkonferenzen statt, bei denen allgemeine Themen besprochen werden und das Schuljahr mit Terminen, Fahrten und diesem Jahr auch mit dem 50-jährigem Schuljubiläum geplant wird. Außerdem werden Absprachen zu Unterrichtsinhalten und besonderen Projekten getroffen.

Sarah Herrmann: In den Ferien steht eine Grundreinigung an. Bei uns ziehen die Klassen jedes Jahr um, sodass man seine Klasse einräumen und selbst sortieren muss. Außerdem trifft man sich mit Kollegen, die in der gleichen Stufe unterrichten, um das kommende Schuljahr zu besprechen. Stoffliche Themen, Ausflüge, Fahrradprüfung sowie verschiedene Aktionen und Projekte, müssen miteinander geplant werden.

Hatten Sie in den Ferien schulische Aufgaben?

Ansgar Kaufmann: In der ersten Ferienwoche habe ich sozusagen mit dem Schuljahr abgeschlossen, indem ich mich mit den restlichen organisatorischen Aufgaben beschäftigt  und Materialien sortiert habe. Klassenarbeiten oder Tests des letzten Schuljahres werden vor den Ferien korrigiert und zurückgegeben. Seit circa zwei Wochen beschäftige ich mich gedanklich schon mit dem kommenden Schuljahr und seit dieser Woche bereite ich mich intensiv darauf vor.

Sarah Herrmann: Rein schulische Aufgaben, wie das Korrigieren von Lernzielkontrollen, habe ich nicht auf meinem Schreibtisch liegen. Die werden schon vor den Ferien bearbeitet.

Wie viel Organisation muss in den Ferien übernommen werden?

Ansgar Kaufmann: Der Stundenplan muss erstellt werden und die betroffenen Kollegen planen die Studienfahrten der Oberstufe, da die Zwölftklässler schon am 2. Schultag für eine Woche nach Rom fahren. In dieser letzten Ferienwoche sind auch schon die chinesischen Austauschschüler zu Gast, und der Schüleraustausch nach Irland steht unmittelbar bevor.

Sarah Herrmann: In diesen Sommerferien musste ich mich um keinerlei Organisation kümmern, da zwischen den Sommer- und Herbstferien dieses Jahr nichts stattfindet.

Also hatten Sie nicht wirklich sechseinhalb Wochen frei. 

Ansgar Kaufmann: Ganze sechs Wochen hatte ich nicht. In der ersten Ferienwoche habe ich alles aufgearbeitet, was vom vergangenen Schuljahr noch anstand. Die letzte Ferienwoche besteht aus intensiver Vorbereitung. Der Zeitaufwand in den Ferien hängt auch immer von den Aufgaben ab, die ein Lehrer übernimmt. Bei mir war es diesmal etwas mehr, da ich für die Organisation des Schulfestes zum 50-jährige Schuljubiläum zuständig bin, das am Sonntag, 24. September, unter dem Motto „lernen – leben – glauben helfen“ gefeiert wird.

Sarah Herrmann: Durch die intensive Vorbereitung auf den Unterricht bleiben einem keine kompletten sechs Wochen. Gerade die ersten beziehungsweise letzten Wochen, werden zur Vor- und Nachbereitung benötigt.
Ein Artikel von Isabelle Herrmann und Celine Kebben

Bildergalerie: „Seit zwei Wochen beschäftige ich mich mit dem kommenden Schuljahr"