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Kreis Olpe, 03. August 2018

Temperaturen sorgen für Kreislaufprobleme

Krankenhäuser im Kreis Olpe verzeichnen mehr Hitze-Patienten

Krankenhäuser verzeichnen mehr Hitze-Patienten in diesem Sommer
Symbolfoto: rawpixel on Unsplash
Kreis Olpe. Mit der Hitze kommen die Kreislaufbeschwerden: Die Krankenhäuser im Kreis Olpe verzeichnen momentan ein hohes Aufkommen an sogenannten Hitze-Patienten. Rund 30 Prozent mehr Patienten sind in der vergangenen Woche aufgrund der hohen Temperaturen in die Helios Klinik Attendorn gekommen. In Lennestadt und Olpe ließen sich wegen der Hitze ebenfalls mehr Menschen behandeln, ein so deutlicher Anstieg wie in der Hansestadt war hier allerdings nicht zu verzeichnen.

„Es kommen deutlich mehr Menschen als gewöhnlich“, erklärt Dr. med. Stephan A. Doldi, Chefarzt der Kardiologie. Er spricht von einer „enormen Flut von Leuten“, die in den vergangenen Tagen das Krankenhaus aufsuchten oder auch in die Notaufnahme gebracht wurden. In diesem Sommer sei es extrem: Viele Menschen hätten Herz-Kreislauf-Probleme, litten unter Schwindel und würden teilweise bewusstlos, erklärt der Experte.

Auch Thomas Klur, Pressesprecher der Hospitalgesellschaft Südwestfalen, bestätigte, dass die Kollegen in den Krankenhäusern in Olpe und Lennestadt merkten, dass die Hitze einigen Patienten zu schaffen macht und auch mehr Menschen mit typischen Hitze-Symptomen kämen. Allerdings bleibe noch alles im Rahmen. Von einem deutlichen höheren Aufkommen an Patienten, sodass das Personal mit der Arbeit nicht hinterherkomme, könne man nicht sprechen. 
Dr. med. Stephan A. Doldi, Chefarzt der Kardiologie, an der Helios Klinik.
Klur erklärt, dass es eben saisonale Verschiebungen der Erkrankungen gebe. Sprich: Im Winter komme es häufiger zu Grippefällen, und im Sommer hätteen die Leute mehr Probleme mit ihrem Wasser- und Elektrolyt-Haushalt.

Zwar kämen im Sommer immer viele Patienten, „aber dieses Jahr ist deutlich spürbar, dass es mehr sind“, so Doldi. Denn viele gingen einfach ihrem normalen Tagesgeschäft nach, mähen also den Rasen, gehen einkaufen oder joggen. Sie belasten sich also stark bei dieser Hitze, „und das ist zu viel“, sagt der Mediziner. Die Mittagssonne meiden Besonders ältere Menschen und Personen, die herzkrank sind, leiden an diesen heißen Tagen besonders. Diese sollten die Mittagssonne meiden, selbstverständlich viel trinken, und Arbeiten oder Sport auf die Morgen- oder Abendstunden legen, sagt Doldi.

Junge, gesunde Menschen kämen gut damit klar, aber der Facharzt rät - gerade mit Blick auf Schützenfeste oder andere Veranstaltungen - möglichst wenig Alkohol zu trinken und dafür mal ein Glas Wasser zu sich zu nehmen. Denn bei diesen Events komme es häufig vor, dass die Leute kollabieren und letztlich ins Krankenhaus müssten.
Experten-Tipps bei Überhitzungsanzeichen:
  • Sofort in den Schatten
  • Feuchte Umschläge
  • Langsam abkühlen – nicht sofort in kaltes Wasser springen
  • Für ältere Menschen gilt: Kein eiskaltes Wasser trinken
  • Anstrengende Tätigkeiten in der Mittagssonne meiden
  • Generell am Tag bis zu drei Liter Wasser trinken
Ein Artikel von Christine Schmidt

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