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Kreis Olpe, Kreis Olpe/Attendorn-Windhausen, 20. März 2016

Delegiertenversammlung bestätigt Schatzmeister Ludger Maiworm und 2. Geschäftsführer Martin Wenzel im Amt

Schützen kritisieren „Gängelungen“ der Politik

Wiedergewählt: Kassierer Ludger Maiworm (links) und Martin Wenzel, stellvertretender Kreisgeschäftsführer.
Wiedergewählt: Kassierer Ludger Maiworm (links) und Martin Wenzel, stellvertretender Kreisgeschäftsführer.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Zur Kreisdelegiertenversammlung des Kreisschützenbundes Olpe hatte für Freitag, 18. März, die Schützenbruderschaft St. Antonius Windhausen geladen. 304 Delegierte der 68 anwesenden Mitgliedsvereine fanden den Weg in die Schützenhalle, um zu wählen, abzustimmen und sich über die Entwicklung des Schützenwesens im Kreis zu informieren.

Nach dem Einzug der Kreisstandarte und der Begrüßung durch Kreisoberst Markus Bröcher ergriffen Bundesoberst Martin Tillmann, Landrat Frank Beckehoff, Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil, Hausherr Georg Rauterkus als Vorsitzender der Windhauser Schützen sowie Dechant Andreas Neuser das Wort. Letzterer verriet, dass Kreisoberster Markus Bröcher an diesem Tag Geburtstag hatte. Die 413 Schützen brachten ihm daraufhin spontan ein Ständchen. Zur Belohnung gab es vom Geburtstagskind einen Hektoliter Freibier.

Im Tenor aller Reden wurde die „Gängelungen“ seitens der Politik angeprangert. Lärmschutz, Ärger mit dem Finanzamt, Drohung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit, Aufnahme von Frauen sowie die steigende Bürokratie machten den Schützen im vergangene Jahr nach eigenen Angaben das Leben schwer. „Wir haben nichts gegen Frauen den Schützenvereinen“, machte Tillmann deutlich, „aber es ist der falsche Weg, dieses über die Drohung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit zu erzwingen. Wir sind alle selber in der Lage, zu entscheiden, wie und ob das im Einzelnen umgesetzt wird.“ Landrat Beckehoff versprach, dass ein Jagdschein und eine Einweisung am Schießstand auch weiterhin als ausreichender Sachkundenachweis gelten. „Ich bin der Auffassung, es kann bei der bisherigen Regelung bleiben“, sagte Beckehoff. Neues Logo, neue Vereinsübersicht Im Geschäftsbericht stellte Andre Arenz das neue Logo des Kreisschützenbundes und die neu erstellte jährliche Vereinsübersicht vor. „Wir sind die Zukunft des Schützenwesens und machen das damit deutlich.“ Die Informationsveranstaltungen „Mittwochs Quali“ sollen auch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Themen sind unter anderem „Rechtliches und Steuerfragen rund um die Satzung“ sowie „Fotografieren“.

Natürlich durfte auch das erfolgreiche Kreisschützenfest in Helden im vergangenen September nicht fehlen. Untermalt mit einem Film und vielen Fotos ließ Brudermeister Georg Schulte die Veranstaltung Revue passieren. SSB verzichtet auf Mitgliederumlage Anschließend waren die Schützenbrüder zur Abstimmung aufgerufen. Der Sauerländer Schützenbund (SSB) verzichtet in diesem Jahr auf die Umlage von 13 Cent pro Mitglied. Die Schützen stimmten dafür, dieses Geld nicht an die Vereine zurück-, sondern in die Kreiskasse für die Jugendarbeit zu geben. Außerdem soll zum 200-jährigen Kreisjubiläum im Jahre 2017 eine Broschüre erstellt werden. Mit Wahlen ging es auch weiter. Zunächst wurden Kreisschatzmeister Ludger Maiworm und der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Martin Wenzel in ihren Ämtern bestätigt. Gleiches galt für Michael Stausberg, Beiratsmitglied für Wenden. Jörg Bütefür, Beirat für Lennestadt, stellte sich nach zwölf Jahren aus beruflichen Gründen nicht zur Wiederwahl. Als Nachfolger wählten die Schützen Wolfgang Dornbach vom Schützenverein Langenei-Kickenbach. Erinnerungsmedaillen für zwei Attendorner Einen weiteren Wechsel gab es beim Beiratsmitglied der Schützengesellschaft Attendorn, die als zweitgrößter Kreisverein natürliches Mitglied im Vorstand sind. Markus Harnischmacher hatte Anfang des Jahres sein Amt als Hauptmann an Sascha Koch übergeben. Damit übernahm Sascha Koch auch seinen Sitz im Beirat des Kreisschützenvorstandes. Für beide ausscheidende Beiratsmitglieder gab es eine Erinnerungsmedaille.

Bei der nächsten Wahl entschieden sich die Delegierten, dass der Kreisdelegiertentag 2017 in Hunswinkel stattfinden wird. Der Vorsitzende Maik Homuth hatte für „die Côte d’Azur von Attendorn“ geworben und die Schützen damit überzeugt. Die entschieden sich abschließend auch für den Schützenverein St. Margareta Ennest als Ausrichter des Bundesdelegiertentages des Sauerländer Schützenbundes im Jahre 2018. 111 der abgegeben Stimmen fielen auf die Schützen aus Ennest, die sich somit gegen Elspe, Altenhundem und Drolshagen in einer geheimen Wahl durchsetzen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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