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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 19. September 2015

Aktionen in Sporthallen, Betrieben, Schulen, auf Plätzen und Märkten in „Woche der Wiederbelebung“

„Jeder kann Leben retten"

Symbolfoto: Sven Prillwitz
Im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ haben sich Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Vereine, der Kreissportbund und als Plattformgeber der Kreis Olpe mit den Krankenhäusern und Arztpraxen zusammen getan. Zu rund 40 Gelegenheiten, bei Turn- und Sportvereinen, in Schulen, in Arztpraxen, auf Übungsplätzen und bei den großen Veranstaltungen der nächsten Wochen wird es Vorträge, Trainings und Informationsangebote geben.

„Ein Großteil der Herzstillstände findet im persönlichen Umfeld statt, das heißt zu Hause, beim Sport oder auf der Arbeit“, so Dr. Matthias Danz, einer der Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Olpe. „Jeder kann in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein. Denn: Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen“.

Für Thorsten David von der DLRG Bezirk Süd Sauerland eine Ehrensache, sich an den Aktionen zu beteiligen: „Da der letzte Erste-Hilfe-Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein.“ Das sieht auch Jenifer Wacker vom Kreissportbund Olpe so: „Jeder kann Leben retten. Deshalb haben wir die Trainings gerne in die Vereine und Schulen getragen.“ Deutsche Helferquote zu niedrig Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Zwar sind die Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der Woche der Wiederbelebung angestiegen. Doch die Helferquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich zu niedrig. Weniger als ein Drittel der Beteiligten traut sich, zu helfen. Insbesondere die Mund-zu-Mund-Beatmung ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Mit den Aktionen im gesamten Kreisgebiet soll dieses Wissen in die Breite der Bevölkerung getragen werden. „Untersuchungen haben gezeigt, dass selbst Schüler ab der 7. Klasse problemlos Erwachsene wiederbeleben können“, sagt Dr. Danz. Wichtig sei, Menschen das Thema Reanimation näher zu bringen und sie frühzeitig als kompetente Ersthelfer auszubilden. Dafür sei die Veranstaltungswoche ein guter Anfang. Devise: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Thorsten David. So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert. „Denn Reanimation ist einfach – Jeder kann ein Leben retten!“, fasst Jenifer Wacker zusammen. (LP)
„Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“
•Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Doch die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich ist alarmierend gering. Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. Man kann nichts falsch machen. Jeder kann es.
•Hier setzt die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützte „Woche der Wiederbelebung“ unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ an. Ziel ist es, das Bewusstsein für lebensrettende Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen, Hemmschwellen abzubauen und über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu informieren. Dabei steht die sich leicht zu merkende Botschaft der Reanimation im Vordergrund: „PRÜFEN. RUFEN. DRÜCKEN!“.
•Die „Woche der Wiederbelebung“ ist eine Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin in Kooperation mit dem German Resuscitation Council und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie.
•Weitere Informationen im Internet unter: www.wiederbelebung-kreis-olpe.de; Facebook: Woche der Wiederbelebung Kreis Olpe
•Kontakt für Rückfragen: Dr. med. Matthias Danz, Tel. 02761/81 209; E-Mail: m.danz@kreis-olpe.de

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