Nachrichten Dies und das
Kreis Olpe, Kreis Olpe/ Siegen, 7. April 2016

200 ver.di-Mitglieder bei zweistündigem Warnstreik

Öffentlicher Dienst geht auf die Straße

200 Mitarbeiter des öffentlichen Diensts bei ver.di-Warnstreik
Symbolfoto: Nils Dinkel
Knapp 200 ver.di-Mitglieder aus allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes sind am Donnerstag, 7. April, dem Streikaufruf des ver.di-Bezirks Siegen-Olpe zu einem ersten zweistündigen Warnstreik gefolgt. Der Demonstrationszug setzte sich zu früher Morgenstunde, um 6.30 Uhr, mit Musik und lautstarker Trillerpfeifen-Untermalung von der Siegerlandhalle in Richtung ZOB vor dem Siegener Hauptbahnhof in Bewegung. Der morgendliche Bus- und Berufsverkehr wurde gestört, reagierte nach Angaben der Gewerkschaft aber gelassen auf die Streikenden.

„Gute Bezahlung ist Anerkennung. Kein Angebot zu machen, ist Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten im öffentlichen Dienst“, stellte Michael Schnippering von ver.di klar. Hintergrund dieser Aussage ist, dass der Bund und die Kommunen die Gewerkschaftsforderung nach Lohnerhöhung als überhöht bezeichneten und ohne Gegenangebot zurückwiesen. Martina Dreffke-Halft, Personalrätin bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein, kritisierte in ihrer Rede, dass die Beschäftigten der Kommunen seit nunmehr zehn Jahren auf den Abschluss einer gültigen Entgeltordnung warten: „Das ist ein unhaltbarer Zustand“. Applaus für DGB-Chef Degenhardt Ulrich Zeuner von der Deutschen Telekom richtete den Streikenden in seinem Grußwort die solidarischen Grüße der Telekom-Beschäftigten aus. Etwa 40 Angestellte des Telekommunikationsunternehmens beteiligten sich an der Siegener Warnstreikaktion, da sie selbst in Tarifverhandlungen stehen und zeitgleich ihren ersten ganztägigen Warnstreik mit Streiklokal in der Siegerlandhalle durchführten.

Zum Abschluss der Versammlung überbrachte Ingo Degenhardt, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein, den Streikenden die solidarischen Grüße des DGB. “Es muss endlich ein verhandelbares Angebot der Arbeitgeber auf den Tisch. Die hohe Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten des Bundes und der Kommunen muss jetzt honoriert werden. Zur Durchsetzung unserer Forderung kommt es auf jeden Einzelnen von uns an.“Damit hatte der neue DGB-Vorsitzende offensichtlich den Nerv der Zuschauer getroffen, die ihm langanhaltenden Applaus spendeten.

Um 8 Uhr löste sich der Warnstreik auf, und die Beschäftigten gingen zurück an ihre Arbeitsplätze.
Die Gewerkschaft ver.di fordert:
•Erhöhung der Entgelte um 6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten

•Erhöhung der Entgelte für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten um 100 Euro

•Unbefristete Übernahme der Auszubildenden in den erlernten Beruf

•Arbeitgeberbeitrag zur Steigerung der Ausbildungsqualität

•30 Tage Urlaub für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten

•Sachgrundlose Befristungen sollen ausgeschlossen werden

•Regelungen zur Altersteilzeitarbeit sollen über den 31. Dezember 2016 verlängert werden

•Keine Eingriffe in das Leistungsrecht der Zusatzversorgung

•Inkraftsetzung einer Entgeltordnung im Bereich der VKA.

•Regelungen zum Gesundheitsschutz bei den Flughafenfeuerwehren

Die Tarifverhandlungen werden am 11. und 12. April in Potsdam fortgesetzt. Am 14. und 15. April finden an der Universität zu Siegen Gewerkschaftstage statt, unter anderem mit einem Fachvortrag zur Dienstrechtsmodernisierung in NRW statt.
(LP)

Bildergalerie: Öffentlicher Dienst geht auf die Straße