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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 15. Juli 2015

Petra Crone sieht Flüchtlinge als Chance

Crone sieht Flüchtlinge als Chance
Fotos: Sven Prillwitz
Krieg, Not, Elend: Die Gründe für die Flucht aus den Heimatländern sind vielseitig. Genau wie der Umgang mit den Asylsuchenden in Deutschland. Während die einen sich bedroht fühlen und die Kosten nennen, sieht die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone eine Pflicht zur Hilfe und eine große Chance fürs Land.

„Ich finde es entsetzlich, wie rechte Kräfte agieren und gegen Menschen hetzen“, sagte Petra Crone im Redaktionsgespräch mit LokalPlus. Worte wie „Wirtschaftsflüchtlinge“ lehne sie ab. Kein Mensch fliehe aus der Heimat, nur um sich wirtschaftlich ein bisschen besser zu stellen. „Wer Zuhause nichts zu beißen hat, ist für mich ein Flüchtling.“
Petra Crone im Redaktionsgespräch mit Matthias Clever (LokalPlus-Kreisredakteur).
Crone berichtete von einem Mann im Märkischen Kreis, der als Kind durch den Kosovo-Krieg nach Deutschland kam, hier aufwuchs und die Schule besuchte. Nach Kriegsende musste er zusammen mit seiner Familie zurück in den Kosovo. In ein für den jungen Mann fremdes Land, in dem er als Deutscher tituliert wird. Keine Chance auf einen Job und auf ein selbstbestimmtes Leben. Daher entschied er sich, nach Deutschland zurück zu kommen – in seine Heimat. Doch sein Pass sagt etwas anderes. Hier wird er als „Wirtschaftsflüchtling“ bezeichnet. Dieses Schicksal der inneren Zerrissenheit hat Petra Crone bewegt. Crone: Bund muss Kosten übernehmen Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete fordert daher ein Zuwanderungsgesetz sowie ein neues Bleiberecht. Deutschland und ganz Europa seien auf den großen Zuzug nicht vorbereitet gewesen. Daher seien die Behörden überfordert. Dass sich vor Ort in ihrem Wahlkreis Menschen für die Flüchtlinge einsetzen, lobte Petra Crone. Die Menschen übernähmen Leistungen, für die der Staat oft zuständig wäre. Allerdings dürfte das Ehrenamt nicht überfordert werden.

Daher müsse der Staat jetzt agieren. Crone fordert schnellere Asyl-Verfahren, sofortige Sprachkurse für Flüchtlinge, Möglichkeiten der Ausbildung von jungen Flüchtlingen und vieles mehr. Dies sei eine große bürokratische und finanzielle Herausforderung. „Der Bund müsste die Kosten eigentlich komplett übernehmen – die Kommunen haben überhaupt keinen Einfluss auf die Krisen der Welt – dennoch sollen sie bezahlen. Das passt nicht zusammen.“ Zuzug wichtig Hilfen seien nicht selbstlos. Deutschland könne von den Flüchtlingen profitieren. „Durch den demografischen Wandel ist ein Zuzug wichtig“, sagte Petra Crone. Die Wirtschaft profitiere durch die Arbeitsleistung der Menschen. Crone appelliert an die Menschen, Flüchtlinge willkommen zu heißen.
Ein Artikel von Matthias Clever

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