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Kreis Olpe, 25. Oktober 2016

„...oftmals auch einfach nur mal zuhören, einen Ratschlag geben oder eine kleine Umarmung“

Interview mit einer Auszubildenden zur Altenpflegerin

Virginia Kamp.
Virginia Kamp.
Foto: privat
Virginia Kamp macht zurzeit eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin beim Caritasverband Olpe. Im Gespräch mit dem Online-Job- und Ausbildungsportal Karriere Südwestfalen spricht sie über die Inhalte ihrer Ausbildung und verrät, worauf es bei ihrem Job ankommt.

Warum hast Du Dich für diese Ausbildung entschieden?
Ich habe mich für diese Ausbildung entschieden, da ich schon immer sehr gerne mit Menschen arbeiten wollte, ich mich zusätzlich engagieren wollte, anderen Menschen zu helfen und ich durch kleine Einblicke in den Beruf ziemlich schnell für mich entschieden habe, dass ich den Beruf der Altenpflegerin im ambulanten Pflegedienst des Caritaszentrum Attendorn erlenen möchte.
Wie ist Deine Ausbildung strukturiert?
Meine Ausbildung ist so strukturiert, dass ich Blockunterricht habe, sprich immer mehrere Wochen Schule am Stück. Und dazwischen habe ich immer praktische Arbeitseinsätze, die auch über mehrere Wochen gehen.

Im ersten Ausbildungsjahr habe ich einen praktischen Einsatz im Altenheim gehabt. Im zweiten Ausbildungsjahr wurde ich im Olper Krankenhaus eingesetzt und im dritten Ausbildungsjahr habe ich auf der geschlossenen Psychiatrie in Olpe gearbeitet.
Was gehört alles zu Deinen Aufgaben?
Zu meinen Aufgaben gehört:

- Menschen in ihren alltäglichen Aufgaben unterstützen und fördern
- Die grundpflegerische Versorgung eines älteren Menschen
- Medizinische Versorgung wie Tabletten richten und verabreichen, Wundversorgungen, Anhängen von Infusionen oder Nahrung über eine Magensonde verabreichen, Anti-Thrombose-Strümpfe anziehen, Prophylaxen durchführen
- Telefonaten mit Ärzten, Apothekern etc.
- Gespräche und Beratung der Patienten und Angehörigen
- Blutzucker messen und Insulin spritzen
- Aber oftmals auch einfach nur mal zuhören, einen Ratschlag geben oder eine kleine Umarmung
Was reizt Dich besonders an Deiner Arbeit?
Ich finde es besonders toll, was man von seinen Patienten an Dankbarkeit zurückbekommt, ob es nur ein kleines „Dankeschön“ ist oder ein netter Händedruck, eine Umarmung oder aber auch nur ein einfaches Lächeln.

Man merkt, dass man gebraucht wird und zu einem Teil ihres Lebens wird. Sie lassen mich so nah an sich und ihr Leben heran, dass eine liebenswerte Beziehung entsteht.
Welche Interessen und Eigenschaften sollte ein Bewerber für Deine Ausbildung mitbringen?
Ein Bewerber sollte mitbringen:

- Empathie
- Hilfsbereitschaft
- Selbstbewusstsein
- Er/Sie muss sich in andere Menschen hineinversetzen können
- Verständnis
- Standhaftigkeit
- Er/Sie sollte freundlich und nett sein
- Verlässlichkeit, Verantwortung übernehmen können
- Pünktlichkeit
Was zeichnet Dein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber aus?
Das Caritas Zentrum Attendorn ist ein attraktiver Arbeitgeber, weil man von allen Seiten unterstützt wird. Die Pflegedienstleitung und vor allem die Praxisanleiter machen einen tollen Job, was die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler angeht.

Man wird gefördert, aber eben genauso auch gefordert. Man hat Weiterbildungsmöglichkeiten, sehr viel Abwechslung und man kann/darf/sollte sich selbst mit einbringen.
Was würdest Du anderen Interessierten für eine erfolgreiche Bewerbung zu einer solchen Ausbildungsstelle empfehlen?
Man sollte:

- einen recht guten Schulabschluss haben
- Willensstärke zeigen
- ein selbstbewusstes Auftreten haben
- Engagement zeigen
- Praktika machen
Interviews aus dem Berufsleben
Mit einer neuen Interviewreihe stellt LokalPlus ab sofort monatlich interessante Berufsbilder und spannende Ausbildungen vor. Zu Wort kommen dabei Fachkräfte, Personaler und Azubis regionaler Unternehmen, die aus ihrem Berufsalltag berichten und so einen authentischen Einblick in deren Arbeitswelt ermöglichen.

Ziel ist es, vor allem junge Menschen für eine Karriere in heimischen Unternehmen zu begeistern und so dazu beizutragen, die Lebens- und Arbeitsregion im Kreis Olpe und darüber hinaus in Südwestfalen nachhaltig interessant zu machen.
Ein Artikel von Christoph Reuber

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