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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 11. Juli 2015

Handwerker klagen beim Besuch von MdB Matthias Heider über Bewerbermangel und Bürokratie

Lehrstellen bleiben Leerstellen

MdB Heider besucht Baustelle
Ein offenes Ohr zeigte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider bei einem Treffen mit Vertretern dreier Handwerksinnungen. Bei einer Baustellenbesichtigung im Rohbau an der Martinstraße 17 in Olpe schilderten die Handwerksobermeister Thomas Enders (Heizung/Sanitär), Wolfgang Kleine (Elektro) und Frank Clemens (Dachdecker) die aktuelle Situation des Handwerks vor dem Hintergrund aktueller politischer Vorgaben. Er sei vor Ort, um sich über die Auswirkungen von Neuregelungen zu informieren, sagte Heider.

Die Dokumentationspflicht beim Mindestlohn nannten die Obermeister besonders hinderlich. Da sie ohnehin verpflichtet seien, die Einsätze ihrer Mitarbeiter zu dokumentieren, ergebe sich aus der neuen Verordnung erheblicher Zusatzaufwand, der kaum noch zu leisten sei. Wir müssen mehr an die Eigenverantwortung appellieren, stat alles staatlich zu regeln, so Heider. Er plädierte für eine Eins-zu-eins-Regelung: Wenn eine neue Regelung eingeführt werde, müsse im Gegenzug eine andere abgeschafft werden.

Kontrollen sollten nicht mehr vom Zoll, sondern durch die Arbeitsbehörden durchgeführt werden, so Heider: „Es muss nicht gleich der Zoll in voller Montur und mit Schäferhund auflaufen, um eine Routinekontrolle durchzuführen.“ Das nämlich werfe ein schlechtes Bild auf das kontrollierte Unternehmen und könne leicht zu Vorverurteilungen führen, sprach er den Innungsvertretern aus der Seele.
Der CDU-Abgeordnete Dr. Matthias Heider (li) ließ sich im Beisein von CDU-Bürgermeisterkandidat Peter Weber (re) von den Handwerksobermeistern die Lage schildern.
Ein besonderes Problem sehen die Handwerker am Arbeitsmarkt. Trotz fast 4-prozentiger Arbeitslosenquote im Kreis sei es kaum noch möglich, geeignete Bewerber zu finden. Das gelte vor allem für Ausbildungsplätze. Lehrstellen seien häufig nicht zu besetzen, weil bei den Jugendlichen entweder kein Interesse am Handwerk bestehe oder sie schlicht nicht qualifiziert seien. Letzteres gelte für alle schulischen Bereiche - sprachliche Fähigkeiten wurden ebenso genannt wie Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften. „Ein Auszubildender muss schon in der Lage sein, die Spannung an verschiedenen Stellen einer Schaltung zu berechnen“, nannte Elektromeister Kleine ein Beispiel.

Bauherr und Bauträger Berthold Böhler informierte die Besucher über das Bauprojekt an der Martinstraße, wo mehrere Wohnungen, Büros und ein Ladenlokal entstehen.
An der Martinstraße 27 in Olpe entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus.

Ein Artikel von Volker Lübke

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