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Kreis Olpe, 14.10.2021

Aktive aus Kreis Olpe suchen Verstärkung

Heimische Helfer im Dauereinsatz - „SolidAHRität“ mit dem Ahrtal

Die Helfer aus dem Kreis Olpe sind jedes Wochenende im Ahrtal im Einsatz, um die Flutschäden zu beseitigen und beim Wiederaufbau mit anzupacken.
Die Helfer aus dem Kreis Olpe sind jedes Wochenende im Ahrtal im Einsatz, um die Flutschäden zu beseitigen und beim Wiederaufbau mit anzupacken.
privat
Kreis Olpe/Ahrtal. Der Winter steht vor der Tür. Für das von der Hochwasserkatastrophe betroffene Ahrtal ist gerade jetzt jede Hilfe wichtig, damit noch möglichst viel geleistet werden kann, bevor es die Witterung nicht mehr zulässt. „Fahr mit uns ins Ahrtal“ – das ist deshalb die Bitte einer Helfergruppe aus dem Kreis Olpe.

Seit mittlerweile elf Wochen fahren Menschen aus dem Raum Kirchhundem und Olpe mit Fahrgemeinschaften an jedem Wochenende ins Ahrtal. Helga und Wolfgang Cürten aus Olpe und Daniel Krämer aus Welschen Ennest initiierten in den ersten Wochen nach der Hochwasserkatastrophe Fahrgemeinschaften zum „Helfer-Shuttle“ in Grafschaft/Ringen. Und die Gruppe wurde und wird immer größer.

„Die Menschen brauchen diese Hilfe“

Das Prinzip des „Helfer-Shuttle“ ist simpel, erklärt Daniel Krämer: „Arbeitskleidung und festes Schuhwerk sind die Grundausrüstung. Man fährt zum Helferplatz. Dort warten Scouts, die Gruppen für Arbeitseinsätze bilden. Vor Ort kann man sich mit Werkzeugen, Handschuhen und Masken ausstatten und dann geht es mit Bussen ins Tal. Der Bustransfer für nachmittags ist auch organisiert. Abends auf den Helferplatz trifft man sich zu einem Ausklang bei Getränken und Essen.“

Die heimische Gruppe organisiert sich über WhatsApp. Mitte der Woche wird geklärt, wer wann fährt. Helga Cürten ist jede Woche mit dabei, hat viele Orte im Ahrtal kennengelernt: „Man sieht von Woche zu Woche, wie die Arbeiten vorangehen.


Als ich Ende Juli zum ersten Mal dort war, ging ohne Gummistiefel nichts. Schlamm musste aus Kellern geräumt werden. Seit Wochen geht es voran, Estrich entfernen und Putz von den Wänden stemmen. In Gruppen ist das kein Problem. Das ist richtige Teamarbeit! Die Menschen im Ahrtal brauchen diese Hilfe. Ohne Helfer wäre das in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen.“

Die Helfer aus dem Kreis Olpe sind jedes Wochenende im Ahrtal im Einsatz und sanieren zum Beispiel Hausfassaden.

Nach drei Monaten sind die meisten Aufräumarbeiten geschafft. Viele Häuser sind entkernt. Es geht bergauf. Silvia Greiten ist fasziniert von der beispiellosen Aktion, die Menschen bundesweit zusammenführt: „Wer einmal dort war, kennt und erlebt „SolidAHRität“ und „We AHR one“, Wortschöpfungen, die vom Hochwasser Betroffene und Helfer zusammenschweißen. Wer morgens auf dem Helferplatz ankommt, spürt: Da kommen Menschen zusammen, die nicht lange überlegen, sondern einfach machen. Unkompliziert. Jede Hand zählt!“

Nore Schmidt aus Welschen Ennest war auch schon mehrfach dort und erzählt von einer Begegnung mit einer Familie. Die Mutter bedankte sich: „Wir halten hier durch und haben Hoffnung, das alles zu schaffen, weil Helfer seit Wochen ununterbrochen jeden Tag ins Ahrtal kommen.“

Viele Helfer sind jedes Wochenende im Ahrtal im Einsatz, der vom Helfer-Shuttle koordiniert wird.

Olpe, Wenden, Gerlingen, Finnentrop, Lennestadt, Dünschede, Welschen Ennest, Rahrbach, Siegen und Burbach – die Gruppe wird immer größer. So lange die Witterung es zulässt, wird das Helfer-Shuttle im Ahrtal weiterlaufen. Nun drängt die Zeit und die Gruppe aus dem Sauerland möchte mit noch mehr Leuten ins Ahrtal fahren.


Auch an den kommenden Samstagen, auch an einigen Freitagen und Sonntagen, werden Fahrgemeinschaften gebildet: Abfahrt: 7 Uhr Kirche Welschen Ennest, 7.15 Uhr Pendlerparkplatz Gerlingen. Infos gibt es bei Daniel Krämer: 0160/1785 834 (Fahrgemeinschaft ab Welschen Ennest) sowie Helga und Wolfgang Cürten, 0157/7904 2041 (Fahrgemeinschaft ab Gerlingen).

Hilfsmöglichkeiten

Wer anders als mit Arbeitseinsätzen helfen möchte: Über die Gruppe können Spenden direkt an Menschen im Ahrtal weitergeleitet werden. Wer Menschen aus dem Flutgebiet in einer Ferienwohnung oder einem Hotel eine „Auszeit“ schenken möchte, kann Kontakte herstellen. Oder man informiert sich über die Homepage „helfer-shuttle.de“ und unterstützt dort den Kauf von Werkzeugen oder Trocknungsgeräten.

(LP)

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