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Kreis Olpe, 08. Januar 2018

1300 Euro für Kinder- und Jugendhospiz in Olpe

Handball-Profi Carsten Lichtlein übergibt Spende im „Balthasar“

Handball-Profi Carsten Lichtlein (links) und Handelsvertreter Patrick Wimmer (Mitte) überreichten den symbolischen Scheck an Hospizleiter Rüdiger Barteit. Nele und Jannis durften bei der Übergabe mit aufs Bild.
Handball-Profi Carsten Lichtlein (links) und Handelsvertreter Patrick Wimmer (Mitte) überreichten den symbolischen Scheck an Hospizleiter Rüdiger Barteit. Nele und Jannis durften bei der Übergabe mit aufs Bild.
Foto: Sven Prillwitz
Olpe. Prominenter Besuch im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar: Handball-Profi Carsten Lichtlein hat am Montagnachmittag, 8. Januar, zusammen mit Patrick Wimmer von der Finanzberatung „Swiss Life Select“ einen symbolischen Spendenscheck über 1300 Euro überreicht. Außerdem beantwortete der Torwart des Bundesligisten VfL Gummersbach jede Menge Fragen der Kinder und Jugendlichen zum Profi-Dasein und zu seinen Plänen nach der Zeit als Spieler.

Das Geld war bei einer spontan initiierten Aktion zusammengekommen: Mitte Dezember hatte Wimmer nach eigenen Angaben das „starke Bedürfnis“ gehabt, etwas Gutes zu tun. Bei der Suche nach einem Adressaten für eine Spende fiel seine Wahl auf das Hospiz in Olpe. Sein Freund und Nachbar Carsten Lichtlein – beide wohnen in Gummersbach – sei sofort mit von der Partie gewesen.

800 Euro spendeten Freunde, Verwandte und Fans des VfL Gummersbach für die Hilfsaktion, weitere 500 Euro kamen von der „Swiss Life Select“- Stiftung. Das Geld soll „außer der Reihe“ in zusätzliches Personal investiert werden, sodass „mehr Zeit für Kinder und Jugendliche“ verfügbar sei, sagte Einrichtungsleiter Rüdiger Barteit. Einer der „Verrückten“ mit schiefer Nase Nach einer Führung durch das Hospiz und vor der Scheckübergabe nahm sich Carsten Lichtlein außerdem Zeit für eine Fragerunde. Der Nationalspieler, der mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) zwei Europameister- und einen Weltmeister-Titel gewonnen hat, verriet unter anderem, dass er sich vor jeder Partie mittels Fernsehaufzeichnung drei Spiele des jeweiligen Kontrahenten anschaue, um Wurfmuster und Bewegungsabläufe der Gegenspieler zu studieren – und zwar „akribisch“, so Lichtlein. Auf dem Feld selbst spüre er dann keinen Druck, weil „man im Spiel total im Tunnel“ sei, also hochkonzentriert.

Für Erstaunen sorgte die Erklärung des 37-Jährigen, dass ein geworfener Handball Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometer erreichen könnten. Entsprechend riskant, weil schmerzhaft sei die Rolle des Torhüters. Seine Nase sei von mehreren Gesichtstreffern „wie die Wirbelsäule doppel-S-förmig“, sagte Lichtlein grinsend. Er sei aber einer der „Verrückten“, die den ersten Treffer gut weggesteckt und sich damit für die Position zwischen den Pfosten entschieden hätten. Für die EM auf Abruf bereit Für die Zeit nach der Profikarriere könne er sich einen Job beim Deutschen Handballbund vorstellen, aber auch die Fortsetzung seines Berufs als Steuerfachangestellter, den er aktuell neben dem Handballsport in Olpe ausübt. Anders als Fußballer, die nicht nur bekannter seien, sondern auch wesentlich mehr Geld verdienten, sei es als Handballer unausweichlich, nach der aktiven Zeit einen Job zu übernehmen. Eine Rückkehr in seine Geburtsstadt Würzburg bezeichnete Lichtlein zudem als wahrscheinlich.

Dass er für die anstehende Europameisterschaft (12. bis 28. Januar) in Kroatien lediglich im erweiterten Kader der Nationalmannschaft und damit auf Abruf bereit steht, sei für ihn keine Enttäuschung, sagte Lichtlein. Die Entscheidung von Bundestrainer Christian Prokop „habe ich akzeptiert, ich bin alt genug“. Sein Smartphone werde er während des Turniers aber in Reichweite haben, kündigte Lichtlein an.
Nach der Scheckübergabe schrieb Carsten Lichtlein noch einige Autogramme und überreichte Hospizleiter Rüdiger Barteit zudem ein signiertes Trikot.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: Handball-Profi Carsten Lichtlein übergibt Spende im „Balthasar“