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Kreis Olpe, 15. November 2017

Unsicherheit bei vielen Eltern / Abitur nach 13 Jahren kommt zurück

Rückkehr zu G9 im Kreis Olpe erst im Schuljahr 2019/2020

Rückkehr zu G9 erst zum Schuljahr 2019/2020
Symbolfoto: © Teteline / Fotolia
Kreis Olpe. Unsicherheit bei vielen Eltern im Kreis Olpe: „Am Rivius Gymnasium Attendorn und am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn werden Schüler, die derzeit das dritte oder vierte Schuljahr der Grundschule besuchen, zukünftig wieder neun Jahre lang unterrichtet“, kündigte die Stadt Attendorn in der vergangenen Woche an. „Wechseln die schon im kommenden Schuljahr zu G9?“, fragten einige Eltern bei LokalPlus nach. „Nein“, antworten Schulleiter aus dem Kreis Olpe nun wiederum auf LP-Anfrage.

Berthold Schleime, Leiter des Gymnasiums Maria Königin, erklärt die Hintergründe: „Laut Plänen der Landesregierung soll G9 wieder zum Schuljahr 2019/2020 eingeführt werden.“ Das heißt: Die Kinder, die dann ins fünfte Schuljahr wechseln – also die jetzigen Drittklässler – machen wieder ihr Abitur nach 13 Jahren. Und nicht nur die: Rückwirkend werden dann auch die Kinder, die dann ins sechste Schuljahr kommen – also die, die derzeit noch die vierten Klassen der Grundschulen besuchen – in die G9-Reihe gepackt. Änderungen brauchen Zeit Berthold Schleime weiter: „Es ist gar nicht möglich, schon zum kommenden Schuljahr zu G9 zurückzukehren: Das Schulgesetz muss geändert, die Kernlernpläne müssen angepasst werden. Das ist zeitlich alles sehr aufwändig und gar nicht innerhalb so kurzer Zeit zu machen.“

Bei vielen Eltern hatte die Meldung, dass Attendorner Viertklässler künftig wieder neun Jahre am Gymnasium unterrichtet werden, für Unsicherheit gesorgt. Davon kann auch Dr. Gerlis Görg, Leiterin des St.-Franziskus-Gymnasiums in Olpe, berichten: „Ich hatte zahlreiche Anfragen von Eltern, ob auch wir bald wieder zu G9 zurückkehren.“ Schulkonferenz muss zustimmen Generell, so Dr. Görg weiter, stehe man einer Rückkehr zu G9 positiv gegenüber: „Vorbehaltlich der Zustimmung unserer Schulkonferenz werden wir zu G9 zurückkehren.“ – und zwar zu dem Zeitpunkt, der vom Land vorgesehen ist, nämlich zum Schuljahr 2019/2020. Dass es bis dahin noch mehr als anderthalb Jahre sind, ist laut Dr. Görg auch notwendig: „Die Umstellung auf G8 kam zu schnell – es ist gut, dass die Rückkehr zu G9 sorgfältig vorbereitet wird.“

Auch die Lennestädter Gymnasien sind sich einig, zu G9 zurückzukehren – zum Schuljahr 2019/2020. „Dieser gesunde Zeitraum muss abgewartet werden", betont Hubertus Schultze, kommissarischer Schulleiter des Gymnasiums der Stadt Lennestadt. Schließlich könne man das „alte“ G9 nicht einfach aus der Schublade holen und wieder da weitermachen, wo man vor Jahren aufgehört habe: Die Rahmenbedingungen müssten angepasst, wichtige Fragen geklärt werden. Beispielsweise die Einführung der zweiten Fremdsprache, sagt Schultze: „Da muss es klare Vorgaben geben: Wird die zweite Fremdsprache – wie im Moment – weiterhin in Klasse 6 eingeführt oder – wie früher – erst in Klasse 7?“ Unterrichtsinhalte besser verteilen Persönlich könne er sich zwar vorstellen, G8 weiterhin so durchzuführen, wie es derzeit am GymSL läuft. Von der Rückkehr zu G9 hingegen erhofft sich Hubertus Schultze Pluspunkte für vor allem die leistungsschwächeren Schüler: „Die Unterrichtsinhalte können dann besser verteilt werden“, sagt er. Außerdem seien die Abiturienten nach neun Jahren Gymnasium reifer für bestimmte Inhalte.

Das Städtische Gymnasium Olpe wird am Freitag über die weitere Vorgehensweise informieren. LokalPlus berichtet noch.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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