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Kreis Olpe, 16. März 2018

Kreis Olpe: Wild kennt keine Uhrzeit

Bei einem Wildunfall ist man gesetzlich verpflichtet diesen zu melden.
Bei einem Wildunfall ist man gesetzlich verpflichtet diesen zu melden.
Symbolfoto: LJV NRW
Kreis Olpe. Meist passiert es in der Dämmerung – Unfälle zwischen Wild und Autofahrern führen jährlich zu etwa 20 Verkehrstoten, viel Tierleid und etwa 680 Millionen Euro Sachschäden. Zur Zeitumstellung ist besondere Vorsicht geboten, denn die Tiere kennen keine Uhrzeit und werden vom starken Verkehrsaufkommen oftmals überrascht.

Auch im Kreis Olpe kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, warnt die Kreisjägerschaft Kurköln Olpe. „Die Morgen- und Abendstunden, zur Zeit des Berufsverkehrs, sind besonders gefährlich“, erklärt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Karl-Josef Fischer, „wenn das Wild zwischen seinen Einständen im Wald und den Wiesen wechselt, um Futter zu suchen“.

Autofahrer sollten daher besonders achtsam fahren. Ein Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit kann verheerende Folgen haben. „Ein Reh von nur 20 Kilogramm, hat bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne“, erläutert Fischer weiter, „so kann ein Unfall schnell tödliche Folgen für die Insassen haben.“ Warnschilder in gefährlichen BereichenAn besonders gefährdeten Bereichen sind Warnschilder aufgestellt. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß, muss die Polizei vom Fahrer benachrichtigt werden. Dies gilt auch dann, wenn das Wild geflüchtet ist. Die Polizei wird dann den örtlichen Jäger informieren. Die Tiere erleiden nach einem Crash oft schwere innere Verletzungen. Um unnötige Qualen zu verhindern, veranlasst der zustände Jäger dann eine sogenannte Nachsuche. „Dafür haben wir speziell ausgebildete Hunde, mit ihnen können wir auch ohne Spuren von Blut das verletzte Stück Wild finden“, erklärt der Vorsitzende der Jäger im Kreis Olpe.

Fahrzeugführer sind rechtlich verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Wer dies in NRW bei einem Verkehrsunfall mit Paarhufern, hierzu gehören Reh, Wildschwein, Mufflon und die drei in NRW vorkommenden Hirscharten, nicht tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Mehr Informationen und Tipps, wie man einen Unfall vermeiden kann und was im Fall der Fälle zu tun ist, gibt es in einer Broschüre vom Landesjagdverband NRW.  Die Kreisjägerschaft Kurköln Olpe rät zu folgenden Punkten, um Wildunfälle zu verhindern:  
  • Fahrbahnränder genau beobachten,
  • Wildwechselschilder beachten,
  • Sicherheitsabstand einhalten,
  • bei Anblick eines Rehes mit weiterem Wild rechnen.
Wenn Wild auf die Straße wechselt, ist zu folgendem Vorgehen zu raten:
  • Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden,
  • nachfolgenden Verkehr beachten,
  • an den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher, als ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder ähnlich.
Wenn es zu einem Unfall kommt und Sie ein Tier angefahren oder überfahren haben:

• umgehend anhalten,
• Warnweste anziehen,
• Unfallstelle absichern,
• bei Verletzten, diese versorgen,
• überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernen, wenn dies nicht möglich ist kennzeichnen (Warndreieck, Blinklicht),
• Unfallort markieren,
• unverzüglich die Polizei informieren,
• Jagdausübungsberechtigten informieren ggf. über die Polizei,
• Wildunfall durch Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.
(LP)

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