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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 10. Mai 2015

Abenteuer Mama: Zwei junge Frauen berichten von ihren Leben als junge Mütter

Jeder Tag ist ein unvergesslicher Muttertag

Jeder Tag ist ein Muttertag

Als Jasmin Vandam von ihrer Schwangerschaft erfährt, ist sie 14 Jahre alt. Völlig durcheinander verlässt sie den Frauenarzt und macht sich mit gemischten Gefühlen und einem Ultraschallbild in der Hand auf den Weg nach Hause. „Was Papa wohl sagen wird?“, diese Frage beschäftigt sie die ganze Zeit – doch ihr Vater reagiert unerwartet gelassen. „Ich habe schon damit gerechnet“, sagt Jasmins Vater. Für beide steht fest, dass nicht abgetrieben wird. Auch, wenn es mit einem Kind nicht leicht sein wird. In der zehnten Schwangerschaftswoche teilt Jasmin die Nachricht ihrem Klassenlehrer und den Mitschülern mit. Diese reagieren geschockt, gewöhnen sich aber schnell an den Gedanken und verhalten sich rücksichtsvoll.Stiefmutter kümmert sich in der Schulzeit ums Kind Die Schwangerschaft verläuft unproblematisch. Sie erwartet einen kleinen Jungen, den sie Linus nennen wird. Die werdende Mama hat sich bereits auf den Nachwuchs eingestellt und sehnt sich den Tag der Geburt herbei. Für sie ist es selbstverständlich, während der Zeit weder zu rauchen noch Alkohol zu trinken. Ende Oktober vergangenen Jahres ist es so weit: Linus erblickt das Licht der Welt. Winzig klein und doch so perfekt liegt er da. „Ein unbeschreiblich schönes Gefühl“, sagt Jasmin Vandam. Die ersten Tage sind eine Umstellung. Das nächtliche Aufstehen fällt ihr anfangs noch sehr schwer, pendelt sich aber mit der Zeit ein. Viel lieber bleibt Jasmin zuhause bei ihrem Baby, aber dann ruft die Schulpflicht. In der Schulzeit kümmert sich Jasmin Vandams Stiefmutter um das Kind.
Die 16-jährige Jasmin Vandam mit ihrem Sohn Linus.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und Linus kann laufen. Am liebsten geht er mit seiner Mama auf den Spielplatz oder Spazieren. Ab dem nächsten Jahr wird Linus einen Kindergarten besuchen, da Jasmin eine Ausbildung zur Bäckerin beginnt. Schon jetzt kann Linus stolz auf seine Mama sein, denn mit 16 Jahren hat sie viel geschafft, was andere ihr nicht zugetraut haben. Jasmin sagt, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind sprichwörtlich Berge versetzen kann – egal, ob die Mutter jung oder alt ist.
Die 24-jährige Antje mit ihrer Tochter.


Antje erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle Kaum war der Kinderwunsch vorhanden, bekam Antje nach einem halben Jahr die Nachricht, schwanger zu sein. Nun hatte die 24-Jährige aus Lennestadt-Maumke neun aufregende Monate vor sich. Die Freude auf das Baby war groß. Dennoch erlebte sie diese Zeit als eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Einer der unbeschreiblichsten Momente war für sie, das Baby im Bauch zu spüren. Oft legte sie die Hand auf den Bauch und spürte, wie die kleine Tochter sich bewegte. Es war nicht immer leicht in der Schwangerschaft den Alltag zu bewältigen. Ständige Stimmungsschwankungen, gefolgt von Rückenschmerzen und beispielsweise Kurzatmigkeit erschwerten ihr die Zeit.

Der Tag der Geburt: Nach zwölf Stunden Wehen war es dann so weit. Alle Sorgen waren schnell vergessen, als Antje das erste Mal ihr kleines Baby in den Armen hielt. Mit diesem Moment begann das Abenteuer Mama. „Am Anfang schlief mein Engel die meiste Zeit, dabei beobachtete ich sie sehr oft, weil sie dabei immer so schön lächelte“, berichtet Antje. Die Zeit verflog wie im Fluge, vor allem das erste Jahr. Jeden Tag lernte die Kleine etwas Neues dazu. Für Antje ist es eine Freude, ihrer Tochter dabei zuzusehen, welche Fortschritte sie dabei macht.Haushalt bleibt manchmal auf der Strecke Ehe sie sich versah, fing sie auch schon das Krabbeln an und recht schnell auch das Laufen. Von nun an war nichts mehr sicher. Antjes Tochter hat ihren eigenen Kopf, den sie durchzusetzen versucht, was nicht immer leicht erscheint. Die Wäsche häuft sich an, der Haushalt bleibt auf der Strecke und auch das Mittagessen, welches Antje mühevoll zubereitet hat, ist überall - nur nicht da, wo es sein soll. Mama sein ist eine Herausforderung und das jeden Tag aufs Neue. „Lächelt mich die Kleine an, umarmt mich oder drückt mir einen Kuss auf die Wange, dann sind all die Dinge vergessen, über die ich mich gerade noch aufgeregt habe“, sagt Antje. Die Liebe zum Kind ist für sie etwas Unendliches. Deswegen ist für Antje jeder Tag ein unvergesslicher Muttertag.
Ein Artikel von Jacqueline Radomski-Dicke

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