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Kreis Olpe, 11. Juni 2017

Jubiläumsfeier des Kreises Olpe

Informativ und vielfältig: Kreisverwaltung stellt ihre Aufgaben vor

Informativ und vielfältig: Kreisverwaltung stellt ihre Aufgaben vor
Fotos: Nils Dinkel
Kreis Olpe. Auf der Blaulichtmeile vor dem Kreishaus präsentierten sich Polizei und Rettungshelfer, auf dem Parkplatz gab es Live-Musik, Talkrunden und Kinderspaß. Im Kreishaus selbst stellten derweil die Fachdienste ihre Aufgabenfelder vor – und freuten sich teilweise bereits kurz nach der offiziellen Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten über das rege Interesse der Besucher. Ein kurzer Rundgang.

„Wir hören heute immer wieder, dass die Leute überrascht sind, dass die Museumslandschaft im Kreis Olpe so vielfältig ist“, freut sich Bärbel Haustein vom Fachdienst Schulen, Sport und Kultur. Am Stand der AG Museumslandschaft gibt es jede Menge Flyer, Broschüren und weiteres Infomaterial zu Museen, Heimatstuben und Sammlungen im Kreisgebiet. Die AG fungiere als Dachverband, erklärt Koordinatorin Antonia Krihl.

Ein dreigeteilter Glaskasten lockt insbesondere Kinder an den Stand des Fachdienstes Umwelt. Der Kasten ist dreigeteilt: ein großer Erdhaufen mit Laub an einem Ende, ein kleinerer am anderen. Der mittlere Bereich ist leer. Der „Regenwurmkasten“, wie ihn Nathalie Marx vom Fachdienst Umwelt nennt, stellt anschaulich dar, welche Bedeutung Regenwürmer für Böden und das Ökosystem im Allgemeinen haben – nämlich eine immens wichtige. „Der Regenwurm gibt das Startsignal für die Verrottung. Durch ihn können kleine Lebewesen weiter arbeiten im Boden“, sagt Marx. Adoption als „Tabu-Thema“ Der größere Haufen Erde in dem Kasten ist dem Wirken von Regenwürmern zu verdanken: Sie haben einen Teil des Laubs gefressen und sich in den Boden gegraben, dadurch Löcher und Raum geschaffen und die Erde gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt. „So können wieder Nährstoffe in den Kreislauf gelangen und Pflanzen wachsen“, so Marx. Auch die Bedeutung der richtigen Abfallentsorgung für Böden und Natur und die unfassbare Anzahl an Lebewesen, die unter der Fläche eines mittelgroßen Fußes im Boden leben, entlockten den vielen Besuchern immer wieder ein Staunen, erklärt Marx, die sich zusammen mit ihren Kollegen über großen Zulauf freut. Zwischen dem Fachdienst Liegenschaftskataster und Geoinformationen und einem Infostand zum Thema Pflege findet sich der Adoptionsdienst des Kreises Olpe, der zum Jugendamt gehört. Mit besonders vielen Menschen sei sie bislang nicht ins Gespräch gekommen, sagt Ute Becher. Das habe sie aber ohnehin nicht erwartet, weil es sich bei Adoption „eher um ein Tabu-Thema“ handle. Wichtiger sei es, zu signalisieren, dass es im Kreis eine Anlaufstelle gibt – sowohl für kinderlose Paare, die sich Nachwuchs wünschen, als auch für Fälle von ungewollten Schwangerschaften. Auszubildende stellen ihre Berufe vor Das ein oder andere Gespräch mit Jugendlichen haben auch Daniel Jacob und Philipp Heuer knapp zwei Stunden nach der Eröffnung bereits geführt. Die beiden absolvieren ein duales Studium, lassen sich im Kreishaus praktisch in der Verwaltungsarbeit ausbilden und an einer Hochschule im Schwerpunkt Verwaltungsrecht. „Bachelor of Laws“ lautet die offizielle Bezeichnung des dualen Studiums. Weitere Ausbildungsberufe, die bei der Kreisverwaltung möglich sind: Verwaltungsfachangestellter, Geomatiker, Straßenwärter und Notfallassistent.

Auch die Polizei stellt sich im Kreishaus vor und hofft, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen, wie eine ebenfalls noch junge Polizistin verrät. Weil die meisten Besucher bislang nicht in dieses Altersschema gepasst hätten, sei die Nachfrage noch nicht allzu hoch gewesen. Immerhin: Einige konkrete Anfragen nach beruflichen Anforderungen habe es schon gegeben. Das Kreishaus lebt Gegenüber von ihrem Stand lacht ein kleines Mädchen derweil erfreut auf. Der Abdruck ihres Fingers, der gerade auf einem Scanner liegt, wird auf einem Computerbildschirm angezeigt. Ein Polizeibeamter erklärt ihr, zu welchem Zweck die Polizei Menschen Fingerabdrücke abnimmt. Mehrere Schaulustige sehen und hören gespannt zu.

Schon ein kurzer Rundgang reicht aus, um festzustellen: Das Kreishaus lebt an diesem Tag, ist erfüllt von Stimmengewirr und entspannt-geselligem Treiben. Das Vorhaben, sich als vielfältiger und „moderner Dienstleister“ (O-Ton: Andrea Kramer-Pabst, Projektleiterin des Kreisjubiläums) zu präsentieren, dürfte erfolgreich sein.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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