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Kreis Olpe, 09. Januar 2018

Erstes Treffen im geschützten und anonymen Rahmen

Neue Selbsthilfegruppe „Rainbow“ für homosexuelle Menschen im Kreis Olpe

Neue Selbsthilfegruppe „Rainbow“ trifft sich
Foto: privat
Kreis Olpe. Die neue Selbsthilfegruppe „Rainbow“ für homosexuelle Menschen trifft sich erstmals am Donnerstag, 18. Januar. Anrea S. aus Attendorn hat die Gruppe zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gegründet. Das Ziel: Gespräche und gegenseitige Unterstützung in einem geschützten Rahmen.

Homosexualität bezeichnet je nach Verwendung sowohl gleichgeschlechtliches sexuelles Verhalten, erotisches und romantisches Begehren gegenüber Personen des eigenen Geschlechts als auch darauf aufbauende Identitäten – etwa sich selbst als lesbisch oder schwul zu definieren. So in etwa beschreibt die Online-Enzyklopädie  Wikipedia die gleichgeschlechtliche Liebe, heißt es in der Pressemitteilung des DRK. Dunkelziffer In der Vergangenheit gab es schon viele Versuche, den Anteil der Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung zu messen. Das Ergebnis schwankt dabei zwischen 0,4 und fünf Prozent, doch als wirklich zuverlässig gelten diese Zahlen nicht. Zu wenig weiß man über die Dunkelziffer derjenigen, die den großen Schritt noch nicht gewagt haben. Den Schritt, der sie auch öffentlich schwul oder lesbisch werden lässt. Den Schritt, der noch oft von dem Risiko begleitet ist, von jetzt auf gleich ein Außenseiter zu werden: das Coming-out.

In den meisten Fällen spüren Jungen und Mädchen schon in der Pubertät, zu welchem Geschlecht sie sich hingezogen fühlen. Dann ist es nicht das Mädchen, das wie bei allen anderen Klassenkameraden für Herzrasen und Kribbeln im Bauch sorgt, sondern der beste Freund. Danach ist alles ganz anders – die Freundschaft verkrampft, keiner weiß, was gerade los ist und man selbst ist der Ratloseste von allen. Was tun? Wie kann alles wieder „normal“ werden? Selbstzweifel Der Schock nach dem ersten homosexuellen Gefühl tritt bei fast jedem ein – egal in welchem Alter. Das Unverständnis darüber führt oft zu großen Selbstzweifeln. Deswegen ist der allererste Schritt zum öffentlichen Coming-out das innere Coming-out.

All das hat Andrea S. hinter sich gelassen. Die 49-jährige Attendornerin  ist  glücklich mit einer Frau verheiratet und lebt ihr „Anderssein“ offen und mit  absoluter Normalität aus.
Bietet ihre Unterstützung an: Andrea S.
Sie meldete sich nach dem Infoabend zum Thema „Vielfalt der geschlechtlichen und sexuellen Identität“  bei Petra Weinbrenner-Dorff, Mitarbeiterin der DRK-Selbsthilfe-Kontaktstelle und  Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen. „Ich dachte, ich könne doch gut etwas von meinen vielen Erfahrungen weiter geben“, berichtet Andrea S.

Aus diesem Grund gründete sie zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstelle des Deutschen Roten Kreuz die neue Selbsthilfegruppe „Rainbow“, die ab Donnerstag, 18. Januar, einmal monatlich zum Treffen Gleichgesinnter einlädt. Sie hofft, dass sie im geschützten Rahmen der Selbsthilfegruppe – hier herrscht natürlich Schweigepflicht – anderen Homo- oder Bisexuellen Mut machen kann, Vorurteile abzubauen, sich gegenseitig zu unterstützen. „Daher sind insbesondere auch Eltern, Freunde und Angehörige herzlich willkommen, denn viele fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben – was natürlich Quatsch ist“, so Andrea weiter. 

Weitere Infos zum Thema Selbsthilfegruppe „Rainbow“ über die Selbsthilfekontaktstelle des Deutschen Roten Kreuz Olpe Tel. 02761/2643,Tel. 0151/19523941 oder per Mail unter weinbrenner.dorff@kv-olpe.drk.de.
(LP)

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