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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 5. August 2015

Asphaltarbeiten in vollem Gange – Dammsanierung gut im Zeitplan

Neuer Mantel für den Biggedamm wächst

Drahtseilakt am glühenden Steilhang
Fotos: Volker Lübke
Der neue Asphaltmantel an der Wasserseite des Biggedamms wächst täglich um etwa 4.000 Quadratmeter. „Eigentlich sollte die 20.000 Quadratmeter große Fläche bis Donnerstagabend fertig sein“, sagt Stefan Klahn, Bauleiter des 7 Millionen Euro-Projektes beim Ruhrverband. Der verregnete Dienstag (4. August) hat dem Schweizer Bauunternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun rechnet Walo-Bauleiter Aron Lampert am Freitag mit dem Abschluss der großflächigen Asphaltarbeiten.

Ein bisschen Gottvertrauen kann bei dem Job sicher nicht schaden: Der Walzenfahrer hält die Fernsteuerung für sein Gefährt selbst in der Hand. Unaufhörlich lässt er die tonnenschwere Straßenbaumaschine den etwa 30 Grad steilen Hang hinab und wieder herauf gleiten – gezogen von zwei kräftigen Stahlseilen, die von einem Koloss auf dem Biggedamm gehalten werden. Das Ungetüm ist notwendig, weil neben der vergleichsweise kleinen Walze auch noch eine ausgewachsene Teermaschine und eine Lore an der Seilwinde hängen. Hinzu kommen rund acht Tonnen heißer Asphalt mit jeder Fuhre des Kippers.
Alle paar Minuten wird die Lore auf die Dammkrone gehievt um eine neue Ladung Asphalt aufzunehmen.
„Das reicht für etwa acht Meter“, erklärt Lampert. Dann wird die Lore wieder nach oben gehievt um eine neue Ladung aufzunehmen. In regelmäßigen Abständen pendelt ein ganzer Konvoi von Lkw zwischen Freudenberg und Neu-Listernohl. Die Strecke ist gerade kurz genug, dass der Asphalt nicht zu sehr auskühlt. Rund 20.000 Tonnen Material werden in 30-Tonnen-Ladungen aus dem 35 Kilometer entfernten Mischwerk angekarrt.
„Trotz des Regentages liegen die Arbeiten voll im Zeitplan“, freut sich Ruhrverbands-Mitarbeiter Stefan Klahn. Auch die zwischenzeitliche Vergrößerung der zu bearbeitenden Fläche brachte keine Verzögerung. „Von 7 bis 17 Uhr wird asphaltiert“, sagt Walo-Bauleiter Aron Lampert. Die Walzen seien danach noch einige Zeit unterwegs, weil sie etwa 20 Meter hinter der Teermaschine arbeiten. Bei der Firma Walo aus Zürich handelt es sich laut Ruhrverband um eines von gerade zwei Unternehmen in Westeuropa, die diese sehr speziellen Arbeiten ausführen können. 16,50 Meter unter Vollstau In der kommenden Woche beginnen die Arbeiter die Nähte zwischen alter und neuer Asphaltdecke zu verschweißen. Zuletzt folgt eine so genannte Mastix-Versiegelung der kompletten Fläche bis zur Wasserkante, die zurzeit 16,50 Meter unter dem Vollstau-Niveau liegt. Anschließend werden die Dammkrone und weitere Wege wieder für die Besucher hergerichtet. Bis zum Herbst sollen sämtliche Arbeiten erledigt sein.
Etwa 30 Grad steil fällt der Biggedamm zur Wasserseite ab. Ein Koloss als Gegengewicht lässt die Baumaschinen sicher bergauf und bergab fahren.
„Wann die Bigge wieder ihren normalen Wasserstand erreicht haben wird, hängt einzig vom Wetter ab“, so Stefan Klahn. Zurzeit fließen etwa zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den See. „Wir brauchen allein etwa drei Kubikmeter für den Ausgleich der Lenne, um das dortige Biotop nicht zu gefährden.“ Die Ruhr, zu deren Ausgleich die Biggestalsperre normalerweise dient, wird während der Bauphase aus den nördlich gelegenen Ruhrverbands-Talsperren (Henne, Möhne und Sorpe) versorgt. Allein aus dem Möhnesee fließen derzeit sekündlich sieben Kubikmeter ab. „Wir haben immer noch genug Wasser“, weiß Ruhrverbands-Sprecher Markus Rüdel. Der Gesamtfüllstand der Talsperren beträgt zusammen aktuell 64 Prozent.
Mit schwerem Gerät und einem ganzen Konvoi an Lkw laufen die Arbeiten reibungslos.
Rund 20.000 Tonnen heißer Asphalt werden aus Freudenberg antransportiert.
Auf der rund 35 Kilometer Fahrstrecke hält das Baumaterial die nötige Temperatur. Trotzdem wird regelmäßig kontrolliert.

Ein Artikel von Volker Lübke

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