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Kreis Olpe, 28. Januar 2017

Erst Anruf - dann Fax

IHK warnt vor unseriösen Faxen

IHK warnt vor unseriösen Faxen
Foto: © Alexander Raths / Fotolia
Kreis Olpe. „Vermehrt sind die Unternehmen unserer Region derzeit Ziel unseriöser Geschäftspraktiken“, dies teilt die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) mit und warnt aktuell vor der sogenannten „Fax-Masche“, einer besonders durchdachten Spielart des Registerschwindels.

Dabei meldet sich ein seriös klingender Anrufer und teilt dem Unternehmer mit, dass dessen angeblich schon bestehender Registereintrag in einem Branchenverzeichnis (z.B. „Online-Portal“) dringend aktualisiert werden müsse. Unmittelbar nach dem Telefonat erreicht den Unternehmer dann ein Fax, das er schnellstmöglich unterzeichnet zurücksenden soll. Ungewollt mehrjährigen Vertrag unterzeichnet In der Hektik des Arbeitsalltages will der Unternehmer die Sache vom Tisch haben, unterschreibt das bereits mit seinen Firmendaten vorausgefüllte Fax und versendet es an die aufgedruckte Nummer. Durch die telefonisch geschürte Eile und eine geschickte grafische Gestaltung des Faxschreibens bleibt dem Unternehmer verborgen, dass er ungewollt einen mehrjährigen Vertrag über einen für ihn faktisch wertlosen Registereintrag schließt.  Dies wird ihm erst wenig später klar, wenn er eine Rechnung über mehrere hundert Euro in den Händen hält. „Arglistige Täuschung“ „So einfach es klingen mag: Jeder sollte stets genau lesen und prüfen, was er unterschreibt. Misstrauen ist angebracht, wenn im Rahmen von Telefonaten auf Unterzeichnung und Rücksendung von Formularen gedrängt wird. Auch Mitarbeiter in größeren Unternehmen müssen für diese Art von Gefahren sensibilisiert werden“, rät Jens Brill, Jurist der IHK Siegen, der Betroffenen zugleich Hoffnung macht: „Wer ein solches Formular bereits unterschrieben zurückgesandt hat, hat häufig die Möglichkeit, seine Willenserklärung zum Vertragsschluss umgehend wegen arglistiger Täuschung anzufechten und vorsorglich hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Kündigung auszusprechen.“ Weitere Informationen zum Thema „Registerschwindel“ stellt die IHK Siegen auf ihrer Internet-Seite bereit. (LP)

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