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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 14. August 2015

Zahlreiche Turnhallen im Kreis Olpe bleiben geschlossen

„Sauerkraut“-Decken als Sicherheitsrisiko

Turnhallen gesperrt
Symbolfoto: Matthias Clever
Zum Start des neuen Schuljahres bleiben mehrere Turnhallen im Kreis Olpe vorerst geschlossen, allein sieben in Olpe. Weil Zweifel an der Sicherheit der Deckenkonstruktion bestehen, lassen Attendorn, Lennestadt, Kirchhundem und die Kreisstadt insgesamt zwölf Hallen derzeit überprüfen. In einigen Fällen sind bereits Sanierungsmaßnahmen eingeleitet worden, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden.

Nachdem vor kurzem in einer Halle in Bochum Deckenplatten herabgestürzt waren, ordnete das Bauministerium NRW landesweit die Prüfung der Hallendecken an. Begründung: In vielen Sporthallen seien in den 1970er Jahren so genannte „Sauerkraut-Decken“ verbaut worden: Holzwolle-Platten, die nicht verschraubt, sondern nur festgeklammert wurden und damit ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten wie in Bochum.

Wie die Stadt Olpe am Freitagnachmittag in einer Presseerklärung mitteilte, sind die Großturnhallen des Städtischen Gymnasiums und an der Hakemicke, die Halle am Hohenstein und die Turnhallen der Pestalozzi-, der Gallenberg-, der Düringer- und der Grundschule Rhode „ab sofort aufgrund notwendiger sicherheitstechnischer Untersuchungen für jegliche Schul- und Vereinsnutzung geschlossen." Die Prüfungen beginnen am Montag. In zehn Tagen sollen die Hallen wieder freigegeben werden – es sei denn, die Stichproben würden eine fehlerhafte Deckenkonstruktion ergeben und Umbauarbeiten nötig machen. Zwei „Sauerkraut"-Funde in Kirchhundem Eben jene „Sauerkraut“-Bauweise fand dagegen die Gemeinde Kirchhundem in der Turnhalle in Welchen-Enest und in der Großturnhalle der Sekundar- und Gemeinschaftshauptschule Kirchhundem. Die Schulen und Vereine seien verständigt worden; über Dauer und Kosten der Arbeiten konnte Martin Leisse, Leiter des Fachbereichs Bauwesen, auf Anfrage von LokalPlus am Freitag noch keine Auskunft geben, weil die Untersuchungen „noch nicht ganz abgeschlossen“ seien.

Auch in der Gymnastikhalle am Hohlen Weg in Attendorn wurden Deckenplatten in „Sauerkraut“-Manier befestigt. „Da sind die Zustände wie im Ruhrgebiet beschrieben", sagte Ludger Gabriel, Amtsleiter Gebäudemanagement. Obwohl Gabriel nach eigener Aussage die Maßnahmen "rasch einleiten" möchte, sei für die Sanierungsmaßnahmen ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen absehbar. Attendorn: Turnhalle am Hallenbad ab Montag wieder frei Immerhin: Die ursprünglich auch für die Turnhalle am Hallenbad befürchtete längerfristige Schließung bleibt. Zwar habe ein Statiker dieselbe Deckenbauweise wie in der Halle am Hohlen Weg festgestellt. Allerdings seien die „Sauerkraut“-Platten bereits durch Schrauben fixiert und eine mögliche Gefahr gebannt worden. Am Montag soll die Turnhalle am Hallenbad wieder freigegeben werden.

In Lennestadt werden derzeit noch die Deckenkonstruktionen der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums und der Turnhalle in Meggen überprüft. Der Beigeordnete Karsten Schürheck geht davon aus, dass Sanierungsmaßnahmen in wenigen Tagen erledigt sein sollten – sofern überhaupt nachgearbeitet werden muss. Finnentrop, Drolshagen und Wenden nicht betroffen Bei einer Sicherheitsprüfung der Decken der fünf städtischen Turnhallen seien keine Mängel festgestellt worden, hieß es auf LokalPlus-Nachfrage aus dem Rathaus. Auch die Gemeinden Finnentrop und Wenden bleiben von Schließungen verschont, weil die Hallendecken nach einer anderen Bauart als der „Sauerkraut“-Methode verbaut und gesichert seien.
Ein Artikel von Kyrosch Alidusti

Bildergalerie: „Sauerkraut“-Decken als Sicherheitsrisiko