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Kreis Olpe, 31. Januar 2018

Tierheim Olpe freut sich über große Anteilnahme

Happy End für ausgesetzte Hundewelpen

Verspielt und neugierig: Die drei Hundewelpen sind gesund und können sich vor Anfragen kaum retten. Hier streckt sich übrigens Rüde
Verspielt und neugierig: Die drei Hundewelpen sind gesund und können sich vor Anfragen kaum retten. Hier streckt sich übrigens Rüde "Speedy" in Richtung Kamera.
Foto: privat
Olpe. Speedy, Lotte und Paula haben den Überlebenskampf gemeistert: Die drei ausgesetzten Hundewelpen, die Anfang Januar schwer erkrankt im Tierheim Olpe abgegeben wurden, sind gesund und haben mittlerweile Namen. Jetzt dürfen sie sich große Hoffnungen auf ein liebevolles Zuhause machen, denn das über Facebook bekannt gewordene Schicksal der drei Jungtiere hat einen wahren Ansturm an Anfragen ausgelöst.

„Die drei sind jetzt richtig gut drauf, offen und freundlich und richtig propper“, sagt Tierheimleiterin Iris Drosten auf LokalPlus-Anfrage. Sie spricht von einem „echten Happy End“, weil die drei Welpen „fast am Ende“ gewesen seien, als sie im Tierheim abgegeben wurden. Die Hunde seien von einem Parvovirus, einer hochansteckenden Infektionskrankheit, befallen gewesen. Hauptsymptome: Durchfall und hohes Fieber. „Das kann einen kleinen so kleinen Organismus – jeder Welpe hat nur etwa drei Kilo gewogen – schnell dahinraffen“, erklärt Drosten.

Daher sei eine intensive Betreuung der Tiere notwendig gewesen – schon allein für die Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit, was zum Teil über Infusionen sichergestellt worden sei. Außerdem seien Speedy, Lotte und Paula „massiv verwurmt und verfloht“ gewesen. Wegen des Parvovirus „musste das alles der Reihe nach abgearbeitet“ werden, erklärt Drosten. Die jungen Hunde wurden in einem Quarantäne-Zwinger versorgt; Tierarzt, Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer des Tierheims mussten Schutzanzüge tragen und Desinfektionsmittel verwenden, damit der hochansteckende Virus sich nicht ausbreitet. Drosten lobt Teamleistung Dass das Fell-Trio die schwere Erkrankung überlebt und sich trotz der schwierigen Umstände so gut entwickelt habe, sei eine Teamleistung gewesen, sagt Drosten. Vor allem eine Praktikantin habe sich ganz besonders intensiv und liebevoll um die Welpen gekümmert – ein „echter Glücksgriff“, so Drosten. Die Praktikantin wird übrigens Lottes Frauchen. Auch Speedy und Paula dürften im Handumdrehen ein Zuhause finden. „Wir haben so viele Anfragen für die drei gekriegt, dass wir uns diese Woche damit beschäftigen, welche Interessenten wir einladen“, sagt Drosten.
"Lotte" wohnt demnächst bei der Praktikantin, die sich so intensiv um die erkrankten Welpen gekümmert hat.
Am 15. Januar hatte der Tierschutzverein Olpe in einem Facebook-Post auf das Schicksal der Hunde aufmerksam gemacht, die in einem Einkaufskorb auf dem „Park & Ride“-Parkplatz zwischen Olpe und Gerlingen gefunden worden waren (LokalPlus berichtete). Binnen 16 Stunden wurde der Post mehr als 1700 Mal geteilt, bis heute mehr als 4300 Mal. Die große Anteilnahme in Kombination mit dem erfolgreichen Überlebenskampf der drei jungen, jetzt etwa acht Wochen alten Hunde ist für Drosten der erfreuliche Aspekt dieser Geschichte. „Geldmaschine“ illegaler Welpenhandel Der negative: der illegale Welpenhandel, der vor allem in Osteuropa als „große Geldmaschine“ betrieben werde. Hier würden Welpen unter katastrophalen Bedingungen im großen Stil förmlich produziert und oft schon im Alter von vier Wochen von der Mutter getrennt werden. Acht Wochen gelten laut Drosten auch mit Blick auf Gesundheit und Sozialverhalten eigentlich als frühestmöglicher Zeitpunkt – „unter guten Aufzuchtbedingungen“. Stattdessen würden die Hundebabys schnellstmöglich nach Deutschland gebracht, um hier verkauft zu werden – in der Regel ohne Impfung und verwurmt und damit besonders anfällig für schwere Erkrankungen.
Noch eine kleine Herzensbrecherin, die schon bald ein neues Zuhause haben dürfte: Paula.
Die Vermarktung von Welpen laufe über das Internet. Das Geschäft funktioniere, weil die Hunde zu einem vergleichsweise günstigen Preis angeboten werden, Papiere gefälscht und falsche Hundemütter präsentiert würden, erklärt Drosten. Die Tierheimleiterin spricht von einer skrupellosen „Hunde-Mafia“, die die Tiere als reine Ware ansehe. „Und wenn die Welpen nicht verkauft werden, werden die halt entsorgt oder ausgesetzt“, so Drosten. Immer wieder würden solche Fälle bekannt. Und nicht immer gingen diese so gut aus wie im Fall von Speedy, Lotte und Paula.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: Happy End für ausgesetzte Hundewelpen