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Kreis Olpe, 20. Dezember 2016

Ruhrverband stellt Technik und Natur rund um die Talsperre vor

Film über Biggetalsperre: Feuerwerk an Fakten

In zweijähriger Arbeit hat Filmemacher Harald Sontowski (links) aus Hagen den Streifen über die Bigge zusammengestellt.
In zweijähriger Arbeit hat Filmemacher Harald Sontowski (links) aus Hagen den Streifen über die Bigge zusammengestellt.
Foto: Rüdiger Kahlke
Kreis Olpe. Mehr als 170 Millionen Kubikmeter Stauraum. Knapp 8,8 Quadratkilometer Wasseroberfläche. Trinkwasserreservoir für 4,6 Millionen Menschen. Einst größte Baustelle Europas. Der neue Film über die Biggetalsperre ist ein Feuerwerk an Fakten.

Am Montagabend, 19. Dezember, stellte der Ruhrverband als Betreiber der Talsperren im Sauerland den 17-minütigen Streifen im Pavillon am Bigge-Staudamm vor. Die Aufgabe für Filmemacher Harald Sontowski aus Hagen war es, „alle Facetten und Funktionen der Talsperre darzustellen“, stellte Markus Rödel, Sprecher des Ruhrverbands, den Streifen vor. Vor zwei Jahren hatten die Arbeiten an dem Film begonnen, der Besucher des Ruhrverbandes informieren, aber auch Schulen zur Verfügung stehen soll und über die Medien (Internet-Auftritte) des Ruhrverbandes abrufbar ist. Stausee erscheint älter, als er ist In einer historischen Rückblende erklärt der Film, wie es zum Bau des Biggesees kam, der im vorigen Jahr 50 Jahre alt wurde und mit einer Abdichtung des Damms „runderneuert“ worden ist. Dabei, so Rödel, könnte man meinen, der See sei viel älter. Er verweist auf eine Szene im Erfolgsfilm „Das Wunder von Bern“. Dort stand in der Kneipe der Kumpel ein Sparschwein auf dem Tresen, in dem die Stammgäste für eine Fahrt an die „Bigge“ sparten, die es 1954 noch nicht gab. Im Film des Ruhrverbandes gebe es nicht „so elementare Fehler“ betonte Rödel. Er hoffte allerdings auf „ähnlich hohe Zuschauerzahlen“, wie sie der Wortmann-Film hatte.

Erste Entwürfe für den Biggesee datieren aus dem Jahre 1938. Wegen des Krieges wurden die Pläne ad acta gelegt. 1956 verabschiedete der Landtag dann ein Gesetz, das den Weg zum Bau und zur Finanzierung des Stausees frei machte, der der fünftgrößte in Deutschland ist. 2000 Menschen wurden dafür umgesiedelt. 1,9 Millionen Kubikmeter Erde wurden für den Damm bewegt. Der avancierte in den 1960er Jahren zur zeitweise größten Baustelle Europas. 1965 begann ein Einstau.

Für Filme-Macher Harald Sontowski war es ein Problem, „die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen.“ Wichtig waren ihm und dem Team des Ruhrverbandes, „den Unter-Tage-Betrieb darzustellen, den man sonst nicht sieht.“ Informations-Medium und Werbe-Botschafter Der Film liefert einen Überblick über Technik und Funktionen des Stausees, weist auf Höhen hin (Bigge-Balkon) und hat Tiefgang (unterirdische Stollen). Damit bekommen Besucher Einblick in Bereiche, die ihnen sonst verschlossen sind. Das Wasser in den Ablaufstollen treibt zudem Turbinen an, die, zusammen mit den Nachbar-Seen, Strom für etwa 4.500 Haushalte produzieren. Für Außenstehende dominiert aber die Wasserfläche mit ihren Naturräumen und Freizeitmöglichkeiten.

So ist der Film „Biggetalsperre - Natur und Technik“ nicht nur faktenreiches Informations-Medium, sondern auch Werbe-Botschafter für die Region. Denn: zum Bereich des Ruhrverbandes gehören an der Bigge auch 40 Kilometer Rundwege und 900 Hektar Wald - sozusagen ein zweiter Wasserspeicher.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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