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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 28. September 2015

Digitaler Wandel am Arbeitsplatz – was ändert sich für Beschäftigte?

Industrie 4.0: NGG startet Projekt

Will mitreden bei den Arbeitsplätzen der Zukunft: Isabell Mura. Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen setzt sich dafür ein, dass die Interessen der Beschäftigten beim digitalen Wandel nicht unter die Räder kommen.
Will mitreden bei den Arbeitsplätzen der Zukunft: Isabell Mura. Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen setzt sich dafür ein, dass die Interessen der Beschäftigten beim digitalen Wandel nicht unter die Räder kommen.
Foto: NGG
Die „Industrie 4.0“ ist in aller Munde. Aber was heißt das eigentlich für die Beschäftigten im Kreis Olpe? Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung ganz konkret am Arbeitsplatz haben? Das will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wissen und hat zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium das Projekt „Arbeit 2020“ gestartet.

„Beim Thema digitaler Wandel geht es meistens um Technik. Aber wir müssen uns auch fragen, was hier auf die Beschäftigten zukommt. Das fängt beim Umgang mit neuer Software an und geht bis zu immer flexibleren Arbeitszeiten“, sagt Isabell Mura von der NGG Südwestfalen. In vielen Branchen werde sich der Arbeitsalltag massiv ändern.

Zum Beispiel in der Ernährungsindustrie. Rund 1.430 Beschäftigte arbeiten hier im Kreis Olpe. Digitale Technologien beeinflussen die Arbeitswelt schon jetzt – ob im Labor, in der Anlagensteuerung oder in der Logistik. Für NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura ist klar: „Die Digitalisierung darf nicht auf Kosten der Arbeitsplätze gehen. Wir brauchen daher eine Qualifikations-Offensive. Auch bei der Ausbildung müssen die neuen Technologien eine stärkere Rolle spielen.“ Hier seien besonders die Betriebsräte gefragt. Sie setzen sich im Projekt „Arbeit 2020“ dafür ein, dass die Interessen der Beschäftigten nicht unter die Räder kommen. „Zur Arbeit der Zukunft gehört ganz klar die Mitbestimmung im Betrieb“, so Mura. „Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt immer mehr“ Eine Kernfrage sei die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die E-Mail nach Feierabend oder sogar die Steuerung einer Maschine von zuhause: „Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt immer mehr. Das darf aber nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen. Lohn- und Zeitausgleich müssen auch künftig im Tarifvertrag geregelt sein“, betont Isabell Mura. Gute Arbeitsbedingungen garantierten zudem eine höhere Produktivität – gerade in der Industrie. Unternehmen sollten in der digitalen Wirtschaft nicht auf Werkverträge oder Leiharbeit setzen – sondern auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, so die Gewerkschafterin.

„Für die Beschäftigten im Kreis Olpe ist die Industrie 4.0 eine große Chance. Es kommt immer stärker darauf an, sich einzubringen und den Arbeitsplatz mitzugestalten“, sagt Isabell Mura. Dafür gebe es die digitalen Technologien. Und – nicht erst seit gestern – die Gewerkschaften.
(LP)

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